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Presseinformation 17. Juni 2015

ADFC-Mehrtagesfahrt

Am grünen Band

Die diesjährige Mehrtagesfahrt des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Bietigheim-Bissingen war der letzte Teil des Projekts „Radfahren am Grünen Band”. Die insgesamt 1400 km lange Radtour an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze, vom Dreiländereck bei Hof bis Travemünde an der Ostsee, wurde in vier Jahresetappen durchgeführt. 18 Radler erlebten unter Leitung von Jutta Keerl und Johann Rausch die sieben ereignisreichen Radtage der Schlussetappe.

Nach 1386 km endlich an der Ostsee

Nach 1386 km endlich an der Ostsee

Nach der Anreise im komfortablen Reisebus mit Radanhänger nach Lauenburg/Elbe wurde das Quartier im historischen Fachwerkbau „Zum Alten Schifferhaus” belegt und die malerischen Winkel der Altstadt direkt an der Elbe besichtigt.

Am nächsten Tag hat man in Lauenburg die Elbe verlassen und die 80 km lange Etappe nach Norden, fast verkehrsfrei parallel zum Elbe-Lübeck-Kanal, gestartet. Große Kiefernwälder spendeten Schatten auf der gemütlichen Fahrt zum Schaalsee. Das Biosphärenreservat war eines der Höhepunkte der Tour. Die Gletscher der Eiszeit schufen die wellige Landschaft mit den vielen Seen, die der eiserne Vorhang 40 Jahre lang konservierte. In der Inselstadt Ratzeburg erwartete die Teilnehmer ein komfortables Bett & Bike-Hotel.

Die relativ kurze Etappe am folgenden Tag entlang des Ratzeburger Sees war äußerst reizvoll und gab zeitlich die Möglichkeit die ehemalige deutsch-deutsche Grenze zu verlassen, um eine Exkursion zur Hansestadt Lübeck zu unternehmen. Der Stadtrundgang in historische Zeit wurde zum Erlebnis. Nachdem die Grenzroute in Travemünde wieder erreicht war, wurde mit der Fähre auf die Halbinsel Priwall übergesetzt. Endlich, nach fast 1400 km war das Ziel des „Grünen Bandes”, die Ostsee erreicht. Die Überraschung bei den Radlern war groß, als es hieß, dass auf der Viermastbark „Passat” die Kabinen zur Übernachtung bereit stehen würden. Das Schwesterschiff der untergegangenen „Pamir” liegt hier als Museumsschiff im Hafen und kann als Quartier für Reisegruppen genutzt werden.

Die Etappe zur Hansestadt Wismar wurde auf dem Ostseeküsten-Radweg durchgeführt. Keine leicht Aufgabe, da die Berg- und Talfahrt in die Beine ging. Die Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns gehört zu den schönsten Küstenregionen Nord- und Mitteleuropas. Berühmte Seebäder, verträumte Dörfer, einsame Strände und alte Hansestädte wie Wismar säumen die Fahrt. Nach der obligatorischen Stadtführung mit der „SOKO Wismar” klang der Abend gemütlich im Hotel aus.

Aus gegebenem Anlass (25 Jahre Mauerfall) war die Weiterreise nach Berlin zum Mauer-Radweg angesagt. Die Distanz zwischen Wismar und Waren am Müritzsee wurde mit der Bahn und einem hervorragendem Fahrradtransfer zurückgelegt. Man nutzte den Tag als Ruhetag, obwohl noch 15 km mit dem Fahrrad zum Quartier „Kranichrast” im Müritz- Nationalpark zu fahren waren. Der Tag wurde mit einem Kegeltunier im Hotel abgeschlossen.

Ausgeruht wurden die 84 km nach Zehdenick/Burgwall angegangen. Der Fernradweg Kopenhagen-Berlin führte durch den Müritz-Nationalpark, über die Mecklenburgische Seenplatte und den Stechliner-Naturschutzpark. Schwer zu befahrene Sandpisten und Kolonnenwege hemmten immer wieder die Fahrt durch die Kiefernwälder und an vielen Mooren vorbei zu der einzigen Wasserstadt Deutschlands, Fürstenberg/Havel. Der auf drei Inseln gelegene Ort bildet das Herz eines ausgedehnten Wald- und Seengebietes in Nordbrandenburg. Die Havel begleitete die Radler bis zur Unterkunft nach Burgwall, ein idyllisches Fleckchen in Brandenburg.

Bei der Fahrt an der Havel und Havel-Oder-Kanal entlang zur geschichtsträchtigen Stadt Oranienburg vor den Toren Berlins konnten sich die Radler so richtig erholen. Dementsprechend waren auch die Pausen am Havelstrand.

Der Mauer-Radweg, auf dessen Strecke die Radfahrer die Teilung Deutschlands in Berlin hautnah erlebt konnten, führte direkt nach und durch Berlin. Die geschichtlichen Orte und Erinnerungsstätten wie Bornholmerstrasse, Bernauerstraße, Potsdamer Platz, Check Point Charlie, werden immer in Erinnerung bleiben. Aber auch Reichstag, Regierungsviertel, Brandenburger Tor, Kurfürstendamm mit Gedächniskirche und Bahnhof Zoo, an dem der Bus die völlig erschöpfte Gruppe abholte, lagen auf dem Weg durch die Bundeshauptstadt. Die Fahrrad-Rally durch Berlin, an dem an diesem Wochenende auch noch ein großes Fußballereignis stattfand, hatte den Teilnehmern die letzten Kräfte geraubt.