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Pressemitteilung 27. Oktober 2000

Radweg als Aufstellspur

Benzinaktion löst Unmut beim ADFC aus

Auf Kosten der Radfahrer und Fußgänger spielte sich die Billig-Preis-Aktion eines lokalen Radiosenders ab, so der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Bietigheim-Bissingen in einer Stellungnahme. "Dass der Radweg entlang der Großingersheimer Straße über zwei Stunden als Autostandspur genutzt wurde, war ein unerträglicher Zustand."

Radwege sind wichtige Verkehrswege. Jedoch sei immer mehr zu sehen, dass Autofahrer diese Flächen für eigene Zwecke nutzen. Vor allem die Radwege entlang der Großingersheimer Straße und der Bahnhofsstraße würden oft von haltenden und sogar länger parkenden Autos versperrt. Radfahrer müssten dann auf die Straße ausweichen - oft sogar in Gegenrichtung. Auf den durch viele Ein- und Ausfahrten sowieso schon gefahrvollen Radwegen stelle dies eine zusätzliche Unfallquelle - vor allem für Kinder.

Der Höhepunkt dieser Unsitte war aber jetzt die Aktion eines Radiosenders bei der Tankstelle an der Großingersheimer Straße. Ca. 2 Stunden blockierten wartende Autofahrer den Radweg. Billiger Sprit rechtfertigt anscheinend jeden Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung. Bedenklich für den ADFC ist auch, dass die Polizei - so in der Zeitung zu sehen - diesem Treiben zuschaue.

Die leidige Debatte um die hohen Spritpreise lässt die Radfahrer dagegen eher kalt: Radfahren macht sich inzwischen bezahlt. Viele Autofahrer könnten das Fahrrad nutzen, wenn man bedenkt, dass die Hälfte aller Pkw-Fahrten unter fünf Kilometer sind. "Jeder Autofahrer, der umsattelt, spart Geld und leistet gleichzeitig einen Beitrag für seine Gesundheit und für die Umwelt”.