Tourbericht 2017 : VEITSHÖCHHEIM am Main

Jahresausflug vom 8. bis 10. September 2017


FREITAG 8. September 2017

RADTOUR nach OCHSENFURT

1. Tag: Von Veitshöchheim nach Ochsenfurt und das Geheimnis der Lügensteine

Früh am Morgen des 8.9. herrscht auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums in Hochberg schon rege Geschäftigkeit, die Ortsgruppe des ADFC startet zum Höhepunkt des Fahrradjahres dem Jahresausflug. Diesmal geht es mit den eigenen Autos nach Veitshöchheim bei Würzburg. Dort angekommen starten wir bei bestem Wetter umgehend zur ersten Tour nach Ochsenfurt. Auf dem gut ausgebauten Mainradweg geht es zunächst nach Würzburg. Doch für die Schönheit der Stadt haben wir am ersten Tag keine Zeit. Auf herrlich glattem Asphalt rollen wir recht flott bis Ochsenfurt und über die frisch renovierte, aber schon viele hundert Jahre alte Steinbrücke fahren wir in die Stadt der Türme und der Fachwerkhäuser.

Zunächst machen wir eine kleine Stadtrundfahrt durch die gut erhaltene Altstadt. Es geht entlang der beeindruckenden Stadtbefestigung aus dem 16. Jahrhundert mit dem tiefen Stadtgraben und der mächtigen, efeubewachsenen Stadtmauer. Diese wird durch mehrere wehrhafte Türme beschützt. Auf dem Marktplatz machen wir am Rathaus ausgiebig Pause zum Vespern und Erkunden der Stadt auf eigene Faust. Wir erschrecken nicht wenig, als zur vollen Stunde die berühmte astronomische Uhr aus dem Jahr 1505 los legt. Zwei Ochsen rennen aufeinander zu, der Tod dreht das Stundenglas um und der Bürgermeister und zwei Stadträte stecken neugierig ihren Kopf aus dem Fenster. So werden die Bürger stündlich an ihre eigene Vergänglichkeit und die Macht des Bürgermeisters erinnert. Auf dem Weg aus der Stadt bewundern wir noch die schönen Fachwerkhäuser und den modernen Brunnen, der die namensgebende Ochsenfurt symbolisiert.

Weiter geht es nach Winterhausen mit dem schönen Ensemble aus Nikolauskirche, Pfarrhaus und Rathaus. War die Tour bisher sehr flach, müssen wir nun einige Steigungen durch die Weinberge bewältigen und werden dafür mit eindrucksvollen Ausblicken auf das Maintal belohnt. Bald schon taucht die alte Stadtmauer von Eibelstadt vor uns auf. Wir bestaunen die am Maintor angebrachten Hochwassermarken aus den letzten 500 Jahren. Auf dem schönen Marktplatz erfahren wir etwas über die sagenhaften „Lügensteine“, die 1725 in großer Zahl in Eibelstadt gefunden wurden und die damals ganz Deutschland beschäftigt haben. Es ranken sich verschiedene Versionen der Geschichte der Entstehung um die Steine. Es würde hier zu weit führen, diese ausführlich zu schildern. Interessierte sollten „Eibelstadt Lügensteine“ googeln. Wir radeln weiter nach Randersacker. Auch hier gibt es eine schöne Altstadt mit vielen Fachwerkhäusern. Ein Kleinod ist der Gartenpavillon, den sich Balthasar Neumann 1725 errichtete und der noch weitgehend im Orginalzustand erhalten ist. Auf dem Mainradweg geht es zügig nach Würzburg. Den Main überqueren wir über die älteste Brücke der Stadt die „Alte Brücke“ mit den berühmten Brückenfiguren. Die Räder müssen wir schieben, denn die Brücke dient auch als große Theke und wird von vielen Touristen mit einem Schoppen Frankenwein in der Hand bevölkert. Wir verkneifen uns den Brückenschoppen und fahren zurück nach Veitshöchheim wo unser Tacho 62 Tageskilometer anzeigt.


2 .Veitshöchheim idyllischer Ort am Main mit Schloss und großem Rokokogarten

Schon die Würzburger Fürstbischöfe wussten die Lage von Veitshöchheim zu schätzen und bauten ihre Sommerresidenz dort. Auch wir genießen die ruhige Lage unseres Hotels direkt an der Mainlände. Es gibt Lokale für jeden Geschmack und eine schöne Anlage mit Bänken. Dort lässt es sich wunderbar chillen, wenn man nicht gerade, wie geschehen, von einem Schwan attackiert wird. Nach der Rückkehr von unserer 1. Tour sehen wir uns das Städtchen näher an. Es gibt eine schöne Kirche, ein jüdisches Museum und die Stadthalle in der jedes Jahr die Fastnachtssitzung statt findet.

Die Hauptattraktionen sind jedoch das Sommerschloss der Würzburger Fürstbischöfe und der Hofgarten. Das Schloss trägt die Handschrift Balthasar Neumanns, der es 1753 umbaute und vergrößerte. Das Schloss ist heute ein Museum. Es liegt am Rande des riesigen Hofgartens, der als einer der schönsten Rokokogärten in Deutschland gilt. Wir schlendern über die heckenumsäumten Wege und freuen uns an immer wieder neuen Ausblicken auf Pavillons, Lauben, Rondells und Wasserspiele.

Höhepunkt ist der große See mit der Parnassgruppe. Über 300 Skulpturen schmücken den Park und sogar die alte „Wasserkunst“ ist noch zu sehen. Das seltene Meisterwerk ist zwar nicht mehr in Betrieb, man kann aber die Funktionsweise gut erkennen.

Kaum zu glauben, das dieser herrliche Park beinahe zerstört worden wäre, denn 1853 sollte die neue Eisenbahn ausgerechnet mitten durch den Garten gebaut werden. Im letzten Moment verhinderte der bayrische König diesen Frevel und ließ die Bahn um den Park herum bauen. Für den König wurde eigens ein königlicher Residenzbahnhof mit einem Königspavillon gebaut, was diesen Bahnhof ziemlich einzigartig macht. Nach der langen Besichtigungstour sind wir entsprechend hungrig und genießen die gute fränkische Küche in einem Fischlokal,wo gerade die Karpfensaison eröffnet ist. Da auch der Frankenwein gut mundet, wird es recht spät, bis wir ins Bett kommen.

 

SAMSTAG 9. September 2017

RADTOUR an die WERN und nach KARLSTADT

2.Tag: Zur Wern und nach Karlstadt

Das Frühstück im Hotel ist sehr reichhaltig und so starten wir gut gestärkt zur anspruchsvollsten Tour des Jahresausfluges, 66 km mit über 600 Hm und zwei große Steigungen sind zu bewältigen. Der Wetterbericht verkündet Regen, doch starten wir noch trocken. Die Tour beginnt gleich mit einer langen Steigung durch die Weinberge auf die Höhen über dem Maintal. Dort haben wir nicht nur einen schönen Blick auf das Maintal sondern sehen auch das Unheil in Form von dicken Regenwolken auf uns zu kommen. Rasch ziehen wir die Regenkleidung an und eine rasante Abfahrt bei leichtem Regen führt uns zum schönen Weinort Thüngersheim.

Der alte Ortsteil ist von einer teilweise erhaltenen Befestigungsmauer aus dem 16. Jahrh. umgeben und besitzt neben drei Wehrtürmen noch viele alte Häuser, die z.T. in schlechtem Zustand sind, von denen aber einige liebevoll restauriert werden. Wir machen eine Runde durch das typisch fränkische Dorf und fahren weiter nach Retzstadt. Der Main drängt sich jetzt ganz dicht an die steile hohe Felswand und lässt nur wenig Platz für Straße und Bahn. Hinter Retzbach erwartet uns die zweite lange Steigung. Doch bald ist auch die geschafft und wir sehen das breite Tal der Wern vor uns. In Stetten treffen wir auf den bekannten Wernradweg und folgen diesem bis zur Mündung der Wern in den Main. Der Radweg windet sich entlang der Wern und der Eisenbahnlinie und wird immer wieder zu Umwegen gezwungen, wenn es gilt Bahn oder Wern zu überqueren. Die Landschaft ist landwirtschaftlich geprägt, aber es gibt sehr viel einsame Naturoasen und immer wieder Karpfenteiche und malerische Dörfer in denen die Zeit stehen geblieben zu scheint.

In Wernfeld treffen wir wieder auf den Mainradweg und folgen ihm mainaufwärts bis Karlstadt. Auch hier finden wir wieder eine Stadt mit starken Befestigungen aus dem 16. Jahrh. und vielen Fachwerkbauten aus dem 16. bis 18. Jahrh. vor. Nach der obligatorischen Rundfahrt durch die malerische Altstadt treffen wir uns alle auf dem schönen Marktplatz wieder und genießen neben Kaffee und Kuchen auch die Sonnenstrahlen, die mittlerweile den Regen vertrieben haben.

Nur schwer können wir uns zur Weiterfahrt durch ringen, wir überqueren den Main und werfen noch einen Blick auf die Ruine der mächtigen Karlsburg.
Auf dem Rückweg grüßt Retzbach mit der imposanten Felswand herüber. Beflügelt durch die Aussicht dem Biergarten oder dem Hofgarten noch einen Besuch abstatten zu können, treten wir fest in die Pedale und sind bald wieder in Veitshöchheim. In kleinen Gruppen schlendern wir auf eigene Faust durch Veitshöchheim, wobei besonders die Wasserspiele im Hofgarten, die nur kurze Zeit in Betrieb sind, begeistern. Am Abend treffen wir uns im Ratskeller, wo man für uns eine festliche Tafel gedeckt hat. Das Essen ist hervorragend und die Bierspezialitäten sowie der Frankenwein schmecken uns ebenfalls.



SONNTAG 10. September 2017

RADTOUR nach WÜRZBURG

3.Tag: Durch das Dürrbachtal zur Steinburg und durch Würzburg zur Festung Marienberg

Der 3. Tag bildet wie geplant den krönenden Abschluss des Jahresausfluges. Mit Wehmut nehmen wir Abschied vom „Hotel am Main“ , wo wir einen schönen Aufenthalt hatten. Wir starten gleich mit einem größeren Anstieg. Bald erreichen wir die Höhen über dem Maintal und rollen flott nach Güntersleben. Hier treffen wir auf den Dürrbach und den einsamen Radweg der den vielen Mäandern des Dürrbachs folgt. Bei Sonnenschein im Morgentau, immer leicht bergab durch Wiesen und Wälder genießen wir die Fahrt durch das schöne, naturbelassene Tal. Doch bald ist es mit der Gemütlichkeit vorbei, eine steile Steigung ist zu bezwingen.

Diese führt uns zu einem der berühmtesten Aussichtspunkte von Würzburg dem Schloss Steinburg. Dies ist heute ein teures Nobelhotel. Wir aber genießen die Aussicht über das Maintal und die Stadt kostenlos. Nach einer Schleife auf dem Panoramaweg machen wir am Hotel ausgiebig Rast, um immer wieder neue Details im herrlichen Panorama zu entdecken. Durch die bekannte Weinlage Steinberg fahren wir nach Würzburg. Eine abenteuerliche Fahrt durch einen schmalen Tunnel bringt uns unter den Bahngleisen direkt zum Bahnhof.

 

Hier tauchen wir in den kühlen Schatten des Ringparks ein. Der hilft uns die verkehrsreichen Straßen zu meiden und leitet uns zur Würzburger Residenz. Dieser Sitz der würzburger Fürstbischöfe zählt zu den Hauptwerken des süddeutschen Barocks, ist europaweit eine der bedeutendsten Residenzbauten des Spätbarock und gehört zum Weltkulturerbe. Wir schieben unsere Räder durch die gepflegten Gärten und versuchen die vielen Blumen zu bestimmen.

Manch einer wäre gerne länger geblieben, wir haben aber noch mehr vor. Allerdings verhindert ein Straßenfest die geplante Besichtigungstour durch die Altstadt. Die dichte Menschenmenge macht eine Besichtigung mit einer großen Radfahrergruppe unmöglich. So kämpfen wir uns ein zweites Mal durch die vielen Touristen auf der Alten Brücke über den Main und nehmen den Anstieg zur Festung Marienberg in Angriff. Wir fahren direkt in den Hof der mächtigen, geschichtsträchtigen Festung, die in der heutigen Form aus dem 17. Jahrh. stammt. Hier bewundern wir den großen Bergfried und den Brunnentempel, aber leider gibt es dort keine Aussicht. So fahren wir entlang eines Teiles der insgesammt 12km langen Festungsmauer zur Artillerieplattform, die uns eine weitere umfassende Aussicht auf Würzburg und den Main bietet. Die Alte Brücke liegt tief unter uns und die Residenz, sowie etliche Kirchen grüßen herauf. Weiter geht es auf versteckten Wegen westlich der Festung durch Weinberge Richtung Höchberg und dann zum Main, wobei wir die weniger bekannte West- und Süd-Ansicht der Festung kennen lernen. Bei strahlendem Sonnenschein fahren wir zurück nach Veitshöchheim in den Biergarten, wo wir gemeinsam den Abschluss des wieder einmal gelungenen Jahresausfluges feiern. Die Remsecker ADFCler sind zu einer erfahrenen, harmonischen und rücksichtsvollen Radfahrergruppe gereift, so dass es auch diesmal keinerlei größere Unfälle oder Störungen gab. So freuen sich alle schon auf den nächsten Jahresausflug nach . . . . 

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