Bericht Jahresausflug 2022 / Schluss: Oberelchingen

Von der Höhe oberhalb Oberelchingen hatten wir nicht nur eine umfassende Aussicht über das Donautal, wir standen auch auf historischem, blutgetränktem Boden. Hier fand 1805 die Schlacht von Elchingen - auch Schlacht von Ulm genannt - statt. Diese Schlacht war mir völlig unbekannt, doch möchte ich ein paar Worte dazu sagen, denn die Folgen für das Deutsche Reich, Württemberg und jeden von uns waren sehr vielfältig und wirken sich bis heute auf uns alle aus. War es das Genie von Napoleon, die Unfähigkeit der österreichischen Kriegsführung oder einfach nur Glück, dass Napoleon mit seinem modernen Revolutionsheer ein zahlenmäßig überlegenes österreichisches Heer vernichtend besiegen konnte. Den Franzosen gelang es die strategisch wichtige Brücke von Oberelchingen einzunehmen und mit den darüber nachrückenden Truppen, die beim Kloster Elchingen liegenden österreichischen Einheiten in einer blutigen Schlacht zu vertreiben. (Man spricht von 3000 bis 6000 Gefallenen Österreichern.) Zu dieser Zeit lag die Hauptmacht der Österreicher entgegen allen Absprachen immer noch in der Festung Ulm und griff nicht in das Gefecht ein. Während Napoleon sein Hauptquartier nun in die Abtei Oberelchingen verlegte, bombardierte seine Artillerie das Hauptheer der Österreicher in Ulm. Das sah keinen Ausweg mehr, kapitulierte fast kampflos und marschierte unter Abgabe aller Waffen und Pferde in die französische Kriegsgefangenschaft. Von dieser Niederlage erholten sich die Österreicher nicht mehr. Napoleon konnte bis nach Wien und Austerlitz marschieren. Der Sieg des französischen Revolutionsheeres in Elchingen markierte den Anfang vom Ende des Heiligen Römischen Reiches und des Deutschen Reiches, daher wurde die Schlacht auch im Pariser Triumphbogen verewigt. Es gab in der Folge viele Gewinner und Verlierer, denn Napoleon teilte die Gebiete neu auf, entmachtete den feudal-absolutistischen Adel und Klerus und die Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuchs (Code civil) garantierte dem einfachen Bürger erstmalig Gleichheit vor dem Gesetz, Freiheit für alle und den Schutz des privaten Eigentums. Bayern und Württemberg vergrößerten ihr Staatsgebiet und wurden Königreiche. Allerdings bezahlte Württemberg das teuer. Es musste sich später am Krieg gegen Russland beteiligen, aus dem von 15.800 württembergischen Soldaten nur einige Hundert zurückkehrten.


Wir fuhren weiter in das Kloster Oberelchingen, wo der Gasthof Bräu Stuben einen sehr schönen Biergarten betreibt. Hier ließen wir die Tour im lichten Schatten alter Bäume mit dem traditionellen Abschlussessen ausklingen. Nachdem wir uns gestärkt hatten, warfen wir noch einen Blick in die frühklassizistische Klosterkirche und besuchten den Aussichtspunkt mit herrlichem Blick über das Donautal, von dem die österreichischen Befehlshaber die Schlacht beobachtet hatten. Die restlichen 10 km bis zum Hotel waren schnell geschafft, da es fast nur noch bergab ging. Jetzt wurden die Räder verladen und die Heimreise angetreten. [BS]



Die nächsten Termine im Überblick


26.01.2023   19:30  Uhr   TOURENLEITERESSEN
in der Gaststätte „La Tavola“ in Remseck Hochberg

09.02.2023   19:30 Jahreshauptversammlung

 

Kontakt :
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e-mail: remseck(..at..)adfc-bw.de
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