Verlässliche Infos über Rhein-Fähren

Verkehrspolitik

Rastatt-Plittersdorf. Die Anzeige auf der Tafel ist nicht spektakulär. Doch sie ist ein Beitrag zu verlässlichen Angaben über den Betriebszustand dreier Rheinfähren. Innerörtliche Anzeigen stellen Informationen bereits an Abzweigungen zu den Fähren bereit.


Minister Hermann (links) und Präsident Bertrand wollen die Verkehrsverbindungen über den Rhein für Bahn und Fahrrad verbessern.

Für die Nutzer der Übergänge soll damit das Ende von Überraschungen der unerfreulichen Art kommen. Bislang fielen die Übergänge Drusenheim/Greffern, Rhinau/Kappel und Seltz/Plittersdorf immer wieder ohne Ankündigung aus. Das war insbesondere für Radfahrer mit langen Umwegen verbunden. Das soll mit Einführung des 500.000 Euro teuren Systems besser werden. Die von Straßburg gesteuerten Informationen sollen Verkehrsdaten in Echtzeit für die 2,5 Millionen Nutzer der Fähren bereitstellen. Auch aktuelle Daten der Autobahnen 35 (Elsass) und 5 (Baden) werden eingespeist.
Künftig sollen über vmz.karlsruhe.de die Daten im Internet und über eine Smartphone-App  bereits für die Planung einer Radtour abrufbar sein.
„Dieses hervorragende Instrument wird uns helfen, die europäische Annäherung weiter in die Tat umzusetzen“ meinte Rémi Bertrand (Vizepräsident Conseil départemental du Bas-Rhin und Präsident des Eurodistrikt Pamina). „Was hier geschieht, hat entscheidende ökonomische Bedeutung“, ergänzte Landesverkehrsminister Winfried Hermann.


Regierungsvizepräsidentin Gabriela Mühlstädt-Grimm, Ortsvorsteher Plittersdorf Mathias Köppel, Grefferns Bürgermeister Helmut Pautler, Landtagsabgeordnete Sylvia Felder und Thomas Hentschler, Landesverkehrsminister Winfried Hermann, Landrat des Ortenaukreises Frank Scherer und der Pamina-Präsident Rémi Bertrand (von links).

In Stuttgart habe man sich vorgenommen, der Grenzregion mehr Beachtung zu schenken. „Es gibt einfach zu wenige Brücken an der 180 km langen gemeinsamen Rheinlinie“, konstatierte der Minister auch im Hinblick auf Radfahrende. „Fähre als Brücke ist nicht die Zukunft für täglich 16.000 Pendler in der Region“, meinte er. Deutschland sei bereit, etwas zu tun. Doch „der Anschluss auf französischer Seite muss auch gegeben sein.“
Bertrand griff dies auf und machte den Radfahrern Hoffnung: „Bei uns ist der Wille da, auch wir sind bereit, etwas zu machen.“ In Frankreich arbeite man derzeit an einer Studie, die herausfinden solle, wo eine Fahrradverbindung sinnvoll errichtet werden könne, sagte der Präsident der Pamina-Region.
Bis den Worten Taten folgen, erhalten Radfahrer verlässlichere Informationen über Betriebszustände von Fähren. Verlässliche Querungen fehlen weiterhin.

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