ADFC ruft zur gegenseitigen Rücksichtnahme auf, sieht aber auch die Stadt in der Pflicht

Presseinfo

Parkende Autos, die die Radwege versperren; rücksichtslose Radfahrerinnen, die zu schnell auf Fußwegen unterwegs sind, Fußgänger, die ohne zu schauen auf den Radweg laufen oder Autofahrer, die zu eng überholen, Radfahrer, die am Zebrastreifen nicht anhalten – solche Situationen hat wahrscheinlich jeder schon erlebt.

Im Straßenverkehr ist aber ein rücksichtsvoller Umgang wichtig – schließlich geht es darum, Unfälle zu vermeiden. Daher ruft der ADFC alle Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer zur gegenseitigen Rücksichtnahme auf – wie auch die Stadtverwaltung vor kurzem.

Auf Fußwegen dürfen Fahrradfahrer nicht fahren - es sei denn sie begleiten Kinder unter 8 Jahren (die wiederum nur auf dem Gehweg fahren dürfen). Warum tun dies dann viele Radfahrer dennoch?

Der wesentliche Grund dürfte sein, dass die Radfahrer sich auf der Straße unsicher fühlen. Darüber hinaus sind die Regelungen auch oft verwirrend. Mal dürfen die Radfahrer den Gehweg mitbenutzen (Radfahrer frei) oder es ist ein gemeinsamer Rad- und Fußweg, den die Radfahrer benutzen müssen. Auf diesen gemeinsamen Wegen sind Konflikte vorprogrammiert, wenn hier viele Fußgänger oder Radfahrer unterwegs sind. Baulich getrennte Spuren sind besser.

Der ADFC sieht daher auch die Stadt in der Pflicht, eine sicheres Radwegenetz auszubauen. Das Radroutenkonzept für die Stadt Ludwigsburg sieht vor, bis 2025 10 sichere Radrouten durch die Stadt zu bauen. Davon sind bislang erst anderthalb fertiggestellt.

Vielleicht liegt es auch daran, dass Schülerinnen und Schüler doch eine kleinerere Lobby haben als man denken könnte. Zwar radelt ein großer Teil von ihnen seit Jahren täglich zur Schule, doch ist es ein zäher Kampf  den Radweg von der Stadtmitte zum Schulzentrum West sicherer zu machen. Nach jahrelangen Diskussionen von ADFC und Radinitiative wurde nun endlich ein Radweg mit Hinweisschildern und Bodenmarkierungen über Werner- und Albrechtstraße für Schüler sichbarer und sicherer gestaltet. Leider hat sich aber die Stadtverwaltung  hierbei nicht an den Empfehlungen von ADFC und Radinitiative orientiert. Die Folge ist jeden Tag zum Schulbeginn zu sehen. Die meisten Schüler fahren weiterhin auf der autoreichen Martin-Luther Straße zur Schule, statt den neuen markierten Weg über Werner- und Albrechtstrasse zu nutzen. „Die vielen Diskussions- und Beratungsstunden in meiner Freizeit hätten wir uns eigentlich sparen können“ meint frustriert Albrecht Lutz, Vorstandmitglied des ADFC.

Den ADFC erreichen auch zahlreiche Beschwerden, dass  viele Radfahrer auf den Fußgängerwegen an der Wilhelmstrasse  fahren. Auch hier zeigt sich die große Schwachstelle: Ein Radstreifen fehlt, der vom ADFC schon lange gefordert wird. Auch geübte Radfahrer müssen sich zwischen dem Autoverkehr und den vielen illegal parkenden PKW am Randstreifen hindurchwagen, immer auf der Hut dass sich eine Autotür öffnet oder gar ein Auto, ebenfalls illegal, einfach wendet. Da drängeln sich viele Radfahrer lieber auf den Fußweg.

„Wir fordern die Stadtverwaltung auf, den Ausbau der Radinfrastruktur zu beschleunigen und für eine sichere Infrastruktur für Radfahrer und Fußgänger zu sorgen“, fordert Christian Volkmer , Vorsitzender des ADFC Ludwigsburg.

 

© ADFC BW 2020

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