Radschnellwege im Rhein-Neckar-Kreis

Radschnellweg Heidelberg - Mannheim

Im September 2019 fanden vier Ortstermine statt, bei denen auch wir als ADFC-Vertreter anwesend waren. Dort sollten interessierte Bürger ihre Ortskenntnis beitragen, um die Planer zu unterstützen. Als Unterstützer dieses Projektes wollten wir dies auch anhören. Vertreter des Regierungspräsidiums haben anfangs an den verschiedenen Orten den Sinn und Zweck einer Radschnellverbindung (RSV) sehr gut erläutert. Auch Umweltaspekte wurden angesprochen. Die Planer haben den jeweiligen Abschnitt beschrieben und warum sie diesen gewählt haben. Die meisten Bedenken kamen jeweils, da viele vorgesehene Trassen - im Moment zumindest - zu schmal sind um alle Verkehrsarten aufzunehmen.

Wie die Vortragenden erläutert haben, sind RSV normalerweise für die ausschließliche Nutzung durch den Radverkehr. Innerorts ist dies jedoch häufig nicht möglich, oder wird es dem Radverkehr nicht zugebilligt. Unserer Meinung nach muss jedoch häufig der ruhende und der fließende Kfz-Verkehr weitestgehend ausgeschlossen werden, um einen reibungslosen Radverkehr zu gewährleisten. Die Organisatoren dieser Veranstaltungen wollen ebenfalls eine Bevorrechtigung des Radverkehrs, stoßen jedoch oftmals auf heftige Kritik der anwesenden Bevölkerung. Auf jeder Veranstaltung gab es Stimmen, die die Sicherheit der Fußgänger durch eine RSV an verschiedenen Stellen in Gefahr sahen - und insbesondere der Kinder.

Das Ziel dieses Projektes ist doch, dass mehr Leute mit dem Rad statt mit dem Auto zur Arbeit fahren. Warum sollen Radfahrer für Fußgänger gefährlicher sein als Autofahrer? Der RSV Mannheim – Heidelberg soll ja eine Alternative für Pendler zum Autofahren sein. Also muss ein Teil der Verkehrsfläche umgewidmet und bevorrechtigt werden. Daran führt kein Weg vorbei. Auch viele Parkplätze werden wegfallen! Hoffentlich lassen sich die Planer nicht zu sehr von den Kritikern beeinflussen. Es gab natürlich auch positive Stimmen zu einer zukünftigen RSV. Hoffen wir, dass diese einen stärkeren Einfluss haben werden.

Auch müssen relativ kostspielige Investitionen getätigt werden, damit es auch ein Fahrrad-Schnellweg nach den definierten Kriterien wird. Zum Beispiel halten wir eine Unterführung unter der A5 bei Wieblingen an der OEG-Trasse und eine Kreuzungsfreie Querung der darauffolgenden Wieblinger Umgehungstraße unbedingt für erforderlich (siehe dazu nächster Bericht).

Im Juli 2020 wird die Trassen-Entscheidung gefällt.

Der ADFC Rhein-NeckarHeidelberg hat dazu noch letzte Anregungen dem federführenden Regierungspräsidium Karlsruhe zugesandt:

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Auch wir vom ADFC-Kreisverband Rhein-Neckar/Heidelberg möchten noch Anmerkungen
zur Planung dieser Radschnellverbindung machen. Größtenteils wurde diese bereits bei den
Ortsterminen oder bei der online-Beteiligung gemacht.
Zusammenfassend beziehen sich die Anmerkungen weniger auf die Trassenauswahl als auf
die Qualitätsmerkmale der gewählten Routenführung.
Wir legen Wert darauf, dass möglichst wenige Ausnahmen bei den Qualitätsmerkmalen wie

  • 4-Meter-Breite nur für den Radverkehr,
  • möglichst kreuzungsfrei,
  • geradlinig ohne harte Verschwenkungen,
  • keine anderen Verkehrsteilnehmer (auch Fußgänger) auf der Trasse,
  • Vorfahrt, falls doch eine Kreuzung unumgänglich

gemacht werden.
Wenn die Ausnahmen Überhand nehmen, verdient die Verbindung nicht mehr die
Bezeichnung „Radschnellverbindung“.
Es muss hingenommen werden, dass andere Verkehrsteilnehmer auf dieser Trasse
Einschränkungen haben, bzw. diese nicht benutzen dürfen.
Für die im Juli von Ihnen angesetzte Entscheidung der Trassenwahl sind nur zwei
Anmerkungen relevant, die sich von Ihrer Vorzugsroute unterscheiden:

  • Zwischen A5 und Wieblinger Umgehungsstraße Führung direkt an der OEG-Trasse um beide Straßen zu unterqueren
  • In Edingen südlich der OEG-Linie bleiben, um zusätzliche Gleisquerungen zu vermeiden

Näheres im Text. Es liegt nicht in unserem Interesse den Prozess zu verzögern. Alle
weiteren Anmerkungen beziehen sich auf deren Ausgestaltung und sind daher
wahrscheinlich nicht so zeitkritisch.
Wir beschränken uns auf den Abschnitt von Heidelberg bis zur Neckarbrücke
L597.

Den nördlichen Teil hat ja bereits unser Mannheimer Kollege Herr Hüttmann
bearbeitet.
1. Neckarseitiger Radweg vom Bismarckplatz bis nach Wieblingen muss deutlich auf vier Meter
verbreitert werden – Fußgängerführung muss getrennt verlaufen. Am Start bzw. Ende (laut
online-Beteiligung) sind es aktuell für Rad- und Fußverkehr zusammen 1,70 m inclusive
Ampel!
(Bild: kritischer Punkt B37 vor der Wasserschutzpolizei)
(Bild: Straße nach Wieblingen)
2. Liselottenstraße braucht vier Meter für den Radverkehr (Parkplätze teilweise verlegen)
(Bild: kritische Kreuzung mit vorhandener Radroute SRH -Pfälzer Straße)
(Bild: Liselottenstraße/Adlerstraße)
3. Ebenso Adlerstraße und deren Verlängerung an der OEG-Trasse: nur für private
Parkplatzbesitzer zulassen – öffentlicher Parkraum muss größtenteils weichen
4. Querung der Straße „Im Taubenfeld“ auch nicht ohne ….
5. Überall dort Vorfahrt
6. Neue Trasse unter der A5 und der Umgehungstraße. Dort könnte die Trassenführung
direkt neben der OEG-Trasse zwischen den Brücken verlaufen. Brückendurchfahrten
müssen dadurch etwas erweitert werden – evtl. die Schienen um einen Meter nach
Osten verschieben. Der geplante Schlenker zur Mannheimer Straße an dieser Stelle
entspricht nicht dem Geist einer Radschnellverbindung!
(Bild: Blick vom existierenden Weg zur A5-Brücke)
(Bild: unter der A5-Brücke)
Die aktuelle Querung der Umgehungstraße ist viel zu gefährlich und muss ebenfalls
unterquert werden!
Auf der Heidelberger Seite der A5-Unterquerung soll die Verbindung nach Dossenheim
und ins Neuenheimer Feld angeschlossen werden. Von verschiedener Seite wurde
bereits ein „Anhängsel“ an die Autobahnbrücke gewünscht. Dieses Anhängsel solle dort
mit dem Radschnellweg verbunden sein. Dazu könnte teilweise der vorhandene Weg
zur Mannheimer Straße genutzt werden und dann vor dieser Straße auf dem
Höhenniveau der Autobahn bleiben bis zur anderen Neckarseite.
(Bild 1: aktuelle Verschwenkung bei der OEG-Unterführung,
Bild 2: A5-Brücke über Mannheimer Straße)
7. Zweimalige Querung der OEG-Linie in Edingen nicht wünschenswert:
- entweder auf der Südseite bleiben und Lücke schließen, oder
- Führung bei der ersten Querung Ergelweg (vor dem OEG-Bahnhof) geradeaus weiter
bis Stangenweg. Dann rechts diesem Weg folgen bis Neckarhäuser Straße. (Auf dem
Ortstermin hatten sich jedoch die Bauern dagegen ausgesprochen….)
8. Führung auf dem freien Feld sollte mit Windschutzhecken begleitet werden
9. Kreuzungen Grenzhöfer Straße, Friedrichsfelder Straße, Neckarhauser Straße kritisch
(Untertunnelung?)
10. Nadelöhr bei der Bahnunterführung Neu-Edingen:
11. Anbindung an bestehenden Radweg am Neckar bei Seckenheim
12. Querung des Neckars entlang der derzeit im Bau befindlichen L597 kann man nicht als
Zubringer werten, da sich dieses Stück mitten in der Trasse des Radschnellweges als
zentraler Bestandteil befindet! Also muss es alle Anforderungen eines
Radschnellweges erfüllen.

Arbeitskreis Verkehr des
ADFC Rhein/Neckar-Heidelberg
i.A. Norbert Schön (Vorstand)

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Weitere Informationen unter:

https://www.radschnellweg-hd-ma.de/

www.buergerbeteiligung.de/viewer

www.fahrradland-bw.de/fileadmin/user_upload_fahrradlandbw/Downloads/Qualitaetsstandards_RSV_032018.pdf

diverse Artikel in der Presseschau

A5-Unterquerung und A5-Neckarbrückenzusatz für den Radverkehr

Der Abschnitt des Fahrradschnellweges an der A5 bei Wieblingen und dessen Verbindung über den Neckar nach Dossenheim und dem Neuenheimer Feld möchten wir hier gesondert behandeln.

Die bisher geplante Führung des Radschnellweges mit der Schleife an der A5 ist nicht akzeptabel für einen Radschnellweg. Deshalb muss die Führung parallel zur OEG erfolgen.
Die vorhandenen Unterquerungen sind zu schmal für die OEG UND einen Radschnellweg. Dass eine gute Lösung nicht ohne finanziellen Aufwand möglich ist, ist klar - jedoch kosten ein Autoschnellweg auch viele Millionen!
Vor der aktuellen Verschwenkung an der Autobahn muss die Radverkehrsroute runter an die OEG-Trasse verschwenkt werden. Dort bleibt sie bis nach der Unterquerung der Wieblinger Umgehungsstraße. Dann kann sie wieder hoch geführt werden (muss aber nicht).

Die Abzweigung nach Norden kann da erfolgen, wo sie momentan auch ist - vor der Autobahn! Kurz vor der Mannheimer Straße wird die aktuelle Führung verlassen und bleibt oben an der Autobahn. Dies ist der Anfang Fahrrad-Neckarquerung, die dann unter das östliche Element der Autobahn unten angehängt wird.
Somit ist sie schon auf der erforderlichen Höhe und kann auf der Nordseite direkt nach der Straße heruntergeführt werden zum aktuellen Fahrraddreieck. Dann ergibt sich eine Fahrradkreuzung!

 

Radschnellweg Heidelberg - PHV - Schwetzingen

Dieser Radweg wird unter Regie der Stadt Heidelberg durchgeführt.

Schwetzingen ist aktuell nur ausreichend mit dem Auto an Heidelberg angebunden. Die Bahn- und die Straßenbahnlinien wurden in den 60er-Jahren entfernt. Mit dem Fahrrad gibt es nur eine Ausflugsroute, die Kurpfanzroute.

Diese Ausflugroute enthält viele Schlenker und ist für Pendler nicht akzeptabel.
Außerdem hat Plankstadt die Route durch Umgehungsstraßen (L544 und B535) unterbrochen! Die Umleitungen sind auch nicht akzeptabel!
Es existierte eine schnurgerade Direktverbindung, die sogenannte Maulbeerallee. Früher ist hier der Kurfürst vom Heidelberger zum Schwetzinger Schloss kutschiert.
Trotz mehrerer Bekundungen in den vergangenen Jahren ist diese nicht für den Radverkehr um-/ausgebaut worden.
Jetzt versuchen wir es noch mal!
Also wir fordern, dass der Baumschulenweg und die Leonie-Wild-Straße für den Radverkehr umgewidmet wird und in der direkten Linie bis nach Schwetzingen ausgebaut wird. Plankstadt hat anscheinend schon eine Brücke über die B535 zugesagt (RNZ  19.2.2020).

Zur Anbindung des Konversionsgebietes Patrick-Henry-Village empfehlen wir eine Stichstraße für den Radverkehr südlich von Eppelheim an der Rudolf-Wild-Straße.

öffentliche Beradlung der avisierten Radschnellwegs HD-Schwetzingen:

Termin: <s>Freitag, 15.5., 16.00</s>. Treffpunkt beim ZuM gegenüber Hbf.  (Stand 3.April 2020: verschoben auf coronafreie Zeit)

Vorradler und Erläuterungspersonal: Norbert Schön (GAL/ADFC), Bernhard Pirch-Rieseberg (ADFC) und Gerd Guntermann (GAL).

Die Strecke wird auf und längs der ehemaligen Maulbeer-Allee führen (schnellste Verbindung von HD nach Schwetz., von uns favorisiert), mit Abstechern nach PHV und u.U. 2 vom NABU gepflegten Biotopen, die unweit der Strecke liegen.

 

Radschnellweg Darmstadt - Heidelberg - Bruchsal

Für diese Route wurden schon mögliche Trassen herausgesucht, jedoch ist für eine weitere Planung und Durchführung an keiner Stelle Kapazitäten frei. Die herausgesuchten Trassen sind jedoch heute schon vorhandene Wege und haben mit einem Radschnellweg, allein von der Trassenführung, noch gar nichts zu tun!
.....also müssen wir noch etwas warten......

(siehe RNZ 10.3.2020)

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