12.10.2016 - Arbeitsgruppe Radverkehr Ebersbach

Verkehrspolitik

Die Stadt Ebersbach lud am 05. Oktober zu einer Sitzung der Arbeitsgemeinschaft Radverkehr ein und gab einen Zwischenbericht über den Umsetzungsstand der beschlossenen Maßnahmen.

Gekommen waren 12 Personen aus Verwaltung, Gemeinderat, interessierte Bürger und dem ADFC. Außerdem nahm Frau Friederike Christian, Radverkehrszuständige des Landratsamtes Göppingen an der Sitzung teil. Herr Werneke - für den Radverkehr in Ebersbach zuständig - führte durch die Veranstaltung.

Da die letzte Sitzung der AG bereits einige Zeit zurücklag (Oktober 2014) gab es entsprechend viel zu diskutieren, so dass die geplanten 1 1/2 Stunden bei weitem nicht ausreichten. Die Teilnehmer waren sich deshalb schnell über den zukünftigen, regelmäßigen einjährigen Rhythmus der AG Radverkehr einig. Die AG soll jeweils im Frühjahr stattfinden und generell für alle interessierten Ebersbacher Bürger offen sein.

Trauriges Tagesthema war der aktuelle tödliche Verkehrsunfall bei dem auf der Kreisstraße zwischen Hochdorf und Roßwälden am selben Tag ein 52 Jahre alter Radfahrer starb (siehe hier). Dieser Unfall hätte vermieden werden können, wenn die bekannten Mängel der Radverbindung frühzeitig angegangen worden wären (die Verbindung ist Teil des Ebersbacher Radverkehrskonzeptes). Dazu gab es erst vor wenigen Wochen einen Artikel in der NWZ (siehe hier). Logischerweise erhöht der Unfall nun den Druck, eine vernünftige Lösung zu finden. Da die Verbindung zwischen Hochdorf und Roßwäden kreisübergreifen ist, muss nun dringend die Abstimmung zwischen den Landkreisen Esslingen und Göppingen erfolgen.

Ein Armutszeugnis für eine Stadt, die den Radverkehr voranbringen will ist auch die Tatsache, dass die bisher schon geringen jährlichen Investitionen in den Radverkehr von 25.000 € vom Gemeinderat nun ganz gestrichen wurden. Radverkehrsförderung sieht anders aus!

Frau Christian stellt die zukünftigen Auswirkungen des RadNETZ Baden-Württemberg auf Ebersbach dar. Das RadNETZ BW ist Teil der RadSTRATEGIE des Landes und soll alle Ober- und Mittelzentren im Südwesten für den Alltagsradverkehr verbinden. Eine darin definierte Hauptroute verläuft zwischen Stuttgart und Ulm entlang des Filstales. In diesem Zusammenhang erläuterte der ADFC Göppingen auch den aktuellen Stand zu den Entwicklungen beim "Radschnellweg Fils". Dieses Zukunftsprojekt ist in weiten Teilen deckungsgleich mit der erwähnten Hauptroute des RadNETZ BW im Filstal, was der Radschnellverbindung zusätzlichen Aufwind geben kann (siehe hier).

Darüber hinaus warb der ADFC bei der Ebersbacher Verwaltung um Unterstützung bei einem weiteren Zukunftsprojekt: der Einrichtung einer weiteren SB-Reparaturstation nach Süßener Vorbild in Ebersbach (siehe hier). Herr Müller, Wirtschaftsförderer bei der Stadt Ebersbach steht der Idee aufgeschlossen gegenüber.

Ebenfalls thematisierte der ADFC den aktuellen Fahrradklimatest (siehe hier). Der Fahrradklimatest hat sich als Zufriedenheitsindex der Radfahrer bestens bewährt. Die Stadt Ebersbach erhält dadurch verlässliche Aussagen zu Stärken und Schwächen der Radverkehrsförderung und damit eine Aussage, ob die Verbesserungen auch bei den Bürgerinnen und Bürgern ankommen. Um in die bundesweite Bewertung zu kommen, benötigt Ebersbach aber mind. 50 Wertungen. Die Verwaltung versprach Unterstützung bei der Bewerbung der Aktion.

Dirk Messer (ADFC Göppingen)

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