Friedrichshafen

Markierungen sind Pflicht

Friedrichshafen ignoriert hartnäckig den RadNETZ-Qualitätsstandard, dass in Fahrradstraßen Markierungen vorgeschrieben sind

Die seit Jahren angekündigte Einrichtung von Fahrradstraßen am Bodensee-Radweg in der Schlossstraße und Klosterstraße sowie auf dem Veloring in der Aistegstraße wurden im August 2020 endlich ausgeschildert. Damit gab die Verkehrsbehörde ihre jahrelange Blockade auf, die nie auf rationalen Gründen beruht hatte.

Leider wurden aber die vorgeschriebenen Markierungen des Verkehrszeichens „Fahrradstraße“ auf der Fahrbahn noch nicht aufgebracht. Jeder weiß, dass Markierungen mehr Aufmerksamkeit erzeugen als Verkehrsschilder, deshalb muss die Verkehrsbehörde dringend nachbessern.

Die Markierungen sind auch ein Qualitätsstandard des Landes Baden-Württemberg für das RadNETZ, das auf dem Bodensee-Radweg verläuft. Diese Qualitätsstandards wurden vom Verkehrsministerium 2018 eingeführt. Im Einführungsschreiben des Verkehrsministeriums über die Qualitätsstandards und Musterlösungen, welche die Ausgestaltung unter anderem dieser Markierungen regeln, heißt es unmissverständlich:

„Diese [Qualitätsstandards und Musterlösungen] sind ab sofort bei der Planung und Umsetzung […] von Radverkehrsmaßnahmen im RadNETZ Baden Württemberg zu beachten und anzuwenden.“
„Auch außerhalb des RadNETZ wird empfohlen, die Qualitätsstandards für das RadNETZ und die Musterlösungen für Radverkehrsanlagen in Baden Württemberg zu beachten und anzuwenden.“

Friedrichshafen hat also noch wichtige Hausaufgaben zu erledigen.


In der Schlossstraße in Friedrichshafen verläuft der Bodensee-Radweg. 2020 wurde die lang ersehnte Fahrradstraße ausgeschildert, doch das Schild ist etwas klein geraten und unauffällig postiert. Vor allem fehlt überall die für Fahrradstraßen vorgeschriebene Markierung!


Auch die Klosterstraße ist seit 2020 eine Fahrradstraße. Wie in der Schlossstraße und Aistegstraße hat die Stadtverwaltung hier auf die Markierung verzichtet, scheinbar aus finanziellen Gründen.

 

(Bernhard Glatthaar, 2021)

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