Friedrichshafen

Blockade statt Radkultur

Der ADFC fordert eine bessere Verkehrsführung für Radfahrer während des Weihnachtsmarkts in Friedrichshafen

 

Seit 2012 befindet sich der Weihnachtsmarkt in Friedrichshafen auf dem Buchhornplatz. Während des 24-tägigen Marktes ist für Radfahrer die Durchfahrt in der Friedrichstraße und der Karlstraße gesperrt und auch das Mitführen des Fahrrades ganztägig verboten. Wer von der Karlstraße in die Eckenerstraße und umgekehrt radeln möchte, wird zu langen Umwegen gezwungen.

Auch die Erreichbarkeit des Medienhauses und des Edeka-Einkaufsmarktes ist für Radfahrer durch die Sperrung stark eingeschränkt, durch den Abbau der Fahrradständer kommt es zum wilden Abstellen von Fahrrädern.

Von dieser Sperrung sind viele Häfler Radfahrer betroffen, denn auch im Winter ist das Rad für Erledigungen in der Stadt ein beliebtes und praktisches Verkehrsmittel. Da der Weihnachtsmarkt Mo-Do erst ab 12 Uhr und Fr-So ab 11 Uhr geöffnet ist, ist die pauschale ganztägige Sperrung nicht nachvollziehbar und deshalb unsinnig. Der ADFC hat das zuständige Amt für Bürgerservice, Sicherheit und Umwelt in den letzten Jahren wiederholt darauf hingewiesen, dass diese Sperrung der Innenstadt nicht akzeptabel ist.

Die Blockadehaltung der Behörde steht im Widerspruch zum Leitbild des städtischen Radverkehrskonzeptes, in dem „flächenhaftes Radfahren in den Innenstadtgebieten“ und die „Schaffung einer Radkultur durch die Gleichbehandlung des Radverkehrs“ propagiert wird. Eine fahrradfreundliche Stadt, wie es Friedrichshafen sein will, muss die Innenstadt auch im Winter ohne allzu große Umwege erreichbar gestalten.

Der ADFC fordert deshalb eine Lösung für Radfahrer während des Weihnachtsmarktes, als Sofortmaßnahme ist die Freigabe der Uferstraße zwischen Salzgasse und Fähre-Anlegestelle denkbar. Radler könnten mit der gebotenen Rücksicht problemlos die Uferstraße in diesem Abschnitt benutzen, um den Weihnachtsmarkt zu umfahren. Für 2016 muss die Anordnung der Stände des Weihnachtsmarktes so an die Bedürfnisse der Rad fahrenden Bürger angepasst werden, dass der Weihnachtsmarkt nicht wochenlang zur Barriere für Radfahrer wird.


In der Karlstraße beim K42 endet die Fahrrad-Welt. Wer von hier in die östlichen Stadtteile möchte, hat lange und umständliche Umwege vor sich oder darf sein Rad etwa 300 m an der Uferstraße schieben.


Auch an der Friedrichstraße ist kein Durchkommen Richtung Romanshorner Platz. Die ausgeschilderte Umleitung durchs Mausloch funktioniert allerdings nur in dieser Fahrtrichtung, umgekehrt steht man vor Problemen.


Wer vom Busbahnhof in die Karlstraße fährt, trifft am Eingang des Hafenbahnhofs auf Fahr- und Schiebeverbot. Schade ist auch, dass der Eingang des Hafenbahnhofs vier Wochen lang zum Hinterhof und Parkplatz degradiert wird.


Im Osten ist der Weihnachtsmarkt ebenfalls gesperrt. Auch die Fahrradständer wurden abgebaut, so dass Fahrräder wild herumstehen und nicht mehr diebstahlsicher angeschlossen werden können.

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