Fahrradparcours für Kinder

Die Kinder üben an Wippe, Hoppelstrecke, Rampe oder schiefer Ebene vorrangig reine Fahrtechnik wie Beschleunigen, Bremsen, Lenken, Spur halten, einhändig Kurven fahren...


Die Rampe erfordert Mut und Geschicklichkeit

Hinzu kommt das richtige Reagieren an variierenden Hindernissen und bei plötzlich auftretendem Verkehr durch andere Kinder. Fast wie im richtigen Leben. 

Hinweise:
Wir benötigen mindestens ca. 6 x 15 Meter Platz.
Besser sind 10 x 20 Meter.

Da der Fahrradparcours sehr aufwändig ist, können wir ihn leider nicht unentgeltlich zur Verfügung stellen. Die Kosten hängen stark davon ab, ob und wie viele Betreuer der Veranstalter beistellt. Je weniger Helfer der ADFC stellt, desto günstiger.

Weitere Informationen zu unserem Parcours gibt es als Download hier.
Sprechen Sie mit uns, wir finden eine Lösung.


Beobachtungen und Erlebnisse

Als Helfer auf dem Kinderfahrradparcours erleben wir tolle Geschichten:

Eltern, die ihr Kind einmal durch den Parcours schieben mit dem Vorsatz "wir fahren jetzt eine Runde und dann gehen wir weiter" und somit jeden Spaß im Keim ersticken.

Kinder, die daheim mit Stützrädern fahren und dadurch keine Chance haben, das Gleichgewicht zu trainieren. Die ADFC-Empfehlung deshalb: Weg mit den Stützrädern und auf Laufrädern üben.

Wir sehen dabei oft, dass Ungeübte die Kinder beim Anschieben am Arm packen und gar nicht merken, dass sie damit jeglichen Lenkversuch des Kindes konterkarieren. Wer an der Schulter oder am Lenker gedrückt wird, kann eben nicht sauber lenken. Also stützen wir Kinder am Rücken oder fast unmerklich am Sattel.

Ein Kind kommt zu uns auf einem eigenen Laufrad, übernimmt einen Helm und startet auf den Parcours. Bis hoch auf die Rampe in 50 cm Höhe. Dort steigt es ab und schaut die 1,50 m lange Abfahrt ungläubig runter. "Das schaff' ich nicht." "OK," denkt sich unser Helfer, während sich die anderen Kinder ungeduldig hinter der Rampe stauen. Jetzt muss es weitergehen: "Wenn du nicht mit dem Rad runterfahren magst, dann fährt das Rad halt alleine." Der Helfer übernimmt vom Kind das unselige Gefährt, führt es ohne Fahrer die steile Rampe hinunter und übergibt es wieder ans dankbare Kind. Endlich geht der Betrieb weiter, bis dasselbe Kind wieder oben steht. Die Abfahrt ist noch immer so steil wie zuvor, also absteigen, der Helfer übernimmt routiniert das Rad und lässt es mit den Worten "dann fährt das Rad alleine" nochmal ohne den kleinen Fahrer die Rampe hinunter gleiten. Der Parcoursbetrieb geht flüssig weiter, und ehe sich der Helfer versieht, steht das Kind wieder oben, steigt ab, ruft "Dann fährt das Rad alleine" und schickt das Rad, ohne auf den stützenden Eingriff des Helfers zu warten, die Rampe hinab. Bruchlandung auf der Rampe, zum Glück ohne Fahrer. Der Helfer hebt das unbeschädigte Rad auf, stellt es hin. Das Kind springt begeistert die Abfahrt hinunter und fährt weiter.

Der kleine Radler hat sich allmählich warmgefahren, steht wieder oben und steigt ab. Der Helfer springt spontan auf die Abfahrt, stellt sich frontal vor Kind und Rad, beugt sich vor, packt das Laufrad an den Lenkerenden und lässt das Rad in Zeitlupe die Rampe hinunter fahren. Auf halbem Weg stellt er erstaunt fest, dass der kleinen Fahrer, vom Mut verlassen, abgesprungen war und noch oben auf der Rampe steht. Also nochmal auf Anfang: Das Laufrad wird rückwärts die Rampe hochgeschoben, der Fahrer steigt auf, und im zweiten Anlauf lässt sich das Kind in Zeitlupe auf dem Rad über die Rampe nach unten führen.

Auf der nächsten Runde steht das Rad dann schon direkt an der Kante zur Abfahrt bereit, und der Helfer führt mit beiden Händen Rad und Fahrer sicher und etwas schneller die Rampe hinab. Die Mutter streckt trotz leichter Besorgnis der Daumen nach oben: "Bravo, fahr weiter, jawoll!" Auf den nächsten Runden übernimmt der Helfer erst nach 5 cm auf der schrägen Ebene, dann nach 10, 20 und 30 cm. Allmählich beginnt der sichtbare Fortschritt Spaß zu machen, und wieder baut sich der Helfer auf der Rampe auf, um das Kind zu begleiten. Aber diesmal ist Undank der Welten Lohn: "Geh weg, ich kann das alleine!!!", sprach's Kind und sauste weiter.

Und die Moral von der Geschicht? Eltern "führen" nicht unbedingt zum erzwungenen, erwünschten (?) Erfolg auf dem Parcours. Und auch ganz kleine Kinder sind oft schon groß genug, um selber zu lenken. Der ADFC freut sich, mit dem Kinderfahrradparcours die Entwicklung der jungen Radfahrer fördern zu können.

Wenn Sie eine Möglichkeit sehen, wo wir unseren Kinderfahrradparcours einsetzen können, freuen wir uns über Ihre Hinweise und möglichst frühzeitige Kontaktaufnahme.
ADFC-BAD(..at..)ADFC-BW.de oder Tel.: 07221 945684

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