Dunkeltunnel bringt Erleuchtung

Eine Aktion des ADFC Baden-Baden bringt seit 2015 Schülern Erleuchtung: Radfahren ohne Licht kann teuer werden. Dabei ist ein Bußgeld noch das geringste Problem. Das Risiko eines Unfalls steigt, je weniger ein Radfahrer gesehen wird.

Es ist nicht schwer, für eine gute Fahrradbeleuchtung zu sorgen. Doch bei Schülern ist reflektierende Kleidung und Licht am Fahrrad eher "uncool". Der ADFC bringt Jugendlichen Radlern daher die Besonderheiten im Straßenverkehr aus der Perspektive eines Autofahrers nahe. In Schulen weisen Aktive des Fahrrad-Clubs Schüler der Klassen 5 bis 8 auf Risiken im Winterhalbjahr hin. Hierfür wird, meist zu Beginn der dunklen Jahreszeit, ein Dunkeltunnel auf dem Schulgelände errichtet.

Nach einer kurzen Einführung ("Warum soll ein Autofahrer Dich sehen?") wird die Sicht eines Kfz-Lenkers auf das Geschehen verdeutlicht. In einem abgedunkelten Raum ist eine Straßenszene bei fahlem Licht dargestellt. Was ist bei einem kurzen Blick durch Sehschlitze zu sehen? Was erkennt ein Schüler in der Rolle des Autofahrers bei gutem Wetter oder bei leichtem Nebel?

Einen Radler mit Warnweste sehen fast alle Kinder. Doch da ist noch etwas zu erkennen, meinen einige. Was genau zu sehen - oder eben nicht zu sehen ist, wird in der Runde besprochen.

Theorie gehört auch dazu. "Kein Autofahrer will Dich verletzen", sagt der Instrukteur, "Doch wie lang ist denn der Anhalteweg eines 50 km/h schnellen Autos?".

Die häufige Antwort "zwei oder drei Meter" zeigt, dass Kinder eine Gefahrensituation im Straßenverkehr durchaus falsch einschätzen. Die richtige Antwort (25 bis 30 Meter) kommt manchmal ab der siebten, achten Klasse - oder auch nicht. Ein Warnkegel in dieser Entfernung macht den erstaunten Teilnehmern deutlich, wie erschreckend weit dieser Weg ist.

Auch der Begriff "Reaktionszeit" wird am praktischen Beispiel verdeutlicht. Die Vor- und Nachteile verschiedener Beleuchtungssysteme (Dynamo oder Akku) sind ebenfalls ein Thema.


Für besonders Neugierige wird das Geheimnis des Dunkeltunnels gelüftet.

Der Radclub zieht eine positive Bilanz dieser Aktionen. "Wir wollen den Tunnel an Schulen in weiteren Gemeinden zwischen Rastatt, Gaggenau und Bühl einsetzen", sagt Vorstand Ralph Neininger.

Von Beleuchtungsaktionen des ADFC in Schulnähe weiß Ralph Neininger, Vorsitzender des  Fahrrad-Clubs: "Über die Hälfte der Räder sind in Ordnung. Einige weitere haben geringe Mängel. Doch etwa 15 Prozent sind nicht für den Straßenverkehr tauglich." Teilweise fehlen Leuchten oder Reflektoren völlig. Den Kindern ist kein Vorwurf zu machen: Hier müssen sich die Eltern kümmern.

Ein funktionsfähiges Beleuchtungssystem nützt nichts, wenn es ausgeschaltet bleibt. Da müssen die Kinder ein Bewusstsein für Risiken entwickeln. "Das erreichen wir mit dem Dunkeltunnel", sagt Neininger.

Weitere Informationen zum Thema Beleuchtung gibt es hier.

Wenn Sie eine Möglichkeit sehen, wo wir unseren Dunkeltunnel einsetzen können, freuen wir uns über Ihre Hinweise und möglichst frühzeitige Kontaktaufnahme. ADFC-BAD(..at..)ADFC-BW.de oder Tel.: 07221 945684

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