ADFC-Empfehlungen: Umgang mit Pollern und Umlaufsperren

Poller und Umlaufsperren werden heutzutage oft installiert, um den Radverkehr sicherer machen. Doch viel zu oft werden sie zur Gefahr für Radfahrer und andere Wegenutzer, denn:

  • Die Einbauten führen zu einer Verengung der Fahrbahn, erschweren so-
    mit die Durchfahrt der betroffenen Stelle und stören die Fahrdynamik.
  • Speziell für in Gruppen fahrende Radfahrer oder bei der Begegnung von Radfahrern und Fußgängern entsteht ein Unfallrisiko, z.B. durch Kollisionsgefahr.
  • Umlaufsperren, die im Bereich von Straßenkreuzungen installiert wurden, lenken die Aufmerksamkeit des Radfahrers vom Autoverkehr ab.
  • Umlaufschranken an Bahnübergängen beeinträchtigen das zügige Räumen des Gefahrenpunktes. Dies gilt speziell für Radfahrergruppen oder Radfahrer mit Anhängern.
  • Durch die entstandene Verengung ist eine barrierefreie Nutzung des Weges nicht gewährleistet. Verschiedene Nutzergruppen (z.B. Handbikefahrer, Radfahrer mit Gepäck oder Kinderanhänger) werden behindert oder ausgeschlossen.

Daher fordert der ADFC, auf die Installation von Pollern, Umlaufsperren und ähnlichen Verkehrseinrichtungen generell zu verzichten.

Um den Kfz-Verkehr von Radwegen auszuschließen oder die Verkehrsteilnehmer vor Gefahrensituationen (durch Erzeugen von Geschwindigkeitsverringerung und erhöhter Aufmerksamkeit) zu schützen, kommen zahlreiche bauliche Alternativen zu Pollern und Umlaufsperren in Frage.

Um den Kraftfahrzeugverkehr auszuschließen genügt i.d.R. eine bauliche Verengung des Radwegs auf 2 Meter Breite. Die Breite des Radwegs wird dabei seitlich eingeschränkt. Damit können Einbauten in der Mitte des Fahrwegs vermieden werden und Kraftfahrzeuge dennoch von der Nutzung des Weges ausgeschlossen werden.

Zur Warnung vor Gefahrstellen sind nicht immer Umlaufsperren notwendig. Eine Veränderung der Fahrbahnoberfläche, Fahrbahnmarkierungen und Verkehrszeichen stellen oft die sicherere Methode der Absicherung und Warnung dar.

Vor der Installation von Pollern und Umlaufsperren sollte deshalb immer die Notwendigkeit der Einbauten geprüft werden.

Ergibt die Prüfung, dass auf die Hindernisse nicht  verzichtet werden kann, oder wenn sie aufgrund von Rechtsvorschriften unvermeidbar sind wie Umlaufsperren an Bahnübergängen nach § 11 Abs. 9 Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung, dann müssen sie nach den anerkannten Regeln der Technik gestaltet sein. Die  „Empfehlungen  für  Radverkehrsanlagen“ (ERA), die 2010 von der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) herausgegeben  wurden, geben Empfehlungen zur Installation von Pollern und Umlaufsperren.

Die definierten Anforderungen, denen sich der ADFC anschließt, sind im Papier "ADFC-Empfehlungen: Umgang mit Pollern und Umlaufsperren" zusammengefasst. Dort sind auch die möglichen Alternativen aufgeführt und Anwendungsbeispiele für die Umsetzung der Forderungen der ERA dargestellt.

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