ADFC Fahrrad-Codierung mit Nagelpräge-Pistole

Übersicht

 

Wozu Fahrradcodierung?

Die ADFC-Fahrradcodierung nach dem Bergisch-Gladbacher Verfahren ist ein Baustein im ADFC-Konzept zur Diebstahlprävention. Neben guten Abstellanlagen und sicheren Schlössern bietet eine flächendeckende Einführung der Fahrradcodierung die Chance, die Zahl der Diebstähle deutlich zu senken und die Aufklärungsquote zu erhöhen. Die Information der Radfahrer, des Fahrradfachhandels und der Öffentlichkeit über diese Möglichkeit der Diebstahlvorbeugung ist daher ein wichtiges Ziel des ADFC.

Die Fahrradcodierung basiert auf dem von der Polizei in Bergisch-Gladbach entwickelten Codierverfahren (Bergisch-Gladbacher Verfahren). Mit der Gravur verschlüsselter, personenbezogener Daten in den Rahmen sind Fahrräder eindeutig dem Eigentümer zuzuordnen.

Die Codierung schreckt potentielle Diebe ab oder erschwert zumindest dem Dieb den Weiterverkauf des gestohlenen Fahrrades. Der Verkaufswert des Fahrrades sinkt erheblich. Die Hemmschwelle für potentielle Diebe steigt bei codierten Fahrrädern nachweisbar.

Weitere Vorteile der ADFC-Fahrradcodierung sind:

  • Durch das geringere Diebstahlrisiko erhalten codierte Fahrräder bei der ADFC-Diebstahlversicherung einen Rabatt von zehn Prozent bei der Ersteinstufung.
  • Einfachere Aufklärung von Fahrraddiebstählen durch die Polizei aufgrund des personenbezogenen Codes.
  • Polizeikontrollen sind schnell und ohne großen Aufwand möglich.
  • Eine Registrierung des Codes in gesonderten Datenbanken ist aufgrund der bereits gespeicherten Kfz- und Straßenschlüssel nicht erforderlich.
  • Aufgefundene Fahrräder können dem Eigentümer schnell zugeordnet und wieder übergeben werden.
  • Die Codierung kann nicht versehentlich zerstört werden. Vorsätzlich kann sie nur mit großem Aufwand entfernt werden.

Daraus besteht der Code

Die auf den Besitzer bezogene Zuordnung des Fahrrades wird durch den Code erreicht, der aus dem Landkreis bzw. der kreisfreien Stadt, dem Wohnort, der Straße und den Initialen des Namens gebildet wird. Beispiel: TÜ 041 34306 089 HM

  • TÜ polizeiliches Kennzeichen
    041 Gemeindeschlüssel
    Das statistischen Landesamt hat der Universtitätsstadt Tübingen den Gemeindeschlüssel 041 zugeordnet. Jede andere Gemeinde im Landkreis Tübingen hat statt 041 eine andere Schlüsselzahl erhalten. Eine weitere Aufteilung nach Teilorten ist nicht erforderlich, da in allen Teilgemeinden einer Gemeinde ein Straßenname nur einmal vorkommt. So hat zum Beispiel die Gemeinde Ammerbuch den Gemeindeschlüssel 048.
  • 34306 Straßenschlüssel
    Das statistische Landesamt bzw. die Katasterverwaltungen haben die Straßen jeder Gemeinde mit fünfstelligen Schlüsselzahlen erfasst. Beispielsweise hat die Wilhelmstraße in Tübingen dei Nummer 34306.
  • 089 Hausnummer
    Für die Hausnummer werden drei Stellen verwendet. Ist sie nur ein- oder zweistellig, wird mit Nullen aufgefüllt. Bei Wohnanlagen, bei denen ein Zusatz wie z.B. .../3 bzw. .../B steht, kann dieser aus Platzgründen weggelassen werden.
  • HM Initialen des Eigentümers
    Am Ende des Codes werden zwei Namensinitialen des Eigentümers eingesetzt, aus denen auf den Vor- und Familiennamen geschlossen werden kann. Zum Beispiel Hans Mustermann - HM. Bei Doppelnamen wird nur der erste Buchstabe des (Familien-)Namens verwendet. Ein "von" wird weggelassen.

Wie wird der Code am Fahrrad angebracht?

Der Code wird durch ein spanloses Verfahren ca. 0,1 bis 0,2 mm tief in das Metall des Fahrradrahmens eingeprägt. Die Codierung erfolgt aus Stabilitätsgründen stets in dem Bereich des Sattelrohrs, in den die Sattelstütze eingeschoben ist.
Die Codierung wird möglichst auf der rechten (Ketten-) Seite des Sattelrohrs angebracht. Zweitcodierungen (aufgrund von Umzug oder Verkauf oder Heirat) halten wir nicht für empfehlenswert. Statt dessen ist dem neuen Eigentümer der Original-Codierpass zu überlassen.

Die Gravur und Rahmenstabilität

In einem Gutachten der Technischen Universität Aachen wurde festgestellt, dass eine Gravurtiefe von bis zu 0,2 mm bei einem Aluminium- oder Stahlrohrrahmen die Rahmenstabilität nicht beeinträchtigt. Die Gravur sollte ”im Sattelrohr zwischen dem Anlenkpunkt der Hinterbau-Sattelstrebe und der Hinterbau-Kettenstrebe angebracht sein”, erläutert das Gutachten. Das heißt, es ist am Sattelrohr möglichst nah an der Sattelklemmung zu gravieren. Dies gilt auch für Aluminiumrahmen.
Die Gravur sollte auf keinen Fall auf dem Teil des Sattelrohrs angebracht werden, der über das Oberrohr hinausragt.

In welchen Fällen sollte nicht codiert werden?

Nicht geeignet für die Codierung sind Rahmen aus Carbon, Titan oder verchromte Rahmen. Bei sehr kleinen Kinderrädern kann u.U. das Codiergerät nicht so angebracht werden, dass eine Gravur möglich ist (zu kurze Rahmenrohre).
Weniger geeignet ist das Codierverfahren für Leute, die häufig umziehen (alternativ muss eine Ummeldebescheinigung mitgeführt werden).

Was kostet die Fahrradcodierung?

Der für die Codierung zu entrichtende Preis orientiert sich an den Preisen des Fahrradfachhandels, mit dem wir nicht durch Dumpingpreise konkurrieren wollen. Empfehlung:
  • Die normale Codiergebühr beträgt 15 €.
  • ADFC-Mitglieder zahlen nur 5 €

Was brauche ich zur Fahrradcodierung?

Die folgenden Sachen sind zu einer Fahrradcodierung mitzubringen:
  • Das eigene Fahrrad
  • Ein Eigentumsnachweis (Kaufvertrag, Rechnung, Quittung) für das Fahrrad (ein Kassenbon ist nicht ausreichend)
  • Etwas Zeit, die eigentliche Codierung dauert etwa 5-10 Minuten pro Fahrrad
  • Ein Identitätsnachweis (Personalausweis/Reisepass)
  • Die Codiergebühr
Bei fehlendem Kaufvertrag werden die vom Eigentümer gemachten Angaben der Polizei zur Überprüfung zugesandt, um die "Legalisierung" eines gestohlenen Fahrrades zu vermeiden.

Anbauteile am Rahmen, die das Ansetzen der Codiermaschine behindern (Flaschenhalter, Schlosshalterungen, Luftpumpen), sollten vorher schon entfernt werden, um die Codierung möglichst schnell abwickeln zu können. Bei allen Codieraktionen des ADFC ist in der Regel entsprechendes Werkzeug vorhanden, so dass die Teile vor Ort abgebaut werden können.

Die häufigsten Fragen und Antworten

Mein Rad hat eine Rahmennummer. Reicht das denn nicht?
Wissen Sie noch, wo Sie die Nummer zu Hause notiert haben? Und wenn: Es gibt keine zentrale Registrierung von Rahmennummern. Außerdem kommt dieselbe Rahmennummer mehrfach vor, weil sich die Fahrradhersteller in aller Welt nicht abstimmen. Wenn ein Fahrrad gestohlen wird, ist nur in seltenen Fällen die Rahmennummer der entscheidende Hinweis auf den Besitzer des Rades. Das beweisen die niedrigen Aufklärungsquoten beim Fahrraddiebstahl.

Warum ist denn ein Fahrradcode besser?

Weil er verrät, wer der wahre Eigentümer des Rades ist. Die ersten Buchstaben stehen für den Landkreis, die nächsten Ziffern für Wohnort und Straße. Dann folgen Hausnummer und Initialen des Besitzers. Der Vorteil des Systems: Man braucht keine Registrierung oder Verwaltung mehr. Jeder Polizeibeamte, der ein Fahrrad findet, kann per Funk über die Leitstelle erfahren, ob Code und vermeintlicher Besitzer übereinstimmen.

Kann ein Dieb den Code nicht einfach wegschleifen?

Kann er zwar, doch wird der Rahmen dadurch schwer beschädigt und womöglich unbrauchbar. Außerdem haben Polizei, ADFC und Fachhandel sich darauf geeinigt, den Code wann immer möglich an der gleichen Stelle (Sitzrohr, rechte Seite, oben) anzubringen. Wenn dort der Code abgeschliffen wurde, ist das leicht zu erkennen. Schließlich sollte der Code nie das alleinige Mittel gegen den Fahrradklau sein. Immer gehört ein gutes Schloss und das An- und Abschließen des Rades an einem festen Gegenstand dazu!

Wenn Sie Fragen zur Codierung haben oder einen Termin vereinbaren wollen, schreiben Sie uns eine Mail an codierung-tuebingen(..at..)adfc-bw.de

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