Radverkehr vor Ort: Stuttgart-Süd

Durch Stuttgart-Süd führt der Tallängsweg - eine der wichtigsten Radverkehrsachsen Stuttgarts. Er führt von Vaihingen durch Kaltental und Heslach in die Innenstadt und weiter durch Bad Cannstatt Richtung Fellbach. Doch an dieser Route gibt es wie auch an anderen Bereichen in Stuttgart-Süd noch viel zu verbessern.

Seit kurzem gibt es eine Radverkehrsführung auf der Böblinger Straße bergauf durch Kaltental. Aufgrund der relativ geringen Steigung ist dies eindeutig die geeignetste Fahrradroute durch den Stadtteil. Die frührere Radverkehrsführung verlief unnötig bergig über die steile Fuchswaldstraße. Abwärts führte sie durch die Engelboldstraße, die zuerst ein gutes Stück bergauf führt. Auf der bergab führenden Spur der Böblinger Straße wäre eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 oder 40 km/h eine geeignete Lösung - dann hätten Radfahrer und Autofahrer etwa die selbe Geschwindigkeit, was die Sicherheit deutlich erhöht.

zum Vergrößern bitte anklicken!

Zwischen Kaltental und Heslach führt der Tallängsweg hinter dem Nesenbach entlang. Er ist zwar im Normalfall gut befahrbar - auch die Konfliktsituationen mit Fußgängern sind nicht sehr häufig. Bei Nacht oder im Winter ist die Route aber ungeeignet. Es wäre daher sinnvoll, für die Radverkehrsführung eine der beiden abwärts führenden Spuren der Straße umzuwidmen. Lange andauernde Baustellen am Nesenbach haben schon gezeigt, dass eine Spur für den Autoverkehr ausreicht.

zum Vergrößern bitte anklicken!

Der anschließende Weg an einem Parkplatz entlang wurde auf unseren Druck hin vor einigen Jahren deutlich verbessert; anstelle des schmalen Bürgersteigs steht für die Radfahrer jetzt ein komfortabel breiter Weg zur Verfügung. Auf der anderen Seite der Ampel wurde eine bessere Sicherung vor den Autos eingerichtet, die in die dortige Tankstelle einbiegen (oft nur zur Durchfahrt). Dazu wurde die Einfahrt in die ohnehin vorhandene Signalanlage eingebunden.

zum Vergrößern bitte anklicken!

Im weiteren Verlauf ist die Route gut befahrbar. Geradezu vorbildlich ist die Straßenquerung von der Burgstallstraße zur Möhringer Straße. Ein Ärgernis für Radfahrer, die zügig fahren wollen, sind aber die Abschnitte, in denen nur Schrittgeschwindigkeit zulässig ist. Wir sind zwar die letzten, die etwas gegen Verkehrsberuhigung hätten. Während Autofahrer aber nur an für sie völlig untergeordneten Straßen Schrittgeschwindigkeit fahren müssen, trifft es die Radfahrer hier auf ihrer Hauptroute.

zum Vergrößern bitte anklicken!

Durch diverse Umgestaltungspläne ("Quartier S", möglicher Abriss der Paulinenbrücke) dürften in der Tübinger Straße etliche Veränderungen anstehen. Auch hier ist es wichtig, das der Radverkehr - es geht immerhin um den Tallängsweg - bei den Entscheidungen berücksichtigt wird. Gerade ein Abriss der Paulinenbrücke und damit eine neue Kreuzung mit dem City-Ring wäre trotz aller städtebaulichen Chancen ein großer Nachteil für die Radfahrer.

zum Vergrößern bitte anklicken!

Auch abseits des Tallängswegs gibt es noch viel zu tun. Zugegeben - die Leonberger Straße war mit ihrem hohen KfZ-Aufkommen noch nie eine attkraktive Route für den Radverkehr. Dennoch hätte es nicht sein dürfen, diese Straße einfach für den Radverkehr zu sperren, ohne für gleichwertigen Ersatz zu sorgen. Zumindest ist es erforderlich, die Route durch die Heidenklingenstraße auszuschildern und sie so zu verbessern, dass sie auch bei Nacht befahren werden kann. Wenn eine Beleuchtung nicht in Frage kommt, sind Reflektoren am Wegesrand denkbar.

zum Vergrößern bitte anklicken! zum Vergrößern bitte anklicken! zum Vergrößern bitte anklicken!

Ein weiteres Thema ist die Verbindung nach Degerloch. Wichtig ist die Mitnahmemöglichkeit des Fahrrads mit der Zahnradbahn, die auch für Pendler geeignet ist. Noch besser wurde es im Juni 2002, als auf Druck des ADFC Baden-Württemberg in weiten Teilen des Landes die kostenlose Fahrradmitnahme eingeführt wurde. Bei der "Zacke" gilt diese sogar ganztägig.

zum Vergrößern bitte anklicken!

Mit etwas Kondition kann man Degerloch auch direkt per Rad erreichen. Die beste Steigungsverteilung weist die Neue Weinsteige auf - sonntag morgens durchaus eine zu empfehlende Route. Hier einen jederzeit gut brauchbaren Radweg zu bauen dürfte aber schwierig sein - denn das Problem ist nicht nur der direkte Konflikt mit Autofahrern, sondern vor allem der Lärm und die Abgase.

zum Vergrößern bitte anklicken!

Seit mehreren Jahren besteht die Möglichkeit, Einbahnstraßen für den Radverkehr in Gegenrichtung zu öffnen. In der Cottastraße wurde dies sogar vorzeitig als Versuch realisiert. Eine solche Öffnung gibt es inzwischen bei einigen weiteren Einbahnstraßen. In der Liststraße ist dies allerdings noch nicht erfolgt. Sie stellt aber eine wichtige Verbindung dar.

zum Vergrößern bitte anklicken!

Stand: Januar 2009