Verkehrspolitische Radtour durch Schwäbisch Hall

15 Radfahrerinnen und Radfahrer sind am vergangenen Mittwoch auf ihren Drahteseln durch Schwäbisch Hall gefahren und haben dabei vor Ort Problemstellen für den Radverkehr besprochen. Unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren unter anderem Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim, der stellvertretende Leiter des Stadtplanungsamtes Thomas Thamm, Gemeinderätinnen und Gemeinderäte und jeweils ein Vertreter der Polizei, des ADFC und der Fahrradinitiative Schwäbisch Hall.

Startpunkt für die knapp zweistündige Tour war in Steinbach am Abzweig Tullau. Über die Haalsteige und Unterlimpurger Straße ging es entlang der Oberen Herrengasse auf den Marktplatz. Von dort führte der Weg über die Marktstraße und die Gelbinger Gasse in Richtung „Diak“. Von Gelbingen aus radelte ma auf der anderen Kocher-Seite wieder zurück in Richtung Stadtzentrum. Über den Lindach endete die Radtour in den Ackeranlagen. Trotz des regnerischen Wetters konnten auf der Runde eine Vielzahl von Problemen angesprochen werden. Folgende Verbesserungsvorschläge wurden im Rahmen der Ausfahrt benannt:

  1. In Steinbach im Bereich Tullauer Straße ist eine Reduzierung der Geschwindigkeit, die Schaffung einer Fahrradstraße oder eines Schutzstreifens (falls die Straßenbreite das hergibt) wünschenswert. Ebenso wird eine Markierung durch Fahrradpiktogramme angeregt. Eine Abstimmung mit dem Straßenbauamt des Landkreises ist notwendig.
  2. In der Neustetter Straße/Haalsteige sollen für eine bessere Sichtbarkeit die Poller markiert werden.
  3. Die Einrichtung eines Schutzstreifens für Radfahrer bergauf in der Unterlimpurger Straße würde die Sicherheit auf dieser stark befahrenen Straße deutlich erhöhen (im Radverkehrskonzept wird ein alternierender Schutzstreifen mit Fahrradpiktogramm alle 50m vorgeschlagen).
  4. Durch das Anteeren beim Übergang Asphalt/Plattenbelag am Wendebereich an der Schiedgrabenbrücke würde eine weitere Gefahrenstelle beseitigt.
  5. In der Marktstraße sollte im Rahmen der Neugestaltung zum verkehrsberuhigten Bereich die Einbahnstraße für Radfahrer freigegeben werden.
  6. In der Gelbinger Gasse müsste der Übergang vom Asphalt zum Pflasterbelag geteert werden.
  7. Am Beispiel der Unterführung am Friedhofsdreieck wird eine Markierung der Mittellinie im Kurvenbereich als notwendig angesehen, um Kollisionen zu verhindern. Analog sollen diese Markierungen bei allen Unterführungen angebracht werden.
  8. Am Fußgängerüberweg/Zebrastreifen in der Heilbronner Straße/Einmündung Wettbach steht ein neu gesetzter Lichtmast in der Fahrbahn für Radfahrer. Dieser sollte an die Hinterkante Geh-/Radweg umgesetzt werden (dafür ist eine Verlängerung des Auslegers notwendig, um die lichttechnisch notwendige Ausleuchtung zu gewährleisten).
  9. Die Steigung der Rampe zum Waldbad Gelbingen am nördlichen Ende des Diak-Geländes ist zu steil. Eine neue Trassierung ist hier unumgänglich, allerdings ist der bauliche Aufwand dafür erheblich. Als Sofortmaßnahme wird eine Belagsverbesserung angeregt.
  10. Auf dem Kochertalradweg gibt es in Höhe Ripperg/Feuerwehrmuseum eine Engstelle für den Radverkehrs (nsbesondere bei Gegenverkehr). Es wird geprüft, ob die dortige Fläche von den Stadtwerken tatsächlich noch benötigt wird. Falls dies nicht der Fall sein sollte, kann der Weg auch verbreitert werden.
  11. Der Bereich unter der Friedensbrücke sollte als Fahrradstraße ausgewiesen werden. Ebenso ist eine Asphaltbelag dem derzeitigen Pflaster vorzuziehen.
  12. Im Bereich Lindach/Klebwald/Rutschhang ist ein Ausbau zur Erhöhung der Sicherheit der Radfahrer denkbar, allerdings nur, wenn die Mittel vorhanden sind, da diese Maßnahme einen hohen finanziellen Aufwand bedeutet.
  13. In der Mauerstraße an der Tiefgaragenausfahrt des Parkhauses "Alte Brauerei" sind ein Verkehrszeichen "Radfahrer kreuzen" und das Anbringen einer Bodenmarkierung notwendig.
  14. In den Ackerlagen müssen die Schlaglöcher verfüllt werden.

Die Resonanz auf die zweite Veranstaltung dieser Art zeigt deutlich die Bedeutung des Radverkehrs für Schwäbisch Hall. Ebenso war diese eine gute Möglichkeit, aktuelle Probleme für Radfahrerinnen und Radfahrer unter Anwesenheit von Mitarbeitern der Stadtverwaltung, von Gemeinderätinnen und Gemeinderäten und weiterer Beteiligter aufzuzeigen. Derzeit wird für die Stadt auch ein Radverkehrskonzept erarbeitet, welches am heutigen Montag im Verkehrsbeirat vorgestellt wird.

(Quelle: Pressemeldung der Stadt Schwäbisch Hall vom 18.07.2011)

© ADFC BW 2020