Pressemitteilung des ADFC Schwäbisch Hall zum Ergebnist des ADFC Klimatests 2020

Enttäuschender Platz 286 von 415 in der Kategorie der Städte über 20.000 bis 50.000 Einwohner

Beim kürzlich im Bundesverkehrsministerium vorgestellten ADFC-Fahrradklima-Test 2020 landete Schwäbisch Hall erneut auf den hinteren Plätzen (55. von 66 in BaWü) der Städte seiner Größe. 262 Schwäbisch Haller haben an der bundesweiten Befragung teilgenommen. Unzufrieden sind  Schwäbisch Halls Radfahrerinnen und Radfahrer vor allem mit der Breite der Radwege, der Falschparkerkontrolle auf Radwegen, den vielen Konflikten mit FußgängerInnen und der verbotenen Fahrradmitnahme in Bussen. Lichtblicke gab es bei den geöffneten Einbahnstraßen und der Erreichbarkeit des Stadtzentrums. Der ADFC Schwäbisch Hall fordert den flächendeckenden Ausbau des Radwegenetzes mit Mitteln des Bundes, des Landes und der Stadt.

ADFC-Vorsitzender Dieter Wolfarth sagt: „Die Corona-Zeit hat viele Menschen neu auf das Rad gelockt – und wir wollen, dass sich auch die Neuaufsteiger auf dem Rad wohl und sicher fühlen. Leider ist das in Schwäbisch Hall nicht der Fall: 73 Prozent fühlen sich beim Radfahren nicht sicher. Dabei ließe sich schon mit kleineren Maßnahmen die Situation deutlich verbessern, beispielsweise durch konsequente Ahndung von Falschparkern auf Radwegen, mehr Tempo 30 und  fahrradfreundliche Lösungen an Baustellen . Das reicht aber nicht. Die Menschen in Schwäbisch Hall wollen Straßen, die einladend zum Radfahren sind. Dafür brauchen wir ein durchgängiges Netz an guten Radwegen. Der Bund hat mit dem Sonderprogramm Stadt und Land dafür ausreichend Mittel zur Verfügung gestellt.“                             

Schwäbisch Hall liegt bundesweit auf Platz 286 von 415 in der Kategorie der Städte über 20.000 bis 50.000 Einwohner, im Landesvergleich auf Platz 55 von 66. Gegenüber dem letzten Test im Jahr 2018 hat sich Schwäbisch Hall leider nicht verbessert. Im Durchschnitt geben die Schwäbisch Haller die Note ausreichend für die Fahrradfreundlichkeit. Die große Mehrzahl der Befragten sagt,  sie fühlen sich nicht sicher, und dass in jüngster Zeit kaum etwas für den Radverkehr getan wurde. An ganz wichtigen Stellen fehlen einfach immer noch Radwege, wie z. B. an der Crailsheimer Straße und der Ellwanger Straße. Die Durchgängigkeit von Radwegen über längere Strecken ist des öfteren leider nicht gegeben. Leider kommt die Verwaltung nicht hinterher mit der Planung und dem Bau neuer Radwege.

Rekord: Rund 230.000 Teilnahmen, 1.024 Städte in der Wertung

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Befragung zur Zufriedenheit der Radfahrenden weltweit. Er wird vom Fahrradclub ADFC alle zwei Jahre mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums durchgeführt und fand 2020 zum neunten Mal statt. Rund 230.000 Radfahrerinnen und Radfahrer haben bei diesem Durchgang abgestimmt, davon nur 15 Prozent ADFC-Mitglieder. 1.024 Städte kamen in die Wertung, mehr als jemals zuvor. Bei den 27 Fragen ging es darum, ob man sich auf dem Rad sicher fühlt, wie gut die Radwege sind und ob die Stadt in Zeiten von Corona das Fahrradfahren besonders fördert. Damit fundierte Ergebnisse erzielt werden, müssen pro Stadt mindestens 50, bei größeren Städten mindestens 75 beziehungsweise 100 Abstimmungsergebnisse vorliegen. Die Ergebnisse des Tests haben durch die breite Bürgerbeteiligung hohe Aussagekraft und können Kommunen helfen, das Angebot für Radfahrende gezielt zu verbessern. 

Über den ADFC

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit über 200.000 Mitgliedern die größte Interessensvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Die ADFC-Ortsgruppe Schwäbisch Hall setzt sich insbesondere ein für eine Verdoppelung der Mittel für den Radverkehr, einen zügigen Ausbau von Radwegen und die Aufstellung einer RadfahrerInnen-Zählstation auf der Henkersbrücke. Die detaillierten Ergebnisse des ADFC-Fahrradklima-Tests 2020 finden Sie auf www.fahrradklima-test.adfc.de bzw. sind als Anlage beigefügt. Die digitale Pressemappe gibt es auf www.adfc.de/presse.

 

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