Tourbericht 2018 : WORMS am Rhein

Jahresausflug vom 31. August bis 2. September 2018


FREITAG  31. August 2018
RADTOUR nach BAD DÜRKHEIM
 

Freitag 31.08. um 8:00 auf dem Parkplatz in der Neckaraue. Die Geschäfte sind noch geschlossen, aber es herrscht bereits reges Treiben. Ein Kleinbus und 8 PKW sind vorgefahren, beladen und bepackt mit 25 Fahrrädern. Wir starten pünktlich und erreichen auf der stauträchtigen Strecke nach Worms unser Hotel schon gegen 10 Uhr. Das Abladen unserer wertvollen Ladung erfolgt wie immer routiniert, jeder Handgriff sitzt. Die Fahrzeuge werden einstweilen in der Tiefgarage geparkt und wir versammeln uns auf dem Wendehammer hinter dem Hotel. Nach kurzer Lagebesprechung starten wir zu unserer ersten Tour, die uns nach Bad Dürkheim führen soll. Wir verlassen Worms in östlicher Richtung bei noch leicht frischen Temperaturen. Zunächst verläuft die Strecke fast eben, die leichten Steigungen bis Grünstadt liegen unter 2% und sind kaum zu spüren.

Aber mit der Annäherung an den Pfälzer Wald nehmen die Anstrengungen zu. Doch mit dem Erreichen unseres Tageszieles sind die meisten Höhenmeter bereits abgearbeitet. Wir machen halt am Bad Dürkheimer Riesenfass, dem mit 1.7 Millionen Litern Volumen größten Fass der Welt, allerdings nur gefüllt mit Luft. Ein Fass dieser Größe ist praktisch nicht dicht zu bekommen und würde befüllt unter seinem Eigengewicht zusammenbrechen. Für eine kleine Stärkung schwärmen wir in die nahegelegene Innenstadt aus und treffen uns knapp 90 Minuten später für die Rückfahrt.

Nach der Mittagspause machen wir uns gestärkt auf den Rückweg. Nur wenige Kilometer weiter erreichen wir das hübsche Städtchen Freinsheim. Diese kleine 5000 Einwohner zählende Stadt darf sich immerhin staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort nennen. Eine Rundfahrt entlang der gut erhaltenen Stadtmauer zwingt uns einige Male zum Absteigen, so schmal sind hier die Gassen. Natürlich nutzen wir die beschauliche Kulisse um unseren Nachmittagskaffee einzunehmen.

Weiter geht es an größtenteils schon abgeernteten Feldern vorbei und unter der A61 hindurch Richtung Frankenthal. Diesen Ort lassen wir erst mal rechts liegen, er kommt erst am Sonntag an die Reihe. Schließlich drehen wir nach Norden ab und halten Ausschau nach dem Wormser Dom, doch trotz völlig ebener Topografie lässt er sich erst spät blicken. Es ist schon fast 17:30 als wir das Hotel Asgard erreichen. Wir machen uns frisch und freuen uns auf das Abendessen, denn wir haben Halbpension gebucht. Aber manchmal kommt es anders als man denkt . . .

Unsere 25 Radler waren nach einer anspruchsvollen Tour nach Bad Dürkheim zurück im Hotel um ihr Abendessen zu genießen. Wir hatten Halbpension gebucht und aus dem reichhaltigen Angebot des Caterers schon vor Wochen in einer groß angelegten Befragung der Reiseteilnehmer eine Menüfolge für die beiden Abende zusammengestellt. Beim Erscheinen im Speiseraum des Hotels machte uns leider die Rezeption darauf aufmerksam, dass der Caterer noch nicht eingetroffen und auch nicht erreichbar war. Kein Grund für uns nicht einstweilen etwas gegen unseren Durst zu unternehmen. Doch wenige Minuten später wurde uns mitgeteilt, dass der Caterer einen Unfall hatte. Ob Wahrheit oder Fake News, wir wissen es bis heute nicht. Jedenfalls hatte die Hotelleitung die Zeit offenbar genutzt um uns eine Alternative zu bieten. So fuhren kurz darauf an die sechs Taxen vor, die uns zügig zum ‚Brauhaus Zwölf Apostel‘ brachten. Dort war bereits eine lange Tafel für uns vorbereitet und gedeckt. Der Name des Brauhauses war Programm, und so landeten angesichts der etwas übersichtlichen Speisekarte, bei den meisten von uns ein ‚Apostelschnitzel‘ auf dem Teller. Zum Ausgleich gab es ein Freigetränk und zum Nachtisch Marillenknödel. Die Stimmung hätte kaum besser sein können und letztlich waren wir alle mit der unerwarteten Abwechslung sehr zufrieden.

SAMSTAG  1. September 2018
RADTOUR nach GERNSHEIM

 

Abfahrt um 9:30 an den Mülltonnen heißt es für den Samstagmorgen. Durch den morgendlichen Verkehr bahnt sich eine lange Schlange von 25 Radlern ihren Weg durch die Wormser Innenstadt. Dass zur gleichen Zeit in Worms das traditionelle Backfischfest stattfindet, macht es für uns nicht gerade leichter. Aber dann taucht er endlich auf, der markante Nibelungenturm auf der gleichnamigen Rheinbrücke, die uns nach Hessen führt. Auf der rechten Rheinseite angekommen bläst uns ein heftiger Wind aus Norden entgegen. Macht nichts, dafür ist es flach. Nach wenigen Kilometern taucht am Horizont das AKW Biblis auf, zwei Druckbehälter und vier Kühltürme in einer sonst eher kargen Landschaft. Wir nehmen Kurs auf das AKW, wohl wissend, dass die Anlage seit März 2011 außer Betrieb ist. Unmittelbar davor stehend werden die gigantischen Ausmaße dieser Anlage erst richtig deutlich. Weiter geht’s zu unserem Tagesziel Gernsheim. Nach einer kleinen Rundfahrt durch die Stadt, die sich auch gerne Schöfferstadt (ein Mitarbeiter von Johannes Gutenberg) nennt wird es Zeit für eine kleine Stärkung. Am Hafen der Stadt gibt es eine Vielzahl von Restaurants und Imbissbuden, so dass jeder von uns etwas Passendes findet. Bei herrlichem Spätsommerwetter betreten wir um Punkt 13:00 die Rheinfähre ‚Helene‘, die uns wieder zurück in die Pfalz bringt.

Sicher auf der linken Rheinseite angekommen beginnt unsere Rückfahrt nach Worms. Bei Rheindürkheim machen wir eine Pause um den Blick auf Deutschlands wichtigste Wasserstraße zu genießen. Im Gegenlicht der Sonne glitzert das Wasser und die Strände auf der gegenüberliegenden Seite laden beinahe zu einem Bad ein.
Wenig später erreichen wir schon die Wormser Rheinpromenade, wo sich ein Café an das andere reiht. Natürlich nutzen auch wir die Gelegenheit für einen Cappuccino. Schon gegen 15:30 sind wir zurück im Hotel um eine gute Stunde später erneut auf die Fahrräder zu steigen. Die Stadtführung durch Worms findet auf dem Sattel statt und wir teilen uns in zwei Gruppen auf um den Verkehr in der Stadt nicht vollends zum Erliegen zu bringen. Wir machen halt am Dom, der alten Stadtmauer, dem Lutherdenkmal, der Martinskirche, der Synagoge, dem Judenfriedhof und einigen Bauwerken im typischen Nibelungenstil. Die Stadt hat wirklich viel zu bieten. Nach ungefähr der halben Distanz trafen sich beide Gruppen, da die eine mit und die andere gegen den Uhrzeigersinn unterwegs war.
Ein erlebnisreicher Tag geht zu Ende und der Vollständigkeit halber sei auch erwähnt, dass an diesem Abend mit der Halbpension alles geklappt hat. Das 3-Gänge Menue im Hotel hat uns allen vorzüglich geschmeckt.

SONNTAG   2. September 2018
RADTOUR nach LUDWIGSHAFEN

 

Die letzte Tour unseres Jahresausfluges führt uns nach Ludwigshafen. Eine Stadtdurchfahrt durch Worms bleibt uns diesmal erspart, denn wir verlassen die Stadt in südlicher Richtung. Wir fahren durch den Stadtpark und erreichen nach wenigen Kilometern eine idyllische Seenlandschaft. Der größte davon ist der Silbersee, der uns eine traumhafte Kulisse für ein Gruppenbild liefert.
Als nächstes erreichen wir Frankenthal, wo wir einen kurzen Fotostopp im Stadtzentrum einlegen, bevor wir am Speyerer Stadttor vorbei die Fahrt fortsetzen.
Glücklicherweise reißt die Bewölkung etwas auf, als wir ins Zentrum von Oggersheim gelangen. Dass wir an der Eisdiele Adria nicht so einfach vorbeifahren können, dürfte inzwischen niemanden mehr überraschen. Da wir schon in Oggersheim sind steht auch ein Besuch von Helmut Kohls letztem Wohnsitz auf dem Programm. Aber außer der Aufschrift auf dem Briefkasten erinnert hier nichts mehr an den Altkanzler.
Im Ludwigshafener Stadtteil Friesenheim stoßen wir auf die ausgedehnten Industrieanlagen der BASF, die uns bis zur Rheinbrücke begleiten.

Über die Rheinbrücke gelangen wir nach Mannheim und sind nun reif für die Insel. Die Friesenheimer Insel war früher Teil des Ludwigshafener Stadtteils Friesenheim und wurde in den Jahren 1827-40 infolge einer Rheinbegradigung abgetrennt und wird nun vom Rhein, einem Altrheinarm sowie dem Neckar umschlossen. Wir begleiten den Neckar auf seinen letzten Kilometern bevor sich sein Wasser mit dem Rhein vermischt. Wenig später verlassen wir die Friesenheimer Insel auf einer urigen Fähre, die an einer Stahlkette gezogen wird und erreichen damit den Mannheimer Stadtteil Sandhofen. So langsam fangen unsere Mägen wieder an zu knurren und so machen wir ein letztes Mal einen Halt im Restaurant ‚Zum Fährhaus‘, das idyllisch am Lampertheimer Altrhein liegt. Es liegen nur noch 10 km Strecke vor uns und von weitem sieht man schon den Nibelungenturm auf der gleichnamigen Brücke, die wir nun ein letztes Mal passieren.

Das Verladen der Räder verläuft genauso routiniert wie bei der Ankunft und viele von uns beschäftigen sich schon längst mit der Frage „wo es wohl im nächsten Jahr hingehen wird“. Denn eines ist sicher. Am 06. September starten wir wieder zum Jahresausflug 2019.


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