Tourbericht 2014 : SPEYER

Jahresausflug vom 5. bis 7. September 2014



Freitag 5.September 2014

1. Tour : von Speyer nach Heidelberg und zurück       62 km

Pünktlich um 08:30 versammeln sich bei herrlichem Wetter alle 22 Teilnehmer des Jahresausfluges nach Speyer auf dem Parkplatz am Rathaus. Es sollte sich später noch herausstellen wie glücklich die Entscheidung war, den Ausflug wegen der venezianischen Messe um eine Woche vorzuverlegen. Nach der Begrüßung und letzten Hinweisen zur Anfahrt durch die Reiseleitung setzt sich  die Kolonne bestehend aus 7 Fahrzeugen in Bewegung.

Unterwegs hat Reinhold ein letztes Mal die Möglichkeit sich von der Vollständigkeit der Fahrräder zu überzeugen, wird er doch wie immer von allen überholt. So trudelten denn alle Teilnehmer zeitlich ein wenig versetzt am Hotel 1735 ein, deponierten ihr Gepäck an der Rezeption und laden die Fahrräder am Parkplatz des Hotels ab. Die über die Jahre erworbene Routine macht es möglich, das wenige Minuten später die gesamte Gruppe bereit zur Abfahrt ist. Das Tagesziel ist Heidelberg, das Wetter zeigt sich sonnig, ein wenig dunstig zwar aber das sollte sich noch ändern. Soeben in der Pfalz angekommen radeln wir nun in die gleiche Richtung aus der wir gekommen waren. Also über die Rheinbrücke ein Stück längs der Landstraße nach Hockenheim und dann rechts in die Felder. Erster kurzer Stopp im Insultheimerhof, einer kleinen Weiler, deren Ursprünge bereits auf das 6. Jahrhundert zurückgehen. Kurz darauf erreichen wir Hockenheim, ein gepflegter Radweg führt durch ausgedehnte Parkanlagen um das Zentrum herum. Wir passieren die Parkplätze, die nur bei Veranstaltungen auf dem Ring gefüllt sind. Nach unterqueren der A6 werden wir durch infernalischen Motorenlärm daran erinnert, dass hier auch zwischen den Rennen immer was los ist. Am Ende des Ringes ein weiterer Halt an einer Gedenkstätte für Jim Clark, der genau an dieser Stelle im Jahre 1968 einen tödlichen Unfall hatte.
Inzwischen ist es so warm, dass sich die meisten Radler ihre langen Hosen entledigt haben. Auf den nächsten 8 km genießen wir die Ruhe des Schwetzingen Hardts.

Nach dem Verlassen des Schwetzingen Hardts unterqueren wir die A5 und nehmen Kurs auf Heidelberg. Während sich dahinter bereits die Ausläufer des Odenwaldes auftürmen ist es hier so flach wie auf einem Estrich. Die Einfahrt nach Heidelberg gestaltet sich indes schwierig. Schmale Radwege, häufige Seitenwechsel und natürlich die vielen Ampeln. Diese mit 22 Radlern bei einer Grünphase zu überqueren – unmöglich. Dann erreichen wir endlich die Altstadt und wechseln zuerst die Neckarseite und radeln die Uferpromenade flussaufwärts zur ‚Alten Brücke‘. Von dort genießen wir den Blick auf die Altstadt und das Schloss, das wegen des Hochnebels und des Gegenlichtes in einer märchenhaften Kulisse erscheint. So nun wird’s aber Zeit für eine kleine Mittagspause. Noch ein paar Gassen durch die Altstadt hindurch und wir erreichen den Marstall und das Zeughaus, in denen heute die studentische Mensa untergebracht ist. In dem schönen Innenhof lässt sich herrlich verweilen und auf der reichhaltigen Speisekarte findet jeder für kleines Geld etwas Passendes.

Die Ausfahrt aus Heidelberg gestaltet sich dank einer langen Fahrradstraße problemlos. Es geht weiter durch Pfaffengrund und Plankstadt und wir erreichen gegen 15:00 Schwetzingen. Leider haben wir nur eine gute Stunde Zeit um den wunderschönen Schlossgarten zu besichtigen, bei einer Größe von 70 ha ein schier unlösbares Unterfangen. Aber Schwetzingen ist nicht weit weg und sicher ein lohnendes Ziel für einen Wochenendausflug.
Soviel Laufen sind wir nicht gewohnt und deshalb sind wir froh wieder auf unserem geliebten Sattel Platz zu nehmen. Nächster Halt ist Ketsch auf einer Brücke die zur Ketscher Rheininsel führt. Leider ist dieser Weg eine Sackgasse und wir radeln weiter in Sichtweite der frisch gestrichenen Autobahnbrücke dem Ende unserer erster Tour entgegen.

Bei der Fahrt über die Rheinbrücke genießen wir die schöne Aussicht auf Speyer und den Dom. Wir fahren noch ein Stück die Rheinpromenade entlang und erreichen schließlich unser Hotel. Im Innenhof eines Nebengebäudes finden unsere Räder ihr Quartier für die Nacht, während wir unsere Hotelzimmer beziehen und uns für den Abend schön machen. Gemeinsamer Abmarsch um 18:55 zum Abendessen. Nach einem 50 m langen Gewaltmarsch erreichen wir pünktlich das Gasthaus ‚Zum Anker‘, wo für uns ein Tisch reserviert ist.

Die Speisekarte ist gespickt mit Pfälzer Köstlichkeiten. Ganz oben auf der Liste der Gaumenfreuden steht dabei die Pfälzer Dreifaltigkeit, bestehend aus einer Scheibe Saumagen, Leberknödel und einer groben Bratwurst. Lässt man den Saumagen weg, wird daraus ein ‚Schiefer Sack‘. Dazu noch ein Ankerbräu, Radler was willst Du mehr.
Weil es draußen noch sehr warm ist setzt sich ein Teil von uns noch in den Biergarten bis so langsam die Bettschwere einsetzt.

Samstag, 6. September 2014

2. Tour :   von Speyer nach Neustadt an der Weinstrasse  und zurück       60 km

Am Samstag brechen wir zu unserer zweiten Tour nach Neustadt auf. Gleich zu Anfang ist der Anstieg auf den Domhügel zu bewältigen und wegen einer Baustelle auf der Maximilianstraße geht es weiter mit einer unfreiwilligen Stadtrundfahrt. Bald darauf tauchen wir ein in den Dudenhofener Wald. Die Sonne scheint bereits und die Waldwege, die zum Palatia Radweg gehören, sind sehr gut zu befahren. Die Strecke orientiert sich im wesentlichem am Verlauf des Speyerbaches, der aus dem Pfälzer Wald kommend, in Speyer in den Rhein mündet.
Wir passieren einen Friedwald, fahren am Hasslocher Freizeitpark vorbei und verlassen vor Speyerdorf den Wald. Nach einem informativen Stopp am Speyerbach radeln wir weiter durch den hübschen Ort. Eine Umleitung über die A65 zwingt uns zu einer kurzfristigen Routenänderung wenige km vor dem Ziel. In Neustadt angekommen heißt es dann absteigen und die Räder durch die stark bevölkerte Fußgängerzone schieben. Wegen des Wochenmarktes stellen wir unsere Räder an der Stiftskirche ab. Ausgerüstet mit einem kleinen Stadtplan machen wir uns in kleinen Gruppen zu einer Stadtbesichtigung auf.

Neben den üblichen Sehenswürdigkeiten gehört zu den Hauptattraktionen der Elwedritsche Brunnen. Bei dem Elwedritsch handelt es sich um ein Pfälzer Fabeltier, das Elemente einer Ente, eines Huhnes, eines Raben sowie einer Elfe in sich vereint. Das Motiv dieses Wesens ist in vielfältiger Weise in dem Brunnen dargestellt und mit lustigen Wasserspielen animiert. Nach einer kleinen Stärkung treffen wir uns um 13:00 zur Rückfahrt nach Speyer.

Wir verlassen Neustadt und kommen an die Bahnstrecke, die von Neustadt nach Bad Dürkheim führt. Ein unbeschrankter Bahnübergang mit einem dreigliedrigen Drängelgitter auf beiden Seiten. Bis 21 Radler so ein Hindernis passieren, das dauert. Plötzlich das Pfeifen eines herannahenden Zuges! Nur keine Panik, wir räumen die Gleise und der Zug rauscht an uns vorbei. Noch mal Glück gehabt! Weiter geht es über endlose Felder, auf denen in der Ebene sogar Wein angebaut wird. Wir erreichen schließlich Haßloch und machen nach einer langen Ortsdurchfahrt einen kurzen Fotostopp am ältesten Haus der Stadt.
Weiter geht es durch Iggelheim und danach wieder in den Wald, recht angenehm angesichts der hohen spätsommerlichen Temperaturen. Gegen 15:30 erreichen wir wieder unser Hotel in Speyer und haben so noch genügend Zeit uns aufzufrischen und ein wenig die Beine zu vertreten bis zur Stadtführung um 17:00. Pünktlich erwartet uns die Stadtführerin im Eingangsbereich des Domes. Hier ist es angenehm schattig, doch gleich geht es hinaus zur Westseite des Domes in die pralle Sonne. Wir erfahren viel über den Dom und die Geschichte der Stadt, und da unsere Stadtführerin zufällig Grimm heißt, darf auch ein Märchen nicht fehlen.


Weiter geht es hinunter in die Altstadt, zum Magdalenenkloster und am Speyerbach entlang zum Fischmarkt. Den Abschluss der Führung bildet ein Besuch der Synagoge und des Ritualbades Mikwe. Nach fast 2½ Stunden sind wir erschöpft und haben doch noch lange nicht alles gesehen. Doch es wird Zeit fürs Abendessen. Nach einem kleinen Fußmarsch zum Rhein erreichen wir das Gasthaus ‚Alter Hammer‘ mit seinem schönen Biergarten. Wir haben Glück, dass dort noch eine lange Tischreihe für uns aufgestellt wird. Ein langer geselliger Abend bildet den Abschluss des zweiten Tages, morgen brechen wir auf zur letzten Tour nach Ludwigshafen.

Sonntag, 7. September 2014

3. Tour :  von Speyer nach Ludwigshafen am Rhein und zurück      66 km

Am Sonntag brechen wir zu unserer letzten Tour nach Ludwigshafen auf. Wir fahren ein Stück unterhalb des Rheindammes entlang, es ist noch dunstig um diese Tageszeit. Nach Unterquerung der A61 fahren wir an zahlreichen Seen vorbei, der Weg ist von Wochenendhäusern gesäumt. Nun gelangen wir in den Ort Otterstadt, in dem es zwei hübsche Brunnen zu sehen gibt. Erster Halt ist am Otterditschen Brunnen, in dem das Motiv des Otters sehr humorvoll aufgegriffen wird. Nur ein paar Straßen weiter ist der Zwickelspitzer Brunnen zu bestaunen. Spickelspitzer ist der Uzname der Otterstädter und geht auf eine Anekdote zurück, wonach ein Betrüger den Otterstädtern eine Bahnlinie nebst Bahnhof in Aussicht gestellt hat und ihnen dabei eine größere Vorabinvestition abverlangte.

Gleich danach folgt ein kleiner Abstecher an den Otterstadter Altrhein mit Blick auf die Leberwurstinsel. Immer am Rhein entlang, den man leider wegen des Deiches selten zu Gesicht bekommt, geht es weiter vorbei an Altrip und schließlich erreichen wir die Ausläufer von Ludwigshafen. Im Gegensatz zu Heidelberg gestaltet sich hier die Fahrt ins Zentrum der Stadt völlig problemlos und fahrradfreundlich. Über den Berliner Platz erreichen wir den Rhein. Die Promenade wurde in den letzten Jahren völlig umgestaltet, und auf dem Gelände des ehemaligen Hafens und Zollhofes wurde 2010 das Einkaufszentrum Rheingalerie eröffnet.
Wir machen dort unsere Mittagspause, vertreten uns ein wenig die Beine und genießen bei einer kleinen Mahlzeit den Blick über den Rhein auf die Mannheimer Seite.

Genau dorthin gelangen wir auf der Rückfahrt. Der Bereich südlich der Rheinbrücke ist ein beliebtes Naherholungsgebiet und bei dem sonnigen Wetter stark frequentiert. Weiter geht es durch ein ausgedehntes Waldgebiet bis wir schließlich den Rheinauhafen erreichen, einer von insgesamt 4 Mannheimer Häfen. Bei einem Halt auf einer Brücke über das Becken 1 lassen wir die ausgedehnte Industrielandschaft auf uns wirken.     

Am Hafenbecken II vorbei geht unsere Tour weiter durch Rohrhof und zwischen zwei Seen hindurch erreichen wir schließlich wieder den Rhein. Von weitem sehen wir schon die Fähre mit der wir auf die Kollerinsel übersetzten wollen. Wir erreichen gleichzeitig mit der Fähre die Anlegestelle und verteilen uns sogleich auf dem gut gefüllten Deck. Wenige Minuten später erreichen wir die Kollerinsel, die eigentlich nur eine Halbinsel ist. Wir sind schon wieder hungrig und da trifft es sich gut, dass im Restaurant Kollerinsel für uns Plätze reserviert sind. Unter einem Partyzelt nehmen wir Platz und genießen bei einem Stück hausgemachten Kuchen den Blick auf die Rheinwiesen, auf der sich ein paar Storchen niedergelassen haben.

Doch spätestens als Peter das Wort ergreift um sich bei Reinhold und Monika für die Organisation des Jahresausfluges zu bedanken, wird klar, dass unser Ausflug dem Ende entgegen geht. Noch sind es rund 10 km zu radeln, vorbei an einigen Badeseen um dann von Norden nach Speyer zu gelangen. Immer den Dom vor Augen erreichen wir die Parkplätze, verladen sorgfältig unsere Fahrräder und fahren zurück nach Remseck.

Bei dieser Gelegenheit möchten wir es nicht versäumen uns bei den vielen Autofahrern zu bedanken, die oftmals dem Tourenleiter und einer kleinen Vorhut die Vorfahrt gewährten, nicht ahnend, dass ihnen noch eine nicht enden wollende Schlange an Radfahren folgte. Zum Glück verfügen heute viele Fahrzeuge über Stopp-Start Systeme, genau zu diesem Zweck hat man sie entwickelt.
Wir haben viel erlebt an diesen drei Tagen, sind zusammen genau 3922 km geradelt und hatten nur einen Plattfuß und einen Speichenbruch zu beklagen. Wir freuen uns schon auf den nächsten Jahresausflug, wenn es wieder heißt: ‚Wir sind dann mal weg‘.

zu den Fotos von der Tour nach Speyer

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