TOURBERICHT vom JAHRESAUSFLUG  2008  nach  ROTHENBURG o.d.  TAUBER


5. bis 7. September 2008 

1.Teil :
Los ging's am Freitag, 05. September in aller Frühe. Für 7.00 Uhr war die Abfahrt vom Lidl-Parkplatz geplant, allerdings machte uns da unser Busfahrer einen kleinen Strich durch die Rechnung. Er kam etwas verspätet an und war doch sehr erstaunt, wie lange es dauert über 20 Räder in den Anhänger einzuladen. So machte der Bäcker noch ein gutes Geschäft, weil sich fast jeder noch eine Butterbrezel besorgte. Das Gepäck war verstaut, die Räder ebenfalls, der Busfahrer war schon ganz geschafft von der ersten Anstrengung des Tages, wir konnten uns auf den Weg machen.
Wohl noch mit den Gedanken im Fahrradanhänger übersah der Fahrer gleich mal eine rote Ampel. Mussten wir uns Sorgen um unsere Sicherheit machen? Nein, mussten wir nicht. Nach kurzem Raunen im Bus war auch der Fahrer wieder voll bei der Sache und erwies sich als erfahrener Busfahrer, der uns in einer ruhigen, problemlosen Fahrt sicher nach Rothenburg o. d. T. brachte. Rothenburg war der Start für unsere geplanten drei Radtouren. Zunächst wurde aber das Gepäck noch ins Hotel verfrachtet, die Zimmer wurden allerdings erst abends nach Rückkehr von unserer ersten Tagestour bezogen.
Wir hatten uns einiges vorgenommen, was das Radeln anging. Schließlich waren wir rund um die Frankenhöhe unterwegs und das war ein ständiges Auf und Ab. Unsere Freitagstour begann allerdings mit einer rasanten Abfahrt hinunter ins Tal an die Tauber (und Rothenburg liegt weit oben! - mussten wir diesen Weg womöglich wieder rauf?). Darüber machten wir uns jetzt noch keine Gedanken, sondern radelten zunächst gemütlich an der Tauber entlang Richtung Weikersheim. Das Wetter kam übrigens anders als gedacht, es war viel besser als vorhergesagt und so kam der eine oder andere schon bald mächtig ins Schwitzen. Bald schon machte sich die erste Panne bemerkbar und Bernhard hatte wirklich Glück, dass zunächst noch keine großen Steigungen in Sicht waren. Der Schaltzug seines Rades war gerissen und er konnte nicht mehr auf viele Gänge zurückgreifen. Wir hielten Ausschau nach einer Fahrradwerkstatt, konnten aber keine finden. So inspizierten unsere Radler bei der nächsten Vesperpause mal ihre Radtaschen und siehe da, es wurde doch tatsächlich ein Schaltzug gefunden. Unter der Anleitung vieler Fachmänner begann die Reparatur, der Zug war eingebaut, doch jetzt fehlte eine Schraube...


2. Teil :

Wenn einer eine Reise tut . . . .
. . . geht schon mal 'ne Schraube verloren. Diese wurde trotz intensiver Suche auch nicht wieder gefunden. So wurde die Fahrt halt ohne die Schraube fortgesetzt. Es funktionierte zwar alles, optimal war es aber nicht. Und wie es der Zufall so wollte, hatte da einer kurz vor Weikersheim direkt am Radweg einen Radgeschäft mit Werkstatt platziert. Also nichts wie rein und die Sache noch einmal vom Fachmann richten lassen. Jetzt noch ein paar Meter und wir hatten fast die Hälfte unserer Tagestour hinter uns. Dafür belohnten wir uns mit Kaffee und Kuchen und Eis und... auf dem Marktplatz in Weikersheim, einem der herrschaftlichsten Plätze der Region und dem Herzstück dieser schönen Stadt. Ein weiteres Highlight dieser Stadt ist natürlich das Renaissanceschloss mit seinen mächtigen Ziergiebeln und Türmen, welches Graf Wolfgang II. v. Hohenlohe im 16. Jahrhundert auf den Fundamenten einer alten Wasserburg erbauen ließ.
Für die Rückfahrt nach Rothenburg gab es zwei Alternativen. Entweder wieder zurück entlang der Tauber für diejenigen, die es nicht so anstrengend haben wollten. Oder etwas sportiver über die Hügel der Landschaft. Nachdem aber klar war, dass auch der Weg durch das "Liebliche Taubertal" sich nicht immer lieblich zeigte, entschlossen sich alle für die Hügel. Die herrliche Landschaft und das tolle Wetter entschädigten für den Kampf mit einigen Anstiegen bis nach Schrozberg.


Von dort ging es relativ eben Richtung Rothenburg. Wir waren jetzt weit oben. Rothenburg lag auch weit oben. Nur dazwischen lag die Tauber. Das was am Morgen mit der rasanten Abfahrt begann, endete jetzt mit eben diesem Anstieg. Nach 80 teilweise anstrengenden Tageskilometern freuten wir uns auf unser Hotelzimmer, eine entspannende Dusche und auf einen gemütlichen Abend. Allerdings blieb uns gar nicht so viel Zeit, denn unser Programm war noch nicht zu Ende. Um unseren Radlern ein unvergessliches Rahmenprogramm bieten zu können, haben wir natürlich keine Kosten und Mühen gescheut und für den Freitag Abend noch ein gigantisches Ereignis bestellt. Zunächst ließen wir uns jedoch im Hotel das leckere Essen schmecken . . . .

3. Teil :
Nach einer wunderschönen Radtour, dem Zimmerbezug und einem leckeren Essen im Hotel war der erste Tag ja noch lange nicht zu Ende. Das Rahmenprogramm ging jetzt erst richtig los und der Höhepunkt des Tages stand uns noch bevor. Bei milden Temperaturen machten wir uns auf Richtung Rathaus. Das hatten vor uns schon viele andere Menschen getan - alles Besucher der Reichsstadt-Festtage, die an diesem Wochenende stattfanden. Während dieses Historienfestes wird die ganze Geschichte der alten Reichsstadt nachgespielt. Jedes Jahrhundert ist mit seinen Trachten und Kostümen, aber auch mit seinen besonderen Eigenheiten präsent. Man trifft auf die Ritterschar, den königlichen Schützen oder auf einen mittelalterlichen Bauernhaufen. Nach dem großen Fackelzug der Historiengruppen zum Marktplatz bildete das historische Rathaus mit seinen Arkaden die Kulisse für ein faszinierendes Fassadenfeuerwerk mit Musik. Das war wirklich ein eindrucksvolles Erlebnis, das alle begeisterte. Ganz zu Ende war unser erlebnisreicher Tag noch nicht. Es war noch so warm, dass wir noch bis in die Nacht hinein draußen sitzen und bei einem guten Viertele den Tag ausklingen lassen konnten - in der Hoffnung, dass auch morgen die Sonne scheinen würde . . .

4. Teil :
Ein Blick in den morgendlichen Himmel verriet, dass wir bei Sonnenschein zur nächsten Tour am Samstag starten konnten. Zwar waren die Temperaturen recht frisch, aber wir hatten ja noch etwas Zeit, zunächst wartete das Frühstücksbuffet auf uns. Wir stärkten uns also gut für diesen Tag und weil die Einkehrmöglichkeiten etwas rar waren auf unserer Tour (da ahnte noch niemand etwas von den genialen Torten), durften wir uns sogar ein Vesper vom Buffet mitnehmen.
Rund um die Frankenhöhe gibt es den Radschmetterling. Dieser besteht aus vier Touren (Flügeln) mit einer Länge von jeweils ca. 70 km. Unsere Flügel führte uns über Gebsattel, Diebach, Rot am See, Blaufelden und Schrozberg wieder nach Rothenburg. Die Runde startete recht gemütlich, ohne große Anstiege.
Der erste Biergarten kam viel zu früh, den mussten wir links liegen lassen. Dann begann es langsam hügelig zu werden, wir mussten wieder ordentlich in die Pedale treten und der Himmel wechselte nach und nach seine Farbe. Aus dem herrlichen Blau wurde nun grau, über unseren Köpfen bildeten sich dicke Regenwolken. Die ersten Tropfen fielen und die Regenjacken durften an die frische Luft. Der Regen wurde immer heftiger, so half alles nichts, wir mussten Schutz suchen. Diesen fanden wir unter großen Bäumen am Waldrand, was wiederum eine gute Gelegenheit zum Vertilgen unserer Vesperbrote war. Dann ein kleiner Lichtblick am Himmel und ein erster Versuch, die Tour fortzusetzen. Doch ehe alle auf den Rädern saßen, kam schon der nächste Guss. Irgendwann mussten wir jedoch erkennen, dass die Chance auf Wetterbesserung momentan nicht gegeben war und wir stürzten uns in die Fluten. Tatsächlich kamen wir aber doch nur bis zum nächsten Bushaltestellenhäuschen und flüchteten wieder ins Trockene. Einige fanden Unterschlupf auf einem Bauernhof und wollten auch gar nicht mehr weg (gab's da vielleicht a Schäpsle?).
Petrus kam doch noch zu der Einsicht, dass es sich ohne Regen besser radelt, Gott sei Dank war es nicht kalt und so waren alle Klamotten schnell wieder getrocknet. Jetzt hatten alle Lust auf eine schöne heiße Tasse Kaffee. Aber die Gastronomie auf der Strecke ließ sehr zu wünschen übrig. In Blaufelden lag dann doch direkt am Radweg ein kleines Cafe. Es wirkte zwar nicht soo einladend, aber wir entschlossen uns trotzdem zur Einkehr. Mittlerweile eignete sich das Wetter sogar wieder zum draußen Sitzen. Der Wirt, ein junger Mann, konnte sein Glück wohl nicht fassen und strahlte über das ganze Gesicht, bei so viel unverhoffter Kundschaft. Zügig wurden wir mit Kaffee und Cappucchino versorgt und für die, die hungrig waren, gab es die wohl leckersten Torten weit und breit. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus, was dieser junge Tortenbäcker so alles aus seiner Küche hervorzauberte.
Und da soll einer sagen, dass das Radeln bei Regen keinen Spaß macht. Von wegen - ohne Regen wären wir wahrscheinlich hier nicht eingekehrt! Ob es sich nach dieser Einkehr leichter radelte...., aber irgendwie sahen alle ganz glücklich aus. Weiter ging die Fahrt, wir hatten noch ein ganzes Stück vor uns . . .


5. Teil :
Die Torten waren vertilgt und wir hatten noch einige Kilometer vor uns. Das war auch gut so, schließlich mussten die Kalorien wieder weggestrampelt werden. Dazu hatten wir im hügeligen Gelände auch jede Menge Gelegenheit, das Wetter machte auch keine Schwierigkeiten mehr und so bewältigten wir ohne Probleme unsere zweite 70 km lange Tagesetappe. Wir durften am Schluss auch wieder in rasanter Fahrt ganz nach unten an die Tauber fahren, um anschließend wieder den Anstieg rauf nach Rothenburg zu bewältigen. Es blieb genügend Zeit, um uns auf das Abendprogramm vorzubereiten, das natürlich mit einem guten Essen im Hotelrestaurant begann. Auch für diesen Abend hatten wir am Rahmenprogramm nicht gespart und etwas Musik zum Abendessen bestellt. Im Rahmen der Reichsstadt-Festtage zogen Musiker in alten Gewändern von Ort zu Ort und die Fanfare, die uns geboten wurde, war nichts für empfindliche Ohren.


Nächster Programmpunkt nach dem Essen war eine Führung durch die Stadt mit dem Nachtwächter. Zwar regnete es in der Zwischenzeit ziemlich stark und nicht alle waren begeistert bei dem Gedanken, das Hotel noch einmal verlassen zu müssen. Am Ende gingen aber doch alle mit. Eingehüllt in Regenjacken und bewaffnet mit geliehenen hoteleigenen Regenschirmen musste auch keiner nass werden. Am Ende waren sich alle einig, dass sich der Gang durch die Stadt durchaus gelohnt hatte, denn der Nachtwächter wusste so manche interessante Geschichte zu erzählen. An manchen Stellen unterbrach der Nachtwächter seine Erzählungen, damit wir das imposante Feuerwerk "Taubertal in Flammen" bestaunen konnten. Dieses Feuerwerk erinnert an den Dreißigjährigen Krieg, denn auch dieser gehört natürlich zur Geschichte der Stadt. Wenn am Samstag Abend das Taubertal durch das Feuerwerk erleuchtet wird, soll dies an die brennende Stadt im Jahr 1631 erinnern. Alles in allem ein gelungener Abend, der gemütlich im Hotel zu Ende ging. Mal sehen, was das Wetter am Sonntag macht...

6. Teil :
Ein Blick in den morgendlichen Himmel ließ am letzten Tag ( Sonntag ) unserer 3-Tages-Tour keine so rechte Radelstimmung aufkommen. Es regnete und so wurde erste einmal gemütlich gefrühstückt. Bei einigen ließ das Radler-Outfit allerdings darauf schließen, dass auf jeden Fall noch geradelt wird, andere wiederum hatten sich schon voll und ganz auf einen Tag im "Städtle" eingestellt. Die Wetterlage wurde regelmäßig mit einem Blick vor die Hoteltüre geprüft und tatsächlich hörte der Regen auf und eine kleine Gruppe trat in die Pedale. Mit 45 km war die Tour kürzer als an den beiden Tagen zuvor, aber für die Wetterlage genau richtig. Der Rest der Truppe verteilte sich in Rothenburg und genoss das bunte Treiben der Reichsstadt-Festtage.


Und da gab es wirklich einiges zu sehen, denn es warteten ca. 20 historische Gruppen auf die Besucher. Da gab es eine Kurzeinweisung in die Tänze der Renaissance, der Umgang mit der Armbrust konnte probiert werden oder das Töpfern erlernt werden. Es kam also keine Langeweile auf. Käthe Wohlfahrts Weihnachtsschmuck durfte auch nicht fehlen und so konnten wir auch schon im September ein bisschen Weihnachtsstimmung üben. Ein Spaziergang auf der Stadtmauer eröffnete völlig neue "Einsichten" in und über die Stadt, da wurde auch schon mal ein nettes Cafe entdeckt, das es dann auch gleich auszuprobieren galt. Auch die Radler waren rechtzeitig genug wieder von der Tour zurück, um das Fest noch genießen zu können. Später versammelten sich alle wieder am Hotel, es blieb noch Zeit für eine Tasse Kaffee und einen Plausch über die Erlebnisse des Tages. Dann hieß es Abschied nehmen, der Bus holte uns um 18.00 Uhr in Rothenburg wieder ab. Das Gepäck und die Räder wurden im Bus verstaut und es ging heimwärts. Es war wieder eine sehr schöne, abwechslungsreiche Tour, nicht ganz so aufregend wie im Jahr zuvor und Gott sei Dank auch nicht mit so vielen unvorhergesehenen Zwischenfällen. Wir sind gespannt, was uns in diesem Jahr erwartet.

© ADFC BW 2020

Erhalten Sie schon unseren Newsletter?
Es hat sich was an Ihren Kontaktdaten geändert?

Dann aber schnell!

 

Microblogging Twitter
Ab sofort zwitschert Ihnen der ADFC Neuigkeiten rund um Radfahren, Radreisen, Radverkehr und Veranstaltungen im Twitter-Netzwerk [mehr]

Termine & Touren

 

Wissen was wichtig ist

Schon bemerkt? Mit dem RSS-Feed können Sie sich die neuesten Infos vom ADFC-Landesverband und den Kreisverbänden automatisch auf Ihren PC holen. Erfahren Sie hier mehr darüber.