Tourbericht 2016 : AUGSBURG

Jahresausflug vom 2. bis 4. September 2016


Freitag, 02. September
Tour 1 : Radtour an Lech und Wertach    54 km    120 Hm

Unser diesjähriger Jahresausflug führte uns in die wunderschöne, geschichtsträchtige Stadt Augsburg mit ihren immerhin 530 Brücken an Lech, Wertach und Singold. Mit den Fahrrädern erkundeten wir auf drei Tagestouren die Umgebung von Augsburg.

Am Freitag 02. September hieß es für die 24 Teilnehmer und Teilnehmerinnen, sich bereits um 06.30 Uhr am Rathaus einzufinden, um nach Augsburg zu starten. Wie in den Vorjahren erfolgte die Anreise zum Zielort mit Privat-Fahrzeugen. Ein Großteil der Fahrräder fand in einem Transporter Platz. Fast zeitgleich trafen alle Fahrgemeinschaften dann wie verabredet an unserem Hotel im Herzen von Augsburg, direkt am Königsplatz, ein.

Schnell waren die Fahrzeuge entladen, das Gepäck im Hotel verstaut, die Autos in der Tiefgarage abgestellt und die Fahrräder für die Tour gepackt.

Gegen 09.30 Uhr trafen wir uns dann bei herrlichem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen zum ‚Briefing‘ über die geplante Tour. Hierbei gab Susanne zunächst einen kurzen Abriss über die Geschichte Augsburgs, bevor die Tagestour entlang von Lech und Wertach beschrieben wurde.

Der Start der Tour, immerhin mit einer Gruppe von 24 Radler/-innen aus der Innenstadt Augsburgs hinaus an den Lech, gestaltete sich dank der sehr disziplinierten und erfahrenden Teilnehmer/-innen als unproblematisch. Schon nach kurzer Fahrt kamen wir an der ersten Sehenswürdigkeit vorbei.

Nachdem wir die Innenstadt Augsburgs hinter uns gelassen haben, fahren wir auf Radwegen in den Augsburger Stadtwald, um nach wenigen Kilometern am Eiskanal anzukommen. Der Eiskanal wurde für die Kanu-Wettbewerbe anlässlich der Olympischen Spiele 1972 gebaut und dient den Kanuten heute noch als Trainings- und Wettbewerbsstrecke.

Das nächste Ziel war nach wenigen Kilometern durch den Stadtwald erreicht, der Hochablass. Der unter Denkmalschutz stehende heutige Hochablass wurde 1910 erbaut und ist, neben seiner Funktion als Wasserkraftwerk, der wichtigste Abzweig des Lechs zu den Lechkanälen durch die Augsburger Innen- und Altstadt. Auch der Eiskanal wird vom Hochablass aus mit Lechwasser gespeist.

Den Fußweg auf der Dammkrone des 145 m breiten und 6,5 m hohen Hochablass nutzen wir, unsere Fahrräder schiebend, um auf die andere Lechseite zu gelangen und unsere Tour durch die Lechauen weiter Richtung Süden fortzusetzen.

Dort setzten wir unsere Tour entlang von Kuhsee, Auensee und Weitmannsee fort zum Mandichosee. Der Mandichosee, ebenfalls eine Lechstaustufe, wird mit seiner Länge von 1,4 Kilometern und einer Breite von ca. 1,2 Kilometern für Freizeitaktivitäten genutzt. Namensgeber für die ungewöhnliche Bezeichnung der Staustufe ist der bayrische Fürst Mandicho. Nach einer halben Umrundung des Sees auf der Dammkrone führte uns der Weg auf das Lechfeld, der wohlverdienten Mittagsrast entgegen.

Vom Mandichosee kommend führte uns der weitere Weg durch den Lechwald auf das Lechfeld. Das Lechfeld, eine in der letzten Eiszeit entstandene Schotterebene, weist noch einzelne seltene Lech-Urlandschaften mit unterschiedlichen Heide- und Trockenrasenflächen auf.
Über das Lechfeld verlief zu römischen Zeiten eine der wichtigsten Verbindungen in Richtung Italien, die Via Claudia Augusta.
Geschichtlich bedeutsam war auch die im Jahr 955 stattgefundene Schlacht auf dem Lechfeld, als Otto der Große das eingefallene ungarische Heer besiegte.

Auf solch historisch bedeutsamen Boden kehrten wir zur Mittagsrast im Biergarten von Resi’s Jägerhaus, dem südlichsten Biergarten von Königsbrunn, ein. Frisch gestärkt mit bayrischen Schmankerln führte uns die Tour weiter über das Lechfeld durch Oberottmarshausen und Kleinaitingen nach Großaitingen.

Von dort führte uns der Radweg entlang der Wertach, vorbei an herrlichen Stauseen fast verkehrsfrei bis zum Augsburger Hauptbahnhof. Am Hotel angekommen waren am Anreisetag 55 Kilometer geradelt worden.
Bis zum Abendessen war noch ausreichend Zeit, sich erste Eindrücke von Augsburg zu verschaffen. Nach dem Essen auf der Terrasse des Ratskellers nutzte der eine oder andere noch für einen abendlichen Spaziergang durch die Augsburger Altstadt.

Samstag, 03. September
Tour 2 : Unterwegs im Wittelsbacher Land     67 km     600 Hm


Ausgeruht und mit einem ordentlichen Frühstück gestärkt, starten wir am Samstag, 03.09.2016, zu unserer Tour ins Wittelsbacher Land. Bereits um 09.00 Uhr starteten wir an unserem Hotel in der Augsburger Stadtmitte. Zunächst an den Lech, führte uns die Tour in Richtung Osten nach Friedberg.
Nach einer starken Stunde radeln und nach einem kurzen Anstieg erreichten wir Friedberg. Friedberg zeigte sich uns mit herrlichem, herbstlichem weiß-blauem Himmel.

Der Marktplatz und die Hauptstraße werden von schönen, alten Gebäuden umsäumt. Nicht fehlen darf natürlich auch die zentral gelegene Kirche, die uns mit ihrer Fassade aus roten und weißen Streifen beeindruckte.
Nach einem kurzen Aufenthalt in Friedberg fuhren wir weiter in Richtung Heimatshausen und von dort auf dem ‚Altbaierischen Oxenweg‘ nach Paar, einem kleinen Ort am Flüsschen Paar. Entlang des Flusslaufs ging es über Dasing, Taiting und Obergrießbach nach Aichach.
Aichach, eine Stadt mit etwas mehr als 20000 Einwohnern, kann auf eine bald tausendjährige Geschichte zurückblicken und verfügt über eine sehr schöne, sehenswerte Altstadt. Doch noch war nicht Zeit für eine Pause und eine Besichtigung der Stadt. Zunächst war noch der Stammburg der Wittelsbacher und einem kleinen Wasserschloss ein Besuch abzustatten.

Aus Aichach kommend führt ein Radweg bergaufwärts zum Aichacher Ortsteil Oberwittelsbach. In Oberwittelsbach, wo sich heute eine prachtvolle Burgkirche befindet, befand sich die Stammburg der Wittelsbacher, eine Veste die bereits um 1000 urkundlich erwähnt wurde. Im Jahre 1119 zog Graf Otto V.von Scheyern in die Burg Wittelsbach. Fortan nannten sich die Grafen von Schweyern Pfalzgrafen von Wittelsbach. Bereits 1209 wurde die Burg zerstört und nicht wieder aufgebaut. An der Stelle der Burg wurde die Burgkirche aufgebaut.
Zum Andenken an die Wittelsbacher befindet sich bei der Kirche ein 1834 eingeweihtes Nationaldenkmal. Anlässlich des 800-Jahr-Feier der Burg weilte am 28.05.1914 König Ludwig III und die königliche Familie dort.
Nachdem uns Susanne in die Geschichte dieses beeindruckenden Ortes eingeführte hatte, setzten wir unsere Tour fort in Richtung Unterwittelsbach. Ein sehr schöner, teilweise steiler Weg führt durch den Wald hinab zur Ortschaft Unterwittelsbach.

In Unterwittelsbach steht ein schönes Wasserschloss, das einst Herzog Max von Bayern gehörte. Berühmt geworden ist das Wasserschloss als Sissi-Schloss, verbrachte doch die berühmte ‚Sissi‘, später Elisabeth, Kaiserin von Österreich, Königin von Ungarn, viele Tage ihrer Kindheit an diesem Ort.

Vor der Kulisse des Wasserschlosses erzählte Susanne den aufmerksam zuhörenden Radlern die Geschichte rund um das Schloss, bevor es wieder zur wohlverdienten Mittagsrast zurück nach Aichach ging.

Nachdem wir den Wittelsbachern einen Besuch abgestattet hatten, ging es zurück nach Aichach. Die Fahrräder wurden vor dem Stadttor abgestellt und die Stadt zu Fuß erkundet. In der Innenstadt von Aichach mit ihren prachtvollen Gebäuden und einer Hauptstraße, die jeweils von Stadttoren begrenzt wird, wurde die Mittagspause bei herrlichem Sonnenschein verbracht. Je nach Lust und Laune erfolgte die Einkehr in einer Gaststätte, im Garten eines Cafes oder in einem Eiscafe an der Hauptstraße.

Doch in Aichach war noch nicht die Hälfte der geplanten Tagestour geradelt. So ging es über Unter- und Oberschneitbach, nach Grießbeckerzell und von dort einen Kiesweg bergauf nach Neuhausen, wo wir einen herrlicher Blick in das Umland genossen.
Durch den Derchinger Forst und die Friedberger Au ging es vorbei am Autobahnsee über die Autobahn nach Augsburg Firnhaberau.

Die Tour führte uns in Firnhaberau wieder an den Lech, den wir auf der Stadtbachstraße überquerten. Wie geplant erreichten wir das Hotel am frühen Nachmittag. Nach immerhin knapp 70 Kilometern, 450 Höhenmetern und versehen mit vielen neuen Eindrücken.
Und so blieb allen ausreichend Zeit, sich vor der anstehenden Stadtführung ‚Auf den Spuren der reichen Fugger‘ und dem anschließenden Abendessen im ‚Drei Königinnen‘ zu erfrischen.

Nachdem wir uns von unserer Tour durch das Wittelsbacher Land kurz erholen konnten, stand vor dem gemeinsamen Abendessen eine Stadtführung durch Augsburg an. Aus einer Vielzahl von angebotenen Stadtführungen hatten wir uns entschieden, ‚auf den Spuren der reichen Fugger‘ Augsburg zu erkunden.

Mit unserer Stadtführerin trafen wir uns vor dem Augustusbrunnen auf dem Rathausplatz. Am Rathaus vorbei ging es den Eisenberg hinab zum Elisas-Holl-Platz und weiter an einen der vielen Lechkanäle. Dort hörten wir interessantes über die Wasserversorgung der Stadt. Weiter ging es im Lechviertel vorbei ‚Auf dem Rain‘, wo sich Bert Brechts Geburtshaus befindet.

Dann führte uns der Weg in die um 1520 erbaute, von Fugger gestiftete Wohnsiedlung für sozial schwache Bewohner Augsburgs. Damals wie heute muss, wer in der Fuggersiedlung wohnen möchte, Augsburger, katholisch und gut beleumundet sein. Dafür beträgt heute die jährliche Kaltmiete 0,88 Euro, die jährlichen Nebenkosten 85,- Euro. Die Fuggersiedlung ist von einer Mauer umgeben, der Zugang erfolgt für die Bewohner über drei Stadttore. Heute wie damals sind alle Tore ab 22 Uhr von einem Nachtwächter verschlossen. Wollen Bewohner nach 22 Uhr in die Häuser zurückkehren, müssen sie dem Nachtwächter einen Obolus entrichten.

Nach der Besichtigung einer der ca. 60 qm großen Wohnungen verließen wir die Fuggersiedlung durch das Ochsentor.
Versehen mit vielen neuen Eindrücken und Informationen über die Augsburger Fugger führte uns der Weg zum abschließenden Essen zu den ‚Drei Königinnen‘ in das Meister-Veits-Gässchen. Dort wurde in gemütlicher Runde der letzte Abend des diesjährigen Ausflugs verbracht.
Der letzte Tag unseres Ausflugs führt uns auf den Spuren einer bayrischen Robin Hood.


Sonntag, 4. September
Tour 3 :Auf den Spuren des Bayrischen Hiasls     52 km       300 Hm


Die letzte Tour unseres dreitägigen Jahresausflugs nach Augsburg führte uns in den schwäbischen Landkreis Aichach-Friedberg. Nachdem wir die Stadt Augsburg bei herrlichem Wetter in südlicher Richtung wieder entlang des Lechs verlassen hatten, war unser erstes Ziel die Stadt Kissing. In Kissing wurde am 03.09.1736 der Matthäus Klostermayr geboren. Klostermayr war ein Wilderer und, wie die Chronik schreibt, Anführer einer ‚gerechten Räuberbande‘ im schwäbisch-bayrischen Grenzgebiet. Der Hiasl entwickelte sich zu einer Art Robin Hood, er nahm’s den Reichen und unterstützte die Armen.
Der Hiasl wurde gefasst und am 06.09.1771 in Dillingen hingerichtet.

1986, zum 250. Geburtstag, wurde ihm in Kissing ein Denkmal errichtet. Der Legende nach wird jährlich zu seinem Geburtstag ein gewilderter Hase an dem Denkmal abgelegt. Wir waren einen Tag nach seinem Geburtstag am Denkmal, konnten aber keinen Hasen finden.

Weiter führte uns die Tour über Ried nach Baindlkirch. Baindlkirch ist bekannt als Herstellungsort von typischen bayrischen Weißwürsten. Da Sonntag war, kamen wir leider nicht in den Genuss der Weißwürste.In Anbetracht der bevorstehenden Einkehr nur wenige Kilometer weiter, ließ sich diese Enttäuschung gut ertragen. Nachdem wir die meisten Anstiege schon hinter uns hatten, ging es flott nach Mering. Dort hatte der Bläsele Kirchenwirt in seinem Biergarten für unsere Ankunft schon alles vorbereitet. So manch einer war über die Größe der Mittagessenportionen überrascht, waren die Teller doch teilweise zu klein um das ganze Essen aufzunehmen. So erstreckte sich manches Schnitzel über den Tellerrand hinaus.Frisch gestärkt und erholt ging es nach dem Essen wieder zurück in Richtung Augsburg.

Nach unserer Mittagsrast beim Bläsele Kirchenwirt führte uns die Tour noch einmal an den Mandichosee. Von dort führte uns der Weg durch das Naturschutzgebiet Meringer Au wieder zurück nach Augsburg.

Der Tradition der letzten Jahre folgend, kehrten wir zum Abschluss unseres Ausflugs vor der Rückfahrt noch einmal gemeinsam ein. Unser Ziel war der Damenhof im Innenhof der Fuggerhäuser in der Augsburger Innenstadt. In dem südländisch anmutenden Innenhof mit Wasserspielen und umlaufenden Arkaden ließen wir uns Kaffee und Kuchen schmecken.

Reinhold bedankte sich im Namen der Gruppe bei Susanne und Peter für die Organisation des Jahresausflugs und überreichte einen Wellness-Gutschein, um die Anstrengungen der Organisation des Ausflugs schnell vergessen zu lassen.

Rückblickend bleibt festzuhalten, dass wir in Augsburg drei schöne, interessante Tage verbracht haben. Wir sind während der drei Tage ca. 180 Kilometer durch bayrisch Schwaben geradelt, haben einiges über die interessante Geschichte Augsburgs und der Wittelsbacher gehört und freuen uns schon heute auf den Jahresausflug 2017.

© ADFC BW 2020

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