Einzeldarstellung

Critical Mass und Aktion #MehrPlatzFürsRad am Freitag, den 24. Mai

Verkehrspolitik

Kritische Masse wächst weiter! - Demonstration für eine bessere Fahrradinfrastruktur im Schussental

Deutschland wird seine selbst gesetzten Klimaziele verfehlen. Gerade beim Verkehr steigen die CO2-Emissionen immer noch an. Eine Mobilitätswende hin zu umweltverträglichen Verkehrsmitteln wie dem Fahrrad ist dringend notwendig. Das kann nur gelingen, wenn Radfahren keinen Frust bedeutet, sondern Spaß macht und sicher ist. Der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) fordert daher mehr Platz fürs Rad und will zusammen mit den Initiatoren der Critical Mass Schussental den Radverkehr öffentlich sichtbar machen.

Dass diese Ansicht viele Radfahrer teilen, zeigte eindrucksvoll die dritte Critical Mass Schussental am 24. Mai: Über 350 Radfahrer*innen demonstrierten für die Verkehrswende vor Ort und eine bessere Fahrradinfrastruktur in Weingarten und Ravensburg. Auch Familien mit Kindern und viele Schüler der Fridays for Future Bewegung radelten mit. Die Strecke führte diesmal von der PH Weingarten über ein Stück des geplanten Radschnellweges zum Untertor in Ravensburg und von dort wieder zurück nach Weingarten.

Im Rahmen der Raddemo gab es diesmal noch eine besondere Aktion: Unter dem Motto #MehrPlatzFürsRad zeigte der ADFC exemplarisch auch eine konkrete Maßnahme in der Ziegelstraße an der Radschnellverbindung SV01 Richtung Eschach. Statt der vorhandenen Parkplätze wurde ein Radfahrstreifen von 1,8 m Breite abgetrennt. Martin Spener erklärte den Teilnehmern: "Ob Seestraße, Ziegelstraße, Weißenauer Straße oder Hindenburgstraße: Diese Straßen werden von vielen Radfahrern genutzt und sind auch wichtige Schulradwege. Gleichzeitig sind in diesen Straßen in weiten Abschnitten aufgrund von Parkstreifen auf der schmalen "Reststraße" keine Radverkehrsanlagen nach den Richtlinien zulässig. Das Radverkehrskonzept Ravensburg schlägt oft nur eine Piktogrammspur für die genannten Straßen vor. Dies ist die absolute Schmalspurversion von Radverkehrsanlagen und hat keine schützende Funktion. Die Stadt RV lehnt einen Rückbau von Parkplätzen am Straßenrand kategorisch ab und verweist auf einen hohen "Parkdruck" in diesem Stadtteil. Aus meiner Sicht ist dies aber kein Argument für den Verbleib der Parkstreifen an den genannten Straßen. Sie müssen Stück für Stück wegfallen! Von Süden kommende Autofahrer müssen noch klarer und eindeutiger auf die Parkhäuser hingeleitet werden."

Durch die Parkplätze am Straßenrand wird viel Platz für wenig Autos gebunden nur damit man bequem jedes Ziel mit nur wenigen Metern Fußweg erreichen kann. Ohne die trennende Barriere von parkenden Autoschlangen würde auch die Kommunikation in der Straße gefördert. Mit einer Mobilitätswende würden unsere Stadtteile also auch lebenswerter.

"Wer die Verkehrswende ernsthaft in Angriff nehmen will, der muss mehr Platz für’s Rad schaffen, dazu gehören mehr innerstädtische Radwege und deutliche Markierungen der Fahrradspuren, aber auch baulich getrennte Radwege an Hauptverkehrsrouten und natürlich auch mehr Fahrradparkplätze.“, so Markus Klauser und Michael Dörfel vom Initiativteam der Critical Mass.

Martin Hulin für den ADFC Kreisverband Ravensburg, Foto: Anita Wilhelm

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