Verkehrspolitische ADFC-Radtour im Enzkreis

Verkehrspolitik

Politiker-Radtour: Am Freitag, 24.08.2012, besuchte Gisela Splett, Staatssekretärin im Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg, gemeinsam mit Gudrun Zühlke, der Landesvorsitzenden des ADFC Baden-Württemberg, auf dem Fahrrad den Enzkreis. Die verkehrspolitische Radtour zwischen Pforzheim und Vaihingen an der Enz bot Gelegenheit, um mit Landrat Karl Röckinger und den Oberbürgermeistern und Bürgermeistern der Städte und Gemeinden, mit Bundestags- und Landtagsabgeordneten und etlichen Gemeinderäten über den derzeitigen Stand und die Weiterentwicklungsmöglichkeiten des Radverkehrs in der Region zu diskutieren. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Radkultur in Baden-Württemberg zu fördern und den Radverkehrsanteil spürbar zu steigern“, so Splett.

Pforzheim: Start der Radtour. Gudrun Zühlke, Gisela Splett
Start der Politiker-Radtour in Pforzheim

Die Radtour führte von Pforzheim über Niefern-Öschelbronn, Mühlacker und Illingen nach Vaihingen an der Enz. In erster Linie ging es um die Erfordernisse des Alltagsradverkehrs.

Enztalradweg: Was bringen Querungshilfen bei stark befahrenen Straßen?
Enztalradweg: Was bringen Querungshilfen bei stark befahrenen Straßen?

Drängelgitter behindern den Radverkehr
Niefern (Enzkreis): Sogenannte Drängelgitter sind echte "Rad-Blocker". Für radelnde Familien mit Anhänger oder Trailerbike sind sie oft ärgerlich. Vielfach würde schon eines der beiden Gitter ausreichen.

 

„Radrouten müssen gefahrlos und zügig befahrbar sein,“ betonte Gudrun Zühlke vom ADFC. „Pfosten und Umlaufsperren, wie sie auf der Strecke, aber auch an vielen weiteren Orten in Baden-Württemberg zu finden sind, haben auf einem Radweg nichts verloren. Muss eigentlich erst eine Art landesweite Abwrackprämie kommen um das Problembewusstsein zu schärfen?“ fragte Zühlke provokativ.

Mittelpfosten vor der Enzbrücke: Verletzungs- und Sturzgefahr
Mittelpfosten vor der Enzbrücke: Verletzungs- und Sturzgefahr

Vorbildliche Fahrradabstellanlagen in Mühlacker: An den Bügeln kann man den Rahmen sicher anschließen.
Vorbildliche Fahrradabstellanlagen in Mühlacker: An den Bügeln kann man den Rahmen sicher anschließen.

Gefährlich: Treppen haben auf Radfernwegestrecken (Enztalradweg) nichts zu suchen. Bei Gegenverkehr ist dieser Treppenbereich im Zentrum von Mühlacker hochproblematisch.
Gefährlich: Treppen haben auf Radfernwegestrecken (Enztalradweg) nichts zu suchen. Bei Gegenverkehr ist dieser Treppenbereich im Zentrum von Mühlacker hochproblematisch.

Der Radweg von Mühlacker nach Illingen hat mehr als 60 unnötige Höhenmeter
Der Radweg von Mühlacker nach Illingen verläuft mit mehr als 60 unnötigen Höhenmetern - eine etwa parallel verlaufende Route entlang der Bahntrasse würde die Radfahrer weit weniger anstrengen.

 

Der Radweg verläuft parallel zur Bundesstraße. Dennoch ist - untypisch - die Einfahrt zur Tankstelle bevorrechtigt.
Der Radweg verläuft parallel zur Bundesstraße. Dennoch ist - untypisch - die Einfahrt zur Tankstelle bevorrechtigt.

Diskutiert wurden auch die Wahl von Streckenführungen über Hügel oder schlechte Waldwege. Trotz der Kritik an manchen Details betonten Splett und Zühlke einhellig: “Ein Großteil der ausgewählten Strecke lässt sich mit dem Rad wunderbar entspannt befahren – ein sommerlicher Genuss.“

Im Regierungsbezirk Karlsruhe hat sich gerade in jüngster Zeit bereits einiges für den Rad- und Fußverkehr getan. So sind in dem 2012 erstmals aufgestellten Programm für die Anlage von kommunalen Geh- und Radwegen nach LGVFG im Zuständig-keitsbereich des Regierungspräsidiums Karlsruhe Maßnahmen mit zuwendungsfähi-gen Kosten in Höhe von ca. 8 Millionen Euro enthalten. Geförderte Projekte sind Neu- und Ausbauten von innerstädtischen Geh- bzw. Radweganlagen sowie der Neubau von Brücken im Zuge der Radwege. Von den insgesamt 3,66 Millionen Euro, die das Land in diesem Jahr für 30 kommunale Radwegprojekte zur Verfügung stellt, entfallen auf die 12 Projekte im Regierungsbezirk Karlsruhe Zuwendungen in Höhe von 0,9 Millionen Euro.

Abschlussfoto mit den wichtigsten Akteuren der Verkehrspolitischen Radtour
Die wichtigsten Akteure der Verkehrspolitischen Radtour von Pforzheim bis Vaihingen an der Enz (24.8.2012; v.l.n.r.): Vaihingens Bürgermeister Klaus Reitze, MdL Andreas Schwarz, ADFC-landesvorsitzende Dr. Gudrun Zühlke, Staatssekretärin im Verkehrsministerium Dr. Gisela Splett, Markus Rösler (MdL), Landrat Karl Röckinger (Enzkreis) beim Abschlussfoto.

Zum Abschluss sagte Staatssekretärin Splett: „Der heutige Tag hat gut gezeigt, wo wir beim Thema Radverkehr stehen, was schon erzielt wurde und welche Aufgaben noch vor uns liegen. Die Region ist auf einem guten Weg und wird auch in Zukunft durch das Land nach Kräften unterstützt werden.“

Trotz des durchziehenden Tiefdruckgebiets hatten die Tourteilnehmer bis zum Schluss ausgezeichnetes Radfahrwetter.

© ADFC BW 2018

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