Land muss mehr für Fahrradland Nr. 1 tun

Verkehrspolitik

Tuttlingen. - Auf der Landesversammlung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) forderte der scheidende Landesvorsitzende Thomas Baur ein zügigeres Handeln der Landesregierung bei der Förderung des Radverkehrs in Städten und Landkreisen. „Es ist doch nicht zuviel verlangt, wenn von den 160 Millionen Euro vom Bund die Kommunen für ihre Fahrradinvestitionen mit 15 Millionen Euro pro Jahr unterstützt werden“, erklärt Baur, der sich nach 14 Jahren nicht wieder zur Wahl stellte. Der ADFC und die CDU-Landtagsfraktion sind Partner im Landesbündnis „Pro Rad“, das sich zum Ziel gesetzt hat, den Radverkehrsanteil im Land von heute 10 auf 20 Prozent bis zum Jahr 2015 zu verdoppeln. Der Fahrradclub erwartet von der Landesregierung eine zügige Einbringung des seit Monaten stockenden Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes in den Landtag. Dieses Gesetz regelt auch die künftige Förderung des Radverkehrs.

CDU erwartet baldige Lösung bei der Radförderung

Landrat Guido Wolf, Mitglied der CDU-Landtagsfraktion verwies auf noch bestehende Bedenken der FDP gegen das Gesetz. „Wir müssen das nun endlich voranbringen“, sagte Wolf. Er sei sich da auch mit Umwelt- und Verkehrsministerin Tanja Gönner einig, die dem Fahrrad große Bedeutung beimisst. Baur erwartet von der CDU, dass sie die Bedenken der FDP endlich abschließend im Koalitionsausschuss klärt. „Seit fast einem Jahr darf die FDP ein wichtiges Landesgesetz blockieren ohne dass eine Reaktion der CDU-Fraktionsspitze erkennbar gewesen wäre“, begründete Baur seine Kritik an der CDU. Der Fahrradclub hofft auf Ministerin Gönner und den neuen Fraktionsvorsitzenden Peter Hauk.

Der Parlamentarische Staatssekretär Ernst Burgbacher vom Bundeswirtschaftsministerium bekannte sich zum Fahrrad, das eine tragende Rolle im Tourismus spiele. Burgbacher unterstützt auch mit Nachdruck die Forderung des ADFC nach einer Fahrradmitnahme im ICE. Bei den nationalen Radfernwegen, den D-Netz-Routen sieht sein Ministerium wegen der föderalen Zuständigkeiten derzeit keine Möglichkeit einer direkten finanziellen Förderung.

 

Gudrun Zühlke ist neue Landesverbandsvorsitzende


Nach 14 Jahren gibt Thomas Baur das Amt des Landesvorsitzenden an die Stuttgarterin Gudrun Zühlke ab.

Die Delegierten des ADFC Baden-Württemberg wählten ohne Gegenstimmen Dr. Gudrun Zühlke aus Stuttgart zur neuen Landesvorsitzenden. „Der Schwerpunkt meiner Arbeit wird die Fortsetzung der erfolgreichen Radverkehrspolitik unseres Verbandes sein“, erklärte Zühlke in ihrer Antrittsrede. Weitere Akzente möchte sie in einer stärkeren Vernetzung der ADFC-Aktivitäten vor Ort setzen, damit die kommunalen Verkehrsplanungen fahrradfreundlicher werden. Als Stellvertreter wurden Jutta Wagner (Stuttgart) und Volker Gardain (Korntal) in ihrem Amt bestätigt. Neu in den Vorstand wurde Joachim Braun (Schwaikheim) gewählt.

 


Standing Ovations: Minutenlanger Applaus der Delegierten für den scheidenden Landesvorsitzenden Thomas Baur, der in den 14 Jahren seiner Amtszeit den Verband entscheidend vorangebracht hat

 

Weblink:zum Filmbeitrag im Südwest-Fernsehen Sendung "Baden-Württemberg aktuell" vom 27.03.2010
(von Sendeminute 0:52 bis 2:26)

Bildergalerie zur ADFC-Landesversammlung

© ADFC BW 2020

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