Radhaus vom Rathaus – Anradeln 2018

Verkehrspolitik

Bühl, 6. Januar 2018
Das jährliche Anradeln fand 2018 in Bühl statt. Die Stadt ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK). In den letzten Jahren und Monaten wurden mehrere Stellen für den Radverkehr verbessert. Diese und einige noch kritische Punkte fuhren die „Anradler“ des Fahrradclubs ab. Vor der Exkursion gab es ein wärmendes Frühstück.


Klare Sache: Fahrbahnmarkierungen der Bühler Hauptstraße (Foto: Siegmund Röll)

Verbessert wurden beispielsweise in der Hauptstraße eine Furt für Rad Fahrende und mehrere Fahrradmarkierungen im nördlichen und südlichen Bereich dieser Straße. Schutzstreifen wurden eingerichtet.
Am Stadtrand wurde die Verkehrslenkung an der stark vom Autoverkehr
frequentierten Bosch-Kreuzung verbessert. „An der Ampelanlage können für Radfahrer und Fußgänger leider keine zusätzlichen Phasen geschaltet werden“, sagt Doris Kohler. Sie ist mit Fritz Ell im Sachgebiet Verkehrsplanung, Abteilung Stadtentwicklung, für Radwege zuständig und hat eine Lösung parat. „Für das Fahrrad ist die nördlich gelegene Unterführung Siemensstraße zweckmäßig“, sagt sie und ergänzt „Das nützt dem Verkehr aus Oberweier, Unzhurst und Breithurst in Richtung Schwimmbad“.
Lobenswert ist die Entscheidung, dass die wichtigen Radstrecken in den Räumplan des Winterdienstes einbezogen wurden. „Das kam bereits Winteranfang 2017 erfolgreich zum Einsatz“, sagte Beate Link im
vorbereitenden Gespräch mit dem ADFC. Sie ist im Sachgebiet Umwelt und Außenanlagen, Abteilung Stadtentwicklung, tätig und somit auch mit den Belangen des Radverkehrs vertraut. Link betreut auch die Öffentlichkeitsarbeit zum Bereich Radverkehr.


Sicher ist sicher: Das Radhaus schützt Zweiräder von Pendlern

Erfreulich für Pendler: Links neben dem Bahnhof steht das Radhaus. Ein mit Aufwand (siehe Kasten) umgestaltetes Gebäude. Es sind sogar zwei Radhäuser, denn auf der Westseite befindet sich ebenfalls eine überdachte Abstellanlage. Da beide Anlagen gut ausgelastet sind, wird diese erweitert. „Dafür werden einige PKW-Stellplätze wegfallen“, sagt Link.

Fakten zum Radhaus
Das vorhandene ehemalige Betriebsgebäude der DB AG wurde entkernt und teilweise abgebrochen. Hierfür wurde auch der Außenbereich neu gestaltet, profiliert und eine Fahrrad taugliche Zugangsmöglichkeit geschaffen.
Die vorhandenen Beläge und sonstige Anlagen wurden entfernt und die Oberflächenentwässerung optimiert, Fundamente für eine Drehkreuzanlage mit Fahrradschleuse hergestellt, Winkelsteine und Rabattensteine versetzt, eine leichte Zufahrtsrampe geschaffen, die Oberfläche des Zugangsbereiches mit Betonverbundpflaster ausgelegt und der Gehweg wieder hergestellt.
Zum Schutz der Anlage wurde ein Doppelstabmattenzaun errichtet, welcher an die Drehkreuzanlage und Gebäudefassade angeschlossen ist. Im Gebäudeinnern sind 68 Fahrradanlehnbügel auf dem Betonboden mit Dübeln befestigt.
Die Miete für einen Stellplatz kostet 6 EUR pro Monat.

Die zwölf Anradler fanden auch Verbesserungsmöglichkeiten mit geringem Kostenaufwand: Im Stadtgarten könnten verblasste Piktogramme erneuert werden. Das würde die beabsichtigte Verkehrsführung für Fußgänger und Rad Fahrende verdeutlichen.
Problematisch ist die Verkehrsführung in der Robert-Koch-Straße/Kappelwindeckstraße. Dort teilen sich ruhender und fließender Autoverkehr die Straße mit Radfahrern. Die Parkflächen sind versetzt am rechten und linken Straßenrand angeordnet und zwingen die Verkehrsteilnehmer zum (hoffentlich langsamen) Slalom. Schutzstreifen helfen hier nicht, meinten die ADFC-Mitglieder bei der Besichtigung. Tempo runter und Rücksicht, war die einhellige Auffassung. „Eine 30er Beschränkung wäre ergänzend sinnvoll“, sagten Mitfahrer.
Schwer zu beseitigen sind Blendungen der Rad Fahrenden durch Autos unter anderem entlang der K 9616 Richtung Eisental. Durch den Höhenunterschied von Straße und Radweg schauen Radfahrer in grelle Scheinwerfer. Sichtblenden sind an dieser Stelle sehr aufwändig.


Müsste nicht sein: Engstellen am UHU-Parkplatz

Ärgerlich, aber leichter zu ändern sind Engstellen am UHU-Parkplatz. „Die Gabionen sind überdimensioniert und lassen für Fußgänger und Rad Fahrende keinen Begegnungsverkehr zu“, moniert der Kreisvorsitzende des ADFC, Ralph Neininger. „Mit Kindern im Anhänger wird es ganz knapp“, bemerkte eine erfahrene Teilnehmerin. Die ungeeignete Oberfläche erschwere das Fahren zudem.
Im weiteren Verlauf des Parkplatzes wird der Radverkehr parallel zur Straße Richtung Altschweier verschwenkt. Oberhalb davon zeugt eine ausgefahrene Stelle, wo Rad
Fahrende den besseren Weg sehen. „Hier wird mit dem Reifen abgestimmt“, erläuterte Neininger. Einige Meter geteerter Weg würde die Akzeptanz dieses Abschnitts deutlich verbessern und zudem eine Kreuzung vermeiden. Begrüßenswert: „Die Stadt Bühl wird die Eigentumsverhältnisse und Machbarkeit prüfen“, sagte Wolfgang Eller. Er ist Fachbereichsleiter der Stadt Bühl und unter anderem verantwortlich für die Stadtentwicklung. Er fuhr mit dem ADFC am Dreikönigstag durch die Stadt und erörterte die Gegebenheiten.

Ein Weg entsteht dadurch, dass man ihn benutzt

„Bühl ist durch Autoverkehr stark belastet“, konstatiert Eller. Daher sieht er mehr Zweiradverkehr positiv. Die Ergebnisse des Fahrradklima-Test des ADFC schaue er sich genau an. „Solche Anregungen oder auch Mängelmeldungen von Bürgern werden systematisch ausgewertet und wenn möglich umgesetzt“, sagt Eller.
„Die Verbesserungen sind erfreulich“, sagte Neininger zum Abschluss. Er wäre froh, wenn alle Gemeinden im Kreis so aktiv den Radverkehr förderten.
Das neue Radjahr 2018 begann in Bühl positiv.

 

© ADFC BW 2018

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