Die Stresemannstraße in S-Nord wird umgebaut

Verkehrspolitik

Derzeit wird in der Stresemannstraße gebaut. Anstelle der bisherigen Bordsteinradwege sollen Radstreifen eingerichtet werden. Wir halten das grundsätzlich für eine deutliche Verbesserung, denn der bisherige Radweg bergab ist ein gemeinsamer Geh- und Radweg, was gerade bei schnellem Bergabfahren nicht gut funktioniert. Und bergauf verläuft der Radweg direkt an den geparkten Autos entlang, auf der Trennlinie zum Gehweg stehen die Laternenpfosten.

Wir vom ADFC Stuttgart sind jedoch der Meinung, dass die Stadt mit dem vorgelegten und beschlossenen Plan weit hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt.

Schauen wir und dazu zunächst den Plan etwas genauer an. Veröffentlicht wurden diese Darstellungen für eine Sitzung des Gemeinderats-Ausschusses für Umwelt und Technik vom 16.7.2019:

Drucksache 618/2019

20190605_Anlage 1_Kostenanschlag.002.pdf
20190603_Anlage 2_Übersichtslageplan.002.pdf
20190611_Anlage 3_Ausschnitt Lageplan.002.pdf
20190521_Anlage 4_Querschnitt.002.002.pdf
Anlage 5 zu GRDrs 618_2019.002.pdf

Wir beziehen uns hier vor allem auf den Querschnitt, wie er in Anlage 4 dargestellt ist.

Die Maße für die Radstreifen entsprechen gerade eben den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA) der Forschungsgesellschaft für  Straßen- und Verkehrswesen (FGSV). Dies betrifft sowohl die Breite 1,85 m als auch den Sicherheitstrennstreifen zu den parkenden Autos von 0,50 m. Bei letzterem lautet das vorgeschlagene Maß 0,50 m bis 0,75 m. Da es eine Gefäll- bzw. Steigungsstrecke ist, sind aber größere Maße erforderlich als auf ebenen Strecken, von denen die ERA im Wesentlichen ausgeht. Bergauf fahren viele Radfahrer langsam und etwas unsicher, sie schwanken ggf. ein wenig. Bergab hingegen sind die Radfahrer schnell und brauchen mehr Sicherheitsraum.

Im Plan sind beide Parkstreifen weiterhin enthalten. Wir sind der Meinung, dass das nicht notwendig ist. Es gibt kaum direkte Anwohner, und wer in den Park möchte, kann in aller Regel auch ohne Auto anreisen – Stadtbahn, Buslinien und die Fahrradroute sind vorhanden. Man könnte problemlos #MehrPlatzFürsRad schaffen, indem man auf einen der beiden Parkstreifen verzichtet. Dann wäre die Maßnahme auch deutlich billiger gewesen, denn man bräuchte dann nicht beide Bordsteine zu versetzen. Auch könnte ein Teil der Breite dazu verwendet werden, den westlichen Gehweg in größerer Breite beizubehalten als vorgesehen. Es würden 2,50 m frei (2 m Parkstreifen + 0,50 m Sicherheitstrennstreifen). Damit könnte man den verbleibenden Sicherheitstrennstreifen auf 0,75 m verbreitern, die Radstreifen selbst auf 2,50 m und den westlichen Gehweg von 2,10 m auf 3,05 m.

Auf unseren Einwand hin wurde von der Stadt gesagt, dass man im Falle einer Umplanung zu große Verzögerungen verursacht. Hintergrund: Die Baufirmen haben derzeit viel zu tun, es ist nicht einfach, eine Firma zu finden, die Kapazitäten hat. Und nun habe man eine Firma, die loslegen könne, wenn sie den Auftrag sehr zeitnah erhält…

Ist noch etwas zu retten?

Theoretisch – wenn alle Entscheidungsträger das wollten – könnte man die Markierungen noch umplanen. Der Baufirma dürfte es ja egal sein, wohin sie ihre Linien zeichnen soll. Der oben beschriebene  Querschnitt wäre dann natürlich nicht möglich. Der Gehweg ist dann so schmal wie er geplant ist, dafür könnten die Radstreifen dann nochmals breiter werden. Die Bereitschaft der zuständigen Personen, nochmals über die Pläne zu diskutieren, liegt jedoch bei Null.

© ADFC BW 2019

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