Die Ergebnisse des ADFC-Fahrradklima-Tests im Bodenseekreis unter der Lupe

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Wie fahrradfreundlich ist ihre Stadt? Diese Frage stellte der ADFC im Herbst 2018 beim Fahrradklima-Test an alle Radler. Über 166.000 Personen nahmen bundesweit an der Befragung teil und bewerteten die Fahrradfreundlichkeit ihrer Städte und Gemeinden. Um in die Auswertung zu kommen, musste eine Mindestanzahl an eingereichten Fragebögen erreicht werden. Dies gelang im Bodenseekreis in Friedrichshafen, Markdorf, Tettnang, Überlingen, Immenstaad und Meckenbeuren. Überlingen bleibt mit einer Gesamtnote von 4,3 das Schlusslicht im Bodenseekreis, während Immenstaad mit 3,3 die beste Note am See verteidigen konnte.
„Die Bewertungen der Radler bestätigen erneut die uns bekannten Vorzüge und Defizite der Kommunen. Leider haben sich die Noten der sechs Städte und Gemeinden im Bodenseekreis nicht bedeutend verbessert“, kommentiert Bernhard Glatthaar vom ADFC-Kreisvorstand die Ergebnisse. „Neben der Note muss man aber auf die Antworten zu den einzelnen Fragen schauen und sie mit Städten vergleichbarer Größenordnung vergleichen.“ Für die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung sind die weniger gut bewerteten Themenfelder wichtige Hinweise für den notwendigen Verbesserungsbedarf.
2018 wurden erstmals Fragen auch zur Familienfreundlichkeit beim Radfahren gefragt. Die Kommunen im Bodenseekreis bekamen keine guten Noten, sondern liegen wie der Bundesschnitt bei Note 3,5 (Immenstaad) bis 4,4 (Überlingen).

Friedrichshafen

Die Durchschnittsnote von Friedrichshafen blieb mit 3,5 gegenüber 2016 (3,4) etwa gleich. Die Häfler Radler sehen damit beim Fahrradklima keine Verbesserung, obwohl sie anerkennen, dass in jüngster Zeit mehr für die Fahrradförderung getan wurde.
Friedrichshafen liegt im Vergleich mit Städten ähnlicher Größenordnung (50.000-100.000 Einwohner) in Baden-Württemberg nun an dritter Stelle (2016: zweiter Platz) hinter Tübingen und dem neuen und alten Spitzenreiter Konstanz.
Die Stärken von Friedrichshafen liegen vor allem beim Winterdienst und der Reinigung und Oberfläche der Wege. Diesen positiven Aspekten stehen erneut die negativ bewerteten Konflikte mit Fußgängern und Kraftfahrzeugen gegenüber. Die Breite der Radwege und die Führung an Baustellen werden ebenfalls kritisiert.
Mit 355 Teilnehmern an der Umfrage steigerte Friedrichshafen seine Teilnehmerquote gegenüber 2016.

Tettnang

Tettnang erreichte mit der Note 4,1 die gleiche Bewertung wie 2016. Im Vergleich zu Städten ähnlicher Größenordnung (bis 20.000 Einwohner) beurteilen die Tettnanger Radler erneut positiv, dass der Fahrraddiebstahl kein großes Problem darstellt und dass viele Einbahnstraßen für Radfahrer geöffnet sind. Bemängelt werden vor allem die geringe Werbung fürs Radfahren und das schlechte Sicherheitsgefühl beim Radfahren sowie Konflikte mit Kfz. Auch fehlende Mieträder wurden kritisiert.
Mit 52 Teilnehmern an der Umfrage war die Teilnehmerquote geringer als 2016 (73).

Markdorf

Die Durchschnittsnote von Markdorf liegt mit 3,9 vergleichbar zum letzten Test 2016 (4,0). Im Landes- und Bundesvergleich liegt Markdorf schlechter als vergleichbare Städte bis 20.000 Einwohner.
Wie 2016 wird von den Markdorfer Radfahrern positiv bewertet, dass viele Einbahnstraßen für Radfahrer geöffnet sind, der Winterdienst auf Radwegen gut funktioniert und der Fahrraddiebstahl kein großes Problem darstellt. Negativ werden die Führung von Radwegen an Baustellen, zu schmale Radwege, zu wenige Abstellanlagen und das Fehlen der Öffentlichkeitsarbeit fürs Radfahren bewertet.
Mit 69 Teilnehmern an der Umfrage ging die Teilnehmerquote gegenüber 2016 (133) zurück.

Überlingen

Überlingen landete 2018 mit einer Durchschnittsnote von 4,3 auf Platz 266 von 311 vergleichbaren Städten in Baden-Württemberg. Negativ sehen die Überlinger Radfahrer, dass zu wenig Einbahnstraße für Radfahrer geöffnet sind, dass es Konflikte mit Fußgängern gibt und Umwege in Kauf genommen werden müssen. Es wird ebenfalls negativ beurteilt, dass die Stadt in den letzten Jahren zu wenig Werbung fürs Radfahren betrieben hat. Bei der Familienfreundlichkeit liegt Überlingen im Bodenseekreis auf dem letzten Platz (Note 4,4) und sogar unter dem Bundesdurchschnitt. Positiv wird bewertet, dass Fahrraddiebstahl kein Problem darstellt und viele Menschen Rad fahren. Beim Fahren im Mischverkehr mit Kfz fühlen sich die Überlinger vergleichsweise sicher.
In Überlingen nahmen 75 Radler an der Umfrage teil.

Immenstaad

Immenstaad landete mit einer Durchschnittsnote von 3,3 (2016: 3,4) auf Platz 25 von 186 ähnlichen Gemeinden in Baden-Württemberg. Die besten Noten erhält Immenstaad für die gute Erreichbarkeit des Zentrums, die Möglichkeit, mit dem Fahrrad zügig voranzukommen und den geringen Fahrraddiebstahl. Bei der Familienfreundlichkeit liegt Immenstaad im Bodenseekreis auf dem ersten Platz (3,5). Kritisiert wird die fehlende Mitnahmemöglichkeit von Fahrrädern im Öffentlichen Verkehr. Ebenfalls negativ sehen die Immenstaader Radfahrer erneut die zu geringe Breite der Radwege, die Konflikte mit Kfz und die Führung an Baustellen.
Mit 55 Teilnehmern erreichte Immenstaad eine sehr hohe Teilnahmequote für eine kleine Gemeinde.

Meckenbeuren

Die Durchschnittsnote von 3,6 liegt knapp vor dem Bundesdurchschnitt (3,7) vergleichbarer Gemeinden. Die Radler in Meckenbeuren honorierten besonders die geöffneten Einbahnstraßen, den guten Winterdienst auf Radwegen und die Wegweisung. Negative Bewertungen gab es insbesondere für die Führung des Radverkehrs an Baustellen, Konflikte beim Fahren im Mischverkehr auf der Fahrbahn und für die mangelhafte Kontrolle von Falschparkern.
In Meckenbeuren nahmen 84 Radler an der Umfrage teil.

Hintergrund zum ADFC-Fahrradklima-Test
Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Befragung zum Radfahrklima weltweit und wurde im Herbst 2018 zum achten Mal durchgeführt. Er wird durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gefördert. Der Test bestand aus 27 Fragen wie „Macht das Radfahren Ihrer Stadt Spaß oder Stress?“ oder „Sind die Wege für Radfahrende angenehm breit oder zu schmal zum Überholen?“ Die Umfrage wurde größtenteils online durchgeführt. Bewertet wurde nach dem Schulnoten-Prinzip mit Werten zwischen eins und sechs.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 175.000 Mitgliedern die größte Interessensvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit.

Die detaillierten Ergebnisse des Fahrradklima-Tests finden Sie auf www.adfc.de und www.fahrradklima-test.de

© ADFC BW 2019

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