15.10.20 ADFC sieht doppelte Radschnellverbindung nach Heidelberg auf dem Weg

Verkehrspolitik

Mehrheitliche Zustimmung für die Radschnellverbindung von Mannheim nach Heidelberg gab es am 15. Oktober im Mannheimer Gemeinderatsausschuss für Umwelt und Technik durch Grüne, SPD und LI.PAR.Tie. Ein Teil der ablehnenden Voten wurde durch die Bevorzugung der Südtrasse begründet. Auch die Befürworter der beschlossenen Vorzugstrasse wollen auf bessere Wege auf der Südseite nicht verzichten, um die beiderseits des Neckars angestrebten Radverbindungen zu realisieren. Bürgermeister Lothar Quast sieht die Stadt zumindest in der moralischen Verpflichtung, auch auf der Südseite des Neckars Radfahrenden eine durchgehend gute Verbindung zur neuen Neckarbrücke hinter Seckenheim anzubieten.

 

Für den Abschnitt von der Kurpfalzbrücke bis zur östlichen Riedbahnbrücke an der Feudenheimer Schleuse hält der ADFC Mannheim eine zusätzliche Führung südlich der OEG-Gleise für eine einem Leuchtturmprojekt Baden-Württembergs angemessene Lösung. Diese Variante wurde vom Regierungspräsidium im letzten Jahr als alternative Führung ebenfalls vorgestellt und bedeutete keinesfalls, dass deswegen der Radverkehr auf dem Neckardamm verboten werden sollte.

Dazu ist eine Minimierung des motorisierten Durchgangsverkehrs auf dem Cahn-Garnier-Ufer und dem Josef-Braun-Ufer notwendig. In der Studie „Blau -Mannheim-Blau“ und dem Stadtentwicklungsprojekt „Brückenschlag“ wurde dies für das Cahn-Garnier-Ufer schon angedacht. Mit einem zusätzlichen Radschnellweg auf der Südseite der Gleise verbessert sich auch die Situation auf dem Neckardamm. Der ADFC bedauert die verpasste Chance der Landesfinanzierung für diesen größeren Wurf.

Der ADFC begrüßt, dass mit dem Zukauf von Gelände der Engpass auf dem Weg „Am Neckarkanal“ entschärft werden soll und eine autofreie Lösung angestrebt wird. Auch die neue Unterführung der L538 (Banater Straße) zur Vermeidung langer Wartezeiten am östlichen Stadtrand von Feudenheim stellt eine deutliche Verbesserung dar.

Auch wenn es bei der Gemeinderatsentscheidung noch nicht um die Entwurfsplanung ging, wurde in der Diskussion zu Recht bemängelt, dass in der Feudenheimer Spessartstraße im Moment die Fahrradstraße mit einem Querschnitt von lediglich 4 m skizziert wird. Hier konnte Projektleiterin Stephanie Schumann vom Regierungspräsidium Karlsruhe beruhigen: um die vorgeschlagene Vorzugstrasse beispielhaft vorzustellen, wurden zum Teil Standardlösungen gewählt. Bevor es in’s Detail ginge, würden die zahlreichen Hinweise aus der Bürgerbeteiligung gesichtet und maßgeschneiderte Lösungen entworfen.

Der ADFC sieht in den öffentlichen Terminen mit und für die Bürgerschaft ein vorbildliches Projektmanagement des Regierungspräsidiums. Er erwartet von der Stadt Mannheim, dass die ergänzenden städtischen Maßnahmen zeitgleich umgesetzt werden, um zusammen mit den Baumaßnahmen des Landes auf beiden Seiten des Neckars eine attraktive Radverkehrsverbindung nach Heidelberg zu bieten. ADFC-Sprecher Dr. Gerd Hüttmann nennt als Beispiel die dafür notwendige Verbesserung der Radverkehrsführung am OEG-Bahnhof Neuostheim. Mit einem attraktiven Angebot an dieser Stelle werden die gut ausgebauten Wege entlang der Seckenheimer Ortsumgehung und am Südende der neuen Neckarbrücke der Radschnellweg in Richtung Heidelberg erreichbar.

© ADFC BW 2020

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