07.12.2013: Marbach/Neckar: Radboxen bringen mehr Sicherheit

Marbacher Zeitung vom 7. Dezember 2013
von Oliver von Schaewen

Marbach - Eine Fahrradgarage ist schon vermietet, weitere sollen folgen. Die Stadt Marbach hat auf dem Gelände der Deutschen Bahn AG in Marbach dunkelblaue Boxen errichtet. Sie dienen als Schutz vor Langfingern. Denn nicht nur in Marbach gibt es inzwischen richtig teure Fahrräder, die gestohlen werden könnten. Darauf hat der Marbacher Gemeinderat in einem Beschluss reagiert. Direkt am Bahnsteig eins finden Pendler, die vom Rad in die S-Bahn umsteigen wollen, 21 blaue Behälter vor. Walter Trefz, stellvertretender Leiter des Marbacher Ordnungsamtes, und Roland Kübler, Grünplaner der Stadt Marbach, stellten die Container jetzt vor.

Kübler ist froh, dass die Stadt den Zuschuss des Landes von 18 000 Euro bekommen hat. Ursprünglich hatte die Stadt 30 000 Euro im Haushalt für das Projekt vorgesehen. Die Kosten hielten sich im Rahmen, da die Firma Orion aus Biebesheim die Behälter für rund 17 200 Euro aufstellte. Dazu kamen dann noch die Kosten für landschaftsgärtnerische Arbeiten. Mit dem Haushaltsposten komme man hin, erklärt dazu der Marbacher Ordnungsamtsleiter Andreas Seiberling.

Ausgesprochen zufrieden mit dem Ergebnis ist Waltraud Häfner, Vorsitzende der Marbacher Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). „Der Standort ist super“, sagt sie, denn nicht nur Diebstahl, auch Vandalismus treffe Fahrradfahrer hart. An der Stelle, direkt vor den Gleisen, herrsche reger Publikumsverkehr. Damit stünden die Behälter unter Beobachtung. Würden Räder mutwillig beschädigt, verschwänden oft auch Sättel oder andere Einzelteile, bedauert Häfner. In einer Garage seien die Transportmittel sicher aufgehoben.

Die Mitglieder des ADFC bewiesen einen langen Atem. Denn bereits vor zwölf Jahren wünschten sie sich Fahrradboxen am Marbacher Bahnhof, blitzten aber bei der Deutschen Bahn AG ab. „Irgendwie war die Zeit wohl damals noch nicht reif“, sagt Waltraud Häfner. Den Durchbruch erreichten die Zweiradaktivisten durch den Einsatz ihres Mitglieds Markus Mattheis. Er wertete die Erfahrungen in Ludwigsburg (70 Plätze und Warteliste) und Freiberg (zehn Plätze) aus und sammelte Argumente. Als Andreas Seiberling mit dem damaligen Bürgermeister Herbert Pötzsch im Mai  2012 einen Antrag bei der Deutschen Bahn stellte, kam der Stein ins Rollen.

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