Abschlussbericht des ADFC Marbach zur Umfrage über Fahrradboxen an den Bahnhöfen Marbach, Benningen und Erdmannhausen

Marbach/Neckar. Ernüchternd lautet die Bilanz des ADFC Marbach, der im März 2020 eine Umfrage zum Thema Bedarf an Fahrradboxen an den Bahnhöfen in Marbach, Benningen und Erdmannhausen gestartet hat, die jetzt endete. Das noch nicht einmal eine Handvoll Interessierte sich beim ADFC gemeldet haben steht im krassen Widerspruch zur Warteliste, die gerne eine Fahrradbox am Marbacher Bahnhof mieten würden. Vielleicht lag es auch an der allseits medial präsenten Corona Pandemie, dass alle anderen Themen in den Schatten stellte. Gleichwohl ist der ADFC Marbach auch nicht in den beliebten sozialen Medien wie Facebook und Co vertreten, was sicherlich jüngere Radfahrende angesprochen hätte, an der Umfrage teilzunehmen. Ein weiterer Grund für die schwache Teilnahme könnte gewesen sein, dass sich potenzielle Interessenten der Umfrage des ADFC Marbach verweigert haben, weil sie davon ausgehen, dass die Verwaltungen das sowieso nicht fördern bzw. gar umsetzen. Stichwort Politikverdrossenheit.
Nichtsdestotrotz ändert sich nichts an der Tatsache, dass an den Bahnhöfen Fahrradboxen gebraucht werden. Auch für Marbach gab es damals keine Umfrage, was den Bedarf an Fahrradboxen planbarer gemacht hätte. Und heute: Warten auf eine der 21 beliebten Fahrradgaragen (ADFC intern waren damals 55 Boxen angedacht!).
Hätte Erdmannhausen im Zuge der Sanierung des Bahnhofs 2012 wenigstens 5-10 Fahrradboxen aufstellen lassen, so gäbe es heute ebenfalls auch schon Wartelisten, ist sich der ADFC Marbach sicher. Platz für Boxen wäre, auch heute noch, mehr als genug vorhanden. Aber nur aufgrund dessen, dass sich bei einer damaligen Umfrage seitens der Erdmannhäuser Stadtverwaltung niemand der Einwohner/innen meldete, wurden keine Fahrradboxen aufgestellt. Stattdessen wurden gerade mal 6 Anschließbügel aufgestellt, die noch nicht mal alle überdacht sind. Wie will man so die Pendler erreichen, anstatt mit dem Auto mit dem Fahrrad zum Bahnhof zu kommen?
Das Wichtigste in diesem Zusammenhang ist es, zunächst ein Angebot für Radfahrende bzw. Pendler zu schaffen. Diejenigen die zugreifen kommen dann von ganz allein. Bestes Beispiel hierfür ist Marbach. Und mal Hand aufs Herz: Eine jährliche(!) Mietgebühr von 50 Euro (Marbach) ist nicht die Welt und sollte einem sein Fahrrad bzw. Pedelec schon wert sein. Zumal die Preise für ein gutes Pedelec zurzeit locker an der 3000 Euro Grenze kratzen. Deshalb ist es auch für den ADFC Marbach unverständlich, dass alle 3 Stadtverwaltungen dieses Thema nicht weiter forcieren bzw. überhaupt dazu übergehen, Fahrradboxen aufzustellen. Wenn die Mobilitätswende jetzt zu Coronazeiten nicht kommt, wann dann?
Der ADFC Marbach wird unter anderem weiterhin an diesem wichtigen Thema dranbleiben und hofft, dass sich in den jeweiligen Stadtverwaltungen die Einsicht zeigt, mehr Flagge zu zeigen für Radfahrende und Pendler, um ihnen eine sichere Verwahrmöglichkeit für ihre Fahrräder zu geben. Nur so kann die Verkehrswende gelingen!
Markus Mattheis / ADFC OG Marbach

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