"Wir sind öffentlicher Verkehr!"

Verkehrspolitik

Iffezheim
Radfahrende haben Ausdauer. Dies zeigten rund 60 Teilnehmer einer Kundgebung an der Staustufe Iffezheim. Sie demonstrierten bereits zum fünften Mal gegen die Sperrung des Rheinübergangs. Der ADFC Baden-Baden•Bühl•Rastatt lud zur Kundgebung.


Ralph Neininger hatte nur wenige gute Nachrichten

Die positive Nachricht zuerst: Der "Trampelpfad" am Kiosk ist durch einen asphaltierten Weg ersetzt. Diesen Weg befuhren die Radler am Ende der Kundgebung. Doch 40 Jahre für 40 Meter entspricht nicht den Erwartungen.


Seltener Anblick: Radfahrende auf der Staustufe

Zuvor berichtete Klaus Mutterer, stellvertretender Vorsitzender des ADFC-Kreisverbandes, dass es nichts zu berichten gibt. Das zarte Pflänzchen der Hoffnung, das 2017 noch keimte, ist welk, "Der baden-württembergische Verkehrsminister kennt nicht sein zuständiges französisches Gegenüber", führte er aus. Unklar sei, wer denn unter diesen Bedingungen mit wem sprechen könne.


Kreisvorstand des ADFC: Klaus Mutterer und Ralph Neininger (vl)

Mutterer sagte, die Forderung des ADFC sei klar. "Halten Sie den deutsch-französischen Vertrag von 1969 ein", appellierte er an die Politik. Dort ist der Zweck des Bauwerks "für den öffentlichen Verkehr" definiert. "Wir sind öffentlicher Verkehr", betonte er, "Radfahrender und Fußgänger sind öffentlicher Verkehr".

„Radfahrende und Fußgänger sind öffentlicher Verkehr.”

Klaus Mutterer, Vorstandsmitglied ADFC Baden-Baden


Verbotsschild: Hier endet für die Demonstranten der europäische Gedanke

Gastredner Thomas Hentschel (MdL, Grüne) unterstützte die Forderungen der Anwesenden. Er betonte, dass es langen Atem brauche, um Fortschritte zu erziehlen. Er zollte der Ausdauer des ADFC und dem Engagement der Teilnehmer seinen Respekt. Er werde sich mit seinen Möglichkeiten für die Interessen der Radfahrenden einsetzen.

Öffentlich geehrt wurde der Aktive des ADFC Manfred Schwarz. Er setzt sich seit Jahren für die Wieder-Öffnung des Bauwerkes ein. Denn ursprünglich war der Übergang für alle Verkehrsteilnehmer möglich. "Manfred hat uns ermutigt und angetrieben - herzlichen Dank", lobte ihn Neininger.

Die Polizei sperrte für einige Minuten beidseitig den Autoverkehr. Die Demonstranten fuhren bis zur Staatsgrenze - doch ab da ging es nicht weiter.
Zum Flammkuchen ins Elsass geht es hier (noch) nicht.


Für Fachgespräche ist immer Zeit

 

© ADFC BW 2018