Bund unterstützt Fahrradbrücke über den Rhein

Verkehrspolitik

Nach mehreren Raddemos des ADFC für einen sicheren Rheinübergang tut sich etwas: Der von den CDU-Abgeordneten Kai Whittaker MdB und Dr. Alexander Becker MdL im Juli organisierte „Brückengipfel“ hat zu einem weiteren Erfolg geführt. Der Bund unterstützt die Machbarkeitsstudie für die seit langem geforderte Fahrradbrücke über den Rhein zwischen Iffezheimer Staustufe und Wintersdorfer Brücke mit 15.000 Euro.

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat zugesagt, Machbarkeitsstudien für grenzüberschreitende Mobilität in den kommenden vier Jahren mit 8,5 Millionen Euro zu unterstützen. Während der Großteil dieser Gelder der Vorplanung von Schienenprojekten zukommen soll, konnte Whittaker auch 15.000 Euro für die Machbarkeitsstudie für das hiesige Fahrradbrückenprojekt erkämpfen.


Ralph Neininger (2. vl) und Kai Whittaker (7. vr) beim Brückengipfel an der Wintersdorfer Brücke
(Juli 2019, Fotograf: Sebastian Schillinger)

Die Gesamtkosten der Studie belaufen sich auf 260.000 Euro und werden bislang zur Hälfte von EU-Interreg-Fördermittel und zur anderen Hälfte vom Département Bas-Rhin (75.000 Euro) und dem Landkreis Rastatt (55.000 Euro) getragen.

Zahlreiche politische Entscheidungsträger aus Deutschland und Frankreich hatten beim Brückengipfel begrüßt, dass sich der Bund mit 50.000 Euro an einer separaten Machbarkeitsstudie zur möglichen Wiederinbetriebnahme des Schienenverkehrs über die Wintersdorfer Brücke beteiligt. In seinem Grußwort hatte Landrat Toni Huber den Wunsch geäußert, dass sich der Bund auch an der Machbarkeitsstudie der Fahrradbrücke beteiligen solle, um bundespolitische Unterstützung zu signalisieren und die engen Budgets der Projektpartner zu entlasten.

Kai Whittaker hatte diesen Wunsch in den letzten Monaten an Bundesminister Andreas Scheuer und seinem Fraktionskollegen im Haushaltsausschuss, Rüdiger Kruse, weitergetragen. „Ich freue mich sehr über diesen Zuschuss. Das Thema Fahrradbrücke begleitet mich in meiner politischen Arbeit schon sehr lange - seit meinem Einzug in den Bundestag im Jahr 2013. Ich bin dem ADFC um Kreisvorsitzenden Ralph Neininger dankbar, dass er in dieser Sache den öffentlichen Druck trotz vieler Rückschläge immer wieder aufrechterhalten hat. Die Fahrradfahrer in meinem Wahlkreis haben einen sicheren Rheinübergang mehr als verdient. Ich bleibe am Thema dran,“ so Whittaker.


Die Wintersdorfer Brücke gilt bei Radfahrenden als gefährlich

Der ADFC Kreisvorsitzende Ralph Neininger, in dessen Kreis die Brücke errichtet werden könnte, meint: "Wichtig ist, dass der Bund mit Beteiligung an der Machbarkeitsstudie seine Zuständigkeit anerkennt. Wäre er nicht zuständig, würde er sich nicht beteiligen an der Prüfung der Machbarkeit. Und wenn er zuständig ist, wird er sich auch an der Finanzierung beteiligen. Und an der Stelle bei der Wintersdorfer Brücke ist auch der Segen aus Frankreich zu erwarten". Zudem habe "Bundesverkehrsminister Scheuer gerade bis 2023 im Bundeshaushalt 900 Mio € zusätzlich für Radverkehr angekündigt, mit denen der Bau vielleicht realisiert werden könnte". Da müssen sich die Planer beeilen.

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