ADFC fordert: Mehr Radverkehr für bessere Luft!

Das heutige Urteil des Verwaltungsgerichts Stuttgart, das schnellst-mögliche Maßnahmen zur Verbesserung der Luftreinhaltung in Stuttgart fordert, zeigt deutlich, dass die Zeit der Minimal-Lösungen vorbei ist. Daher fordert der ADFC Baden-Württemberg die Nachbesserung des Luftreinhalteplans und den massiven Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur, um die umweltfreundliche Alternative zum Auto endlich konkurrenzfähig zu machen.

ADFC-Landesgeschäftsführerin Kathleen Lumma sagt: „Um aus den Städten im Land lebenswerte, urbane Räume zu machen, müssen die Ursachen der Probleme bekämpft und nicht die Symptome verbessert werden. Wir brauchen die Verkehrswende – und zwar jetzt!
Natürlich gibt es unvermeidliche Autofahrten. Deren Zukunft hängt aber davon ab, ob es gelingt, eine Vielzahl nicht notwendiger Fahrten zu vermeiden oder auf andere Mobilitätsalternativen zu verlagern. Die Hälfte der städtischen Autofahrten sind Kurzstrecken von unter fünf Kilometern. Mit einer ausgebauten, sicheren Fahrrad-Infrastruktur könnte man eine große Anzahl von Fahrten auf das Rad verlagern. Daher erwarten wir, dass der Radverkehr für die Luftreinhaltung in unseren Städten eine zentrale Rolle spielt und bei der Überarbeitung des Luftreinhalteplans für Stuttgart endlich in großem Maße berücksichtigt wird!“

Die Radverkehrsförderung sollte im bisherigen Entwurf des Luftreinhalteplans für die Stadt Stuttgart lediglich eine untergeordnete Rolle spielen und mit geringem Engagement fortgeführt werden, solange der Autoverkehr nicht einschränkt wird. Das kritisierte der ADFC Baden-Württemberg in seiner Stellungnahme in aller Deutlichkeit und fordert den massiven Ausbau der Rad-Infrastruktur in der Stadt. „Das Potenzial des Radverkehrs wird in Stuttgart massiv unterschätzt und wurde bisher auch nicht adäquat simuliert. Statt mit einfachen infrastrukturellen Mitteln neue Mobilitätsalternativen zu schaffen, wird mit teuren, technischen Lösungen Kosmetik am Problem betrieben!“, sagt Lumma.

Das Urteil des Verwaltungsgerichts Stuttgart begrüßt die Interessenvertretung der Radfahrer und sieht darin die Chance, dass das Land und die Stadt Stuttgart endlich echte Lösungsvorschläge für das Luftreinhalteproblem erarbeiten. Lumma: „An der Verkehrswende und dem Ausbau nachhaltiger Mobilitätsangebote kommt man nicht mehr vorbei! Daher ist jetzt der Zeitpunkt den Radverkehr massiv auszubauen.“


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