ADFC-Tour zum Ludwigsburger Agenda Diplom

Presseinfo Tourenbericht

Nachhaltigkeit in der Praxis

Am vergangenen Samstag lud der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Ludwigsburg zur Entdeckungstour auf das Lange Feld ein. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Ludwigsburger Agenda-Diploms statt. 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kurbelten bei schönstem Herbstwetter entlang der Felder durch den Agrarraum am Rande der Stadt. Doch was wird hier eigentlich angebaut und welche Tiere leben auf dem Langen Feld?

Der erste Zwischenstopp beim Milchbauernhof Dobler brachte einiges an Wissen über die Nutztiere dort. Was die Milchkühe fressen wird zum Großteil auf den umliegenden Feldern angebaut, so der Mais und das Heu. Zwischen 70 und 140 Liter Wasser trinkt eine Kuh am Tag und gibt dafür rund 28 Liter Milch.

Weiter ging es über die Felder in Richtung Schwalbenhof auf Möglinger Gemarkung. Dabei sollten alle die Augen und Ohren offen halten – nach Wildtieren. Zunächst zeigte sich jedoch nur eine Krähe. Dann aber, kamen doch noch einige Tiere aus der Deckung: zuerst ein Falke, dann ein majestätisch segelnder Rotmilan, schließlich eine Maus und ein Feldhase. "Meister Lampe" war auch Thema beim zweiten Zwischenstopp, wo es um Fledermäuse, Schmetterlinge, Feldhasen und Rebhühner ging. Wer weiß zum Beispiel, dass ein Feldhase bis zu 70 km/h schnell werden kann? Sein Bett hat der Hase nicht etwa in Erdlöchern, sondern in Kuhlen an den Feldrändern, so genannten Sassen. Unter anderem deshalb sind für den Hasen, wie für viele andere Wildtiere ausreichend Wiesenstreifen mit Wildkräutern, Hecken und Gehölze an den Ackerrändern so wichtig zum Überleben.

Auf dem Schwalbenhof schließlich durfte die Gruppe einen richtigen Ackergaul, eine weidende Rinderherde sowie Ziegen, Hasen, Gänse und Laufenten kennenlernen. Aber eigentlich ging es ums Gemüse. Gärtnerin Julia führte die Gruppe über den Acker. Dort konnte bestaunt werden was rund um den Hof alles wächst. Nebenbei informierte die Gärtnerin, wie im Biolandbau Schädlinge bekämpft, oder besser, ausgetrickst werden, was vor allem auch über eine ausgetüftelte Fruchtfolge gelingt.

Anschließend durfte sich jeder einen eigenen Maiskolben ernten und auf dem offenen Feuer grillen. Dazu gab es viele Köstlichkeiten aus eigener Produktion, so verschiedene Brote, Kürbis, Karotten, Fenchel- und Blattsalate, Quarkspeise und Apfelsaft. Nach dem Essen galt es für die Agenda-Diplom-Aspiranten einen Erntekalender auf den Hof zu zeichnen. Dabei hat sich gezeigt, dass es bei uns auf dem Feld rund ums Jahr etwas Frisches zu essen gibt, sei es im Frühjahr das Blattgemüse, das Fruchtgemüse im Sommer, das Wurzelgemüse im Herbst oder das Kohlgemüse im Winter. Wer sich regional ernährt, könne sich noch so richtig auf die jeweilige Saison freuen und in der Küche kreativ werden, meint Julia. Denn schmecken Erdbeeren nicht am besten, wenn es draußen auf den Feldern nach Erdbeeren duftet und diese frisch geerntet sind?

Damit zukünftig alle wissen, was in unseren Breiten zu welcher Zeit als frisches oder Lagergemüse verfügbar ist, gab es noch einen Erntekalender und einen Klimaschutz-Aufkleber fürs Fahrrad. Denn wer mit dem Fahrrad auf dem Bauernhof regionale und saisonale Produkte einkauft, pflegt in punkto Ernährung und Mobilität wahrlich einen nachhaltigen Lebensstil – und dafür setzen sich die Umweltpaten des Agenda-Diploms schließlich ein.

Weitere Informationen zum Agenda-Diplom erhalten sie unter: http://www.agenda21.Ludwigsburg.de

Zum ADFC unter: http://www.adfc-bw.de/ludwigsburg

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