Statistik: Tödlich verunglückte Radfahrer*innen

Verkehrspolitik

Jede*r Tote und Verletzte im Straßenverkehr ist eine*r zu viel.

Die Verkehrssicherheit von Radfahrenden hat sich 2018 und auch im ersten Halbjahr 2019 weiter verschlechtert.

Das Statistische Bundesamt meldet: In den ersten fünf Monaten des Jahres 2019 kamen deutschlandweit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer ums Leben. Die Zahl der Getöteten Radfahrenden steigt um 16 Personen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. 2017 starben in Deutschland insgesamt 382 Radfahrer*innen, 2018 bereits 445.

https://www.dvr.de/unfallstatistik/de/verkehrsteilnahme-getoetete

ADFC Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork reagiert auf die steigenden Zahlen mit der nachdrücklichen Forderung nach geschützten Radwege und geschützten Kreuzungen. „Deutschland muss jetzt einen Zahn zulegen beim Ausbau der Fahrradinfrastruktur, sonst werden wir ständig solche Hiobsbotschaften bekommen! Die Wege für Radfahrende sind nach wie vor erbärmlich – gleichzeitig ist mehr Radverkehr als Lösung für unsere verstopften Städte ja hocherwünscht! Wir brauchen sofort mehr Tempo 30 in den Städten, schnelle Ausbauprogramme für geschützte Radwege an Hauptachsen und vor allem: Geschützte Kreuzungen! Kreuzungen sind die gefährlichsten Punkte für Radfahrerinnen und Radfahrer.

https://www.adfc.de/neuigkeit/adfc-fordert-neue-konzepte-fuer-sichere-kreuzungen

In Baden-Württemberg sind die Zahlen ebenfalls schlecht: 2018 gab es einen Anstieg von 45 auf 68 Getötete. Von Januar 2019 bis Juni 2019 sind bereits 33 Fahrradfahrer*innen getötet worden.

https://tinyurl.com/y6a6bbaf

Das kann so nicht hingenommen werden. Der ADFC Baden-Württemberg reagiert auf die dramatische Entwicklung mit der nachdrücklichen Forderung nach besserer Fahrradinfrastruktur, die den stark wachsenden Fahrradverkehr sicherer macht. Außerdem startet im Frühjahr 2020 die Aktion „SICHER E-Biken“ mit Sicherheitstrainings für Pedelec-Lenker*innen.

https://www.adfc-bw.de/lv-startseite/news-darstellung/article/sicherheitstraining-fuer-pedelec-fahrerinnen/

Die ADFC-Landesvorsitzende Gudrun Zühlke zur Entwicklung der Unfallzahlen von Radfahrenden in Baden-Württemberg:

„Jede*r Tote und Verletzte im Straßenverkehr ist eine*r zu viel. Radfahren ist in Bund und Land oft schwierig, wie der ADFC-Fahrradklimatest 2018 aufgezeigt hat (https://www.fahrradklima-test.de). Die Fahrradinfrastruktur ist häufig unbefriedigend und hält mit der Entwicklung des Radverkehrs nicht Schritt. Die rasant steigende Anzahl von Pedelecs und E-Bikes verschärft die Situation durch erhöhte Fahrleistung in Form von Personenkilometern.

Quelle: Straßenverkehrsunfallstatistik des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg

https://www.statistik-bw.de/Verkehr/Unfaelle/LRUnfaelleT.jsp

Der Anstieg der der tödlich verunglückten Radfahrer*innen in Baden-Württemberg ist beunruhigend. Was sind im Einzelnen die Ursachen für die Unfälle? Fest steht: bei jedem Unfall hat irgendwer versagt: Neben den Verkehrsteilnehmer*innen sind das auch Planer*innen der Infrastruktur, für Unterhalt und Wartung der Infrastruktur Zuständige oder auch die Fahrzeugtechnik. Und weil menschliche Fehler nicht mit Sicherheit auszuschließen sind, brauchen wir Fehler verzeihende Infrastruktur, sichere Wege und sichere Kreuzungen.“

Weiterführende Links zum Thema Unfallursachen:

https://www.youtube.com/watch?v=sd-SRTo7JvQ&feature=share

https://www.tagesschau.de/faktenfinder/unfallstatistik-radtote-101.html

Foto: ADFC/Jens-Lehmkuehler

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