Ludwigsburg im Fahrrad-Klimatest auf einem guten Platz

Presseinfo

Der ADFC sieht Verbesserungsbedarf bei der Sicherheit
Mit der Note 3,6 verbessert sich Ludwigsburg leicht gegenüber 2018 und landet damit in Baden-Württemberg auf dem 3. Platz in seiner Größenklasse. Stärken liegen in Ludwigsburg bei der Erreichbarkeit des Zentrums, dem Winterdienst und der Wegeweisung. Schlechte Noten erhält Ludwigsburg vor allem bei der Kontrolle von Falschparkern auf Radwegen und bei Fragen, mit denen Sicherheit und Komfort beim Radfahren bewertet werden. Unter „Komfort“ sind dabei Fragen nach der Oberfläche und Breite der Radwege, der Führung an Baustellen oder nach Abstellmöglichkeiten zu finden – alles was das Radfahren angenehm oder eben weniger angenehm macht.
Der ADFC-Fahrradklima-Test ist ein bundesweites Stimmungsbarometer zur Zufriedenheit von Radfahrenden in deutschen Städten und gleichzeitig ein Arbeitstool mit Empfehlungen. Entsprechend dem steigenden Stellenwert des Radfahrens ist auch die Zahl der Teilnehmenden an der online-Umfrage deutlich gestiegen: von den bundesweit 230.000 ausgefüllten Fragebögen kommen 457 aus Ludwigsburg - 2018 waren es nur 299.
Eine deutliche Verbesserung sehen die Befragten vor allem bei den Punkt Öffnung der Einbahnstraßen und Wegweisung, der Werbung für das Radfahren und der Akzeptanz. Auch die Wegeführung bei Baustellen und die Ampelschaltungen für die Radfahrerinnen und Radfahrer werden besser als vor 2 Jahren bewertet, allerdings gibt es mit den Noten von 4,3 und 4 hier noch deutlich Luft nach oben. Der Bemühungen der Stadtverwaltung für mehr Radverkehr werden ebenfalls honoriert, die Befragten attestieren bei der Fahrradförderung in jüngster Zeit eine deutliche Verbesserung. Und ein erfreuliches Ergebnis: In keinem Punkt hat sich die Bewertung verschlechtert.
Allerdings sind gerade bei den Fragen zur Sicherheit und Komfort für Radfahrer die Noten eher schlecht. Hier muss aus Sicht des ADFC noch viel getan werden. Dies betrifft auch die Routen für die Schulkinder. Der ADFC begrüßt den fahrradfreundlichen Umbau von Alleen- und Friedrich-Ebert-Straße. „Hier sollte die Ampelschaltung an der B27 so gestaltet werden, dass in den Stoßzeiten Schülerinnen und Schüler ausreichend Zeit für die Überquerung haben und nicht wie bisher oft mehrere Ampelphasen abwarten müssen,“ fordert Kathrin Werner, verkehrspolitische Sprecherin des ADFC Ludwigsburg.
Interessant sind auch die Zusatzfragen zur Corona-Krise und den Auswirkungen auf das Radfahren. Mehr als die Hälfte der Befragten sagen, dass sie oder ihr Umfeld während Corona neue Fahrradziele entdeckt haben und dass die Bedeutung des Fahrrades zugenommen hat. Leider fehlen aber seitens der Stadt Signale für mehr Fahrradfreundlichkeit während der Corona Krise. Bei dieser erhält die Stadt Ludwigsburg mit der Note 5 sogar ihre schlechteste Note im Test und ist auch deutlich schlechter als das benachbarte Stuttgart, obwohl Stuttgart in der Gesamtbewertung mit einer 4 minus insgesamt viel schlechter als Ludwigsburg abschneidet.
Für den ADFC zeigt sich, dass die Stadt insgesamt auf einem guten Weg ist, allerdings geht es viel zu langsam. „Wir begrüßen die Maßnahmen zur Fahrradförderung in der letzten Zeit, wie zum Beispiel die Umwandlung der Seestraße in eine Fahrradstraße. Wir brauchen aber deutlich mehr Verbesserung bei den Punkten Sicherheit und Komfort des Radfahrens. Hier wünschen wir uns einen deutlichen Sprung nach vorne. Dies betrifft vor allem den zögerlichen Ausbau des Radroutennetzes, wo wir deutlich mehr Tempo brauchen. Zumal die Förderbedingungen durch Land und Bund so gut sind wie noch nie“ so Christian Volkmer, Vorsitzender des ADFC Ludwigsburg.
Die Ergebnisse des Fahrradklimatests finden Sie hier: https://fahrradklima-test.adfc.de/ergebnisse

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