Einzeldarstellung

"Pfosteritis breitet sich aus"

Verkehrspädagogik

 

Neulich - so sagt man doch, wenn man sich entweder nicht mehr an das genaue Datum erinnern kann oder die Begebenheit schon ein paar Tage her ist - also neulich, da fuhr der Stadtradler mal wieder vom Schenkensee in Richtung Handelszentrum Ost, dem "Gründle", und zwar auf dem ...

 

Preisfrage: Wer weiß, wo dieser Weg ist?


In der Gesamtansicht wirds klar. Das ist der Weg zwischen dem Schenkenseestadion und der Tennisanlage des STC.


Ganz in Gedanken, wer denn Heinz Leiermann ist und wer vom Stadtradler seinen Bekannten das wohl wissen würde, tauchte plötzlich am Ende des Stadions - so ganz aus dem nichts - ein Pfosten auf. Rot-Weiß angestrichen stand er da, ohne Vorwarnung, mitten auf dem Weg und ohne erkennbaren Sinn.

 

Und sch.. gefährlich, da nicht erkennbar ist ob entgegenkommende Personen (Spaziergänger, Jogger, Hundehalter, Radfahrer etc.) sich links oder rechts am Pfosten vorbeibewegen.


Noch schlimmer wirds, wenn man aus Richtung Hessental kommt. Da ist der Weg leicht abschüssig und der geneigte Radler muss rechts am Pfosten vorbei und aufpassen, daß er danach nicht zu weit nach links fährt. Hier ist ein Foto, das die Situation darstellt. Der Pfosten ist am linken Bildrand kaum zu erkennen.

 

Übrigens steht der "Bruder" dieses Pfostens auf dem Weg rechts am Stadion vorbei.

Also Aufpassen liebe Radler!


Ein paar Tage später war der Stadtradler dann im Westen von Hall unterwegs. Nämlich am Starkholzbacher See. Und was gibt es da? Pfosten! Gleich zwei nebeneinander! Mitten auf dem Radweg! Ohne Vorwarnung! Und die Abstände sind so schmal, daß eine schlanke Radlerin zwar dazwischen durchpasst, aber wehe, sie hat ihr Badezeugs in Packtaschen verstaut, oder etwas breiteres Gepäck dabei (es soll ja Menschen geben, die zum Baden entsprechendes Zubehör mitbringen). Was ist, wenn Eltern mit Kinderanhänger sich am See erholen wollen?

 


Ab sofort wird der Stadtradler also nicht nur ein Auge auf den fahrenden und den ruhenden Verkehr haben müssen, sondern auch noch auf Pfosten mitten auf den Radwegen achten. Hoffentlich greift diese "Pfosteritis" nicht noch weiter um sich. Schließlich wollen wir Radfahrer ja gesund und unfallfrei an unserem Ziel ankommen.

Herzlichst,

Ihr Stadtradler ♥


Ach so, wer war denn nun eigentlich Heinz Leiermann?

Heinz Leiermann war ein 26-jähriger Luftwaffen-Unteroffizer aus Essen, der vom Krieg die Nase voll hatte und aus seiner in Norddeutschland stationierten Einheit floh. Nach seiner Festnahme wurde er am 29. März 1945 durch ein Feldgericht in Schwäbisch Hall wegen Desertion zum Tode verurteilt und am folgenden Tag auf dem Fliegerhorstgelände in Hessental durch Erschießen hingerichtet.

 

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