Radverkehrskonzept 2013 und Fortschreibung 2020

 

Radverkehrskonzept Isny 2013

Das Kölner Planungsbüro VIA erstellte unter Mitwirkung der ADFC-OG Isny/Argenbühl ein Radverkehrskonzept für Isny. 2013 wurde das Konzept vom Isnyer Gemeinderat verabschiedet. Ein Großteil der Maßnahmen für die Kernstadt wurde 2015 umgesetzt.

Wichtigster Teil das Radverkehrskonzepts war die Sicherung der Schulwege. Schutzstreifen auf mehreren Hauptverkehrsstraßen signalisieren, dass Radfahrer gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer sind.  Aufpflasterungen von Radwegfurten entlang der innerstädtischen Umgehungsstraße verringern die Geschwindigkeit des einbiegenden und abbiegenden motorisierten Verkehrs. Mehrere Straßen, die zum Schulzentrum führen, wurden als Fahrradstraßen ausgewiesen. Kompakte Mittelinseln und geteilte Querungshilfen dienen der sicheren Querung von Hauptverkehrsstraßen.

ADFC-Ortsgruppe stellt Entwurf zur Fortschreibung des Isnyer Radverkehrskonzept vor

Das Radverkehrskonzept 2013 war ein wichtiger Beitrag, die Schulwege sicherer zu machen. Schutzstreifen auf Hauptverkehrsstraßen, die Aufpflasterung von Radfurten und die Ausweisung von Fahrradstraßen setzten Zeichen, dass Isny den Radverkehr mehr fördern will.

Im Zeichen des Klimaschutzes ist jedoch erforderlich, dass noch viel mehr Menschen auf das Fahrrad umsteigen. Noch immer fahren viele Fahrradfahrer auf dem Gehweg, teils auch verbotenerweise auf nicht für den Radverkehr frei gegebenen Wegen. Groß angelegte Studien aus Deutschland (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft 2018) erklären dieses Verhalten. Schutzstreifen und Radfahrstreifen, die nur die Mindestbreite aufweisen, werden weniger akzeptiert als breiter markierte Fahrstreifen. In Isny wurden aus Platzmangel jeweils nur die Mindestbreiten umgesetzt: für Schutzstreifen 1,25 Meter, für Radfahrstreifen 1,5 Meter. Wie amerikanische Studien (Geller 2005, Furth 2012) zeigen, würde ein Großteil der Bevölkerung gerne Fahrrad fahren, wenn sie sich sicher fühlten und Radfahren stressarm auf separaten Wegen möglich wäre.

Wir brauchen also auch in Isny attraktivere Radwege. Die Isnyer ADFC-Ortsgruppe hat dazu in Zusammenarbeit mit der Verwaltung, Isnyer Bürgern und Gemeinderäten einen Maßnahmenkatalog entwickelt. Diesen wollen wir öffentlich diskutieren und dem Gemeinderat vorstellen.

Die wichtigsten Vorschläge hier in Kürze: Unfälle mit Radfahrerbeteiligung passieren häufig an Einmündungen. Stoppschilder könnten hier in vielen Fällen die Sicherheit der Radfahrer verbessern. Einbahnstraßen in Gegenrichtung zu öffnen wird heute generell vom Gesetzgeber empfohlen. Auch in Isny sollte dies konsequent umgesetzt werden. Einige vorhandene Geh- und Radwege können attraktiver gemacht werden, indem der Belag ausgebessert oder der Weg verbreitert wird. Zentraler Punkt des Maßnahmenkatalogs ist die Umnutzung einiger Straßen. Die Weißlandstraße, eine wichtige Radverbindung u.a. zu den Kindergärten, wird häufig als Schleichweg missbraucht, um die Ampel an der Maierhöfener Straße zu umgehen. Der beste Schutz für Radfahrer würde erreicht, wenn die Weißlandstraße in der Mitte für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt würde. Ein ähnliches Konzept schlägt der ADFC für den Rotenbacher Weg vor. Dieser ist die ideale Radverbindung für das gesamte Wohngebiet am Mittelösch in die Innenstadt. Er sollte daher nur für die unmittelbaren Anlieger mit dem Kfz befahrbar sein. Der Achener Weg als Hauptverbindung zum größten Isnyer Industriegebiet, zum Einkaufszentrum Bühlberg und für Radfahrer Richtung Leutkirch ist für Radfahrer gefährlich und wenig attraktiv. Die beste Lösung wäre hier, den Achener Weg als Einbahnstraße auszuweisen, um stadtauswärts einen breiten, sicheren Radfahrstreifen installieren zu können.

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