Auswahlhilfe beim Kauf eines E-Bikes oder Pedelecs

Wichtig zur Wortwahl: Der Oberbegriff „E-Bike“ bezeichnet eigentlich drei verschiedene Typen: Pedelecs (Pedal Electric Cycles, am meisten verbreitet, max. 25/kmh), S-Pedelecs (Schnelle Pedal Electric Cycles, max. 45 km/h) und E-Mountainbikes für Touren in den Bergen und im Gelände. S-Pedelecs sind nur auf Straßen erlaubt und haben Führerschein-, Versicherungs- und Kennzeichenpflicht.
Auf die einzelnen Motoren (Mittelmotor, Laufradmotor, etc.) sowie auf Akkus, Schaltungen, Bremsen, Federungen etc. wird hier nicht eingegangen. Dies sind individuelle Aspekte, deren Vielfalt in einschlägigen Fachzeitschriften behandelt wird und die zu sehr den Vorlieben des Käufers/der Käuferin unterliegen. Es werden nur Hilfestellungen angeboten, die der/die Einzelne beim Kauf eines E-Bikes/Pedelecs berücksichtigen kann. In der Folge wird auf die geschlechtliche Wortwahl der Einfachheit halber verzichtet. Seien Sie gewiss, dass wir die Menschen in Ihrer Individualität gleich achten!

1.
Man sollte sich die grundsätzlich die Frage stellen: „Für welchen Zweck möchte ich dieses Fahrrad nutzen?“ und danach die erste grobe Auswahl für das Bike und seine Ausstattung treffen (Alltagsnutzung, Freizeit, Sport, Straße, Radwandern, Mountainbiken, Lastentransport etc.).

2.
Das Fahrrad sollte über einen längeren Zeitraum Probe gefahren werden (halber Tag bis ein ganzes Wochenende), denn nur so kann man wirklich feststellen, ob das Fahrrad zu einem passt. Dieser Service sollte von einem guten Fahrradhändler gewährt werden. Unter Umständen verlangt der Fahrradhändler eine Leihgebühr, die man sich beim Kauf anrechnen lassen sollte.

3.
Man sollte sich für das Fahrrad „vermessen“ lassen. Das Fahrrad sollte auf die Anatomie des Radfahrers abgestimmt sein. Diese Maßnahme kann verhindern, dass man Kniebeschwerden, Handkribbeln, Rücken- und/oder Nackenschmerzen oder andere unangenehme Beschwerden beim Radfahren bekommt. Manche Fahrradhändler verlangen hierfür eine Gebühr, die man sich aber beim Kauf anrechnen lassen sollte.



4.
Benötige ich für meine Touren ein Navigationsgerät? Hier bieten nicht alle Hersteller eine Komplettlösung an (http://www.radmarkt.de/nachrichten/teasi-navi-fuer-drei-e-bike-systeme). Welche Möglichkeiten habe ich für die Befestigung und eventuell den Stromverbrauch eines externen Gerätes? Gibt es hier die Möglichkeit, das Endgerät mit dem Fahrrad-Akku zu speisen?

5.
Das E-Bike/Pedelec sollte versuchsweise eine Treppe rauf und wieder runter getragen werden. Dies kann an Bedeutung gewinnen, wenn man beabsichtigt, eine Radreise zu machen. Hier können einem Situationen begegnen, die es erforderlich machen, ein Fahrrad auch mal tragen zu müssen (nicht barrierefreier Bahnhof und/oder Züge etc.). Das kann auch bei der Unterbringung zuhause (Garage, Keller) wichtig sein. Dieser Test zeigt dann, wie handhabungssicher ein Fahrrad beim Tragen ist. Ist es vom Gewicht her eher ausgewogen-neutral, kann man es gut greifen um das Gewicht zu halten, ist es zu schwer?

6.
Was ist zu beachten, wenn ich das Fahrrad auf einem Fahrradträger (Anhängerkupplung, Dach, Heckzusatz-Träger) transportieren möchte? Ist es problemlos zu fixieren?

7.
Wie fährt sich das Fahrrad bei abgeschaltetem Motor? Dies kann Hinweise auf die Qualität eines E-Bikes/Pedelecs offenbaren (Tretlager, Radlager, Widerstand der eventuell beim Treten vom abgeschalteten Motor erzeugt wird usw.).

Wenn Sie diese Punkte in Ihre Entscheidung mit einbezogen haben, kann fast nichts mehr schiefgehen, um das passende E-Bike oder Pedelec zu finden.
In diesem Sinne viel Spaß und Erfolg bei der Auswahl und viel Freude mit Ihrem „neuen Bike“!

Weitere Informationen vom ADFC erhalten Sie hier:
www.adfc.de/files/2/135/Pedelec-Verbraucherinformation_2014.pdf
www.adfc.de/pedelecs/tipps-zu-auswahl-und-kauf/tipps-zu-auswahl-und-kauf

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