Pendler aufs Rad

Wege aus dem Stau − Symposium von ADFC und IHK am 17. November 2017

Die IHK Rhein-Neckar und der ADFC Rhein-Neckar/Heidelberg laden ein zum Symposium „Pendler aufs Rad Wege aus dem Stau“ am Freitag, 17. November 2017, bei der IHK Rhein-Neckar.

Eine aktuelle Studie bescheinigt Mannheim und Heidelberg ein sehr hohes Pendleraufkommen, wobei Heidelberg mit fast 70 Prozent einpendelnden Arbeitnehmern Deutschlands „Pendlerhauptstadt“ ist. Mit ihren zahlreichen Arbeitsplätzen besitzen die beiden Oberzentren eine hohe Attraktivität bei Arbeitnehmern in einem weiten Umkreis.

Ein erheblicher Teil der Pendler, die in einem im Umkreis von bis zu zehn Kilometern um Mannheim und Heidelberg wohnen, könnte das Fahrrad als Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit oder Ausbildung nehmen.

  •     Was macht das Radfahren für Pendler attraktiv?
  •     Was hält viele Arbeitnehmer vom Radfahren ab?
  •     Welchen Nutzen haben Unternehmen und Kommunen von der Förderung des Radverkehrs?
  •     Was erhöht die Verkehrssicherheit und mindert die Unfallgefahr von Radfahrern?
  •     Welche Möglichkeiten haben Unternehmen bei der innerbetrieblichen Radverkehrsförderung?

Um diese Fragen wird es bei der gemeinsamen Veranstaltung von IHK Rhein-Neckar und ADFC Rhein-Neckar/Heidelberg gehen.

Programm
9.30 Uhr Begrüßung
Sicherheit an erster Stelle
Janice Hebel, BASF SE, Initiative „Sicherer Arbeitsweg“
Wie sieht eine gute Radinfrastruktur aus? – Hermino Katzenstein MdL, (Vorstand ADFC Rhein-Neckar/Heidelberg,)
Best practice: So funktioniert Fahrradinfrastruktur
Michael Groß, Radverkehrsbeauftragter Landkreis Heilbronn / Joachim Kaluza, Radverkehrsbeauftragter Stadt Erlangen
11 Uhr Kaffeepause
Wie können Unternehmen den Radverkehr fördern?
Dr. Silvia Körntgen, ADFC Landesverband Baden-Württemberg
Best practice: Warum unsere Mitarbeiter das Fahrrad wählen
Martina Schneider, Schneider Schreibgeräte, Schramberg
Podiumsdiskussion

13 Uhr Imbiss mit Thementischen
ca. 13.30 Uhr Ende der Veranstaltung

Moderation Micha Hörnle, Rhein-Neckar-Zeitung

Anmeldung
Die Veranstaltung findet bei der IHK Rhein-Neckar, Haus der Wirtschaft, Hans-Böckler-Straße 4, 69115 Heidelberg statt. Um Anmeldung wird bis zum 6. November 2017 per E-Mail an michael.froehlich(..at..)adfc-bw.de gebeten. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.


Wie nachhaltig war das Fahrradjahr 2017?

Fragen an Stefan Dallinger, Landrat des Rhein-Neckar-Kreises

Das Fahrradjahr 2017 mit zahlreichen Veranstaltungen aus Anlass des 200-jährigen Jubiläums der Erfindung des Fahrrades durch Karl Freiherr von Drais neigt sich dem Ende zu. Der ADFC Rhein-Neckar/Heidelberg befragte Stefan Dallinger, Landrat des Rhein-Neckar-Kreises, zur Nachhaltigkeit des Fahrradjahrs.


ADFC: Das Fahrradjahr 2017 mit zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen rund ums Rad auch im Rhein-Neckar-Kreis geht dem Ende entgegen – wie nachhaltig war das Fahrradjahr?


Landrat Dallinger: Das Fahrradjahr 2017 und die erhöhte Sensibilität für das Thema Rad wurde vom Rhein-Neckar-Kreis genutzt, um mit neuen Printprodukten und Marketingaktionen auf das attraktive und abwechslungsreiche Radwegenetz in unserer Region aufmerksam zu machen und für eine bessere Transparenz über das Angebot zu sorgen. 10.000 Broschüren „Deine Radtouren.Unsere Heimat“ waren innerhalb von acht Wochen vergriffen. Ein Nachdruck liegt zwischenzeitlich vor. Die neu erschienene Rad- und Freizeitkarte kommt ebenfalls sehr gut an. 15 neue Touren-Tipps in der Region wurden zum Fahrradjahr ausgearbeitet, digitalisiert und auf unserem Freizeitportal veröffentlicht. Das führte u.a. dazu, dass andere digitale Kanäle und Redakteure auf unsere Angebote aufmerksam wurden und die Informationen weiter streuen. Für die Erstellung der neuen Produkte entstand ein engeres Netzwerk mit verschiedenen Akteuren auch außerhalb der politischen und touristischen Ebenen, wie beispielsweise, die der Radgeschäfte, Radsportvereine und Rad-Guides. Schon heute können wir sagen, dass diese Basisarbeiten nachhaltig sind, um Folgeprojekte darauf aufbauen zu können.

 

Weitere Aktionen wie die Kraichradwegeröffnung, die „Finde-dein-Rad“ Schatzsuche, diverse Pressemitteilungen, Anzeigenschaltungen und redaktionelle Beiträge führten zu einer erhöhten Nachfrage nach Informationen zu touristischen Radrouten. So hatten wir allein beim Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises zum Neckartalradweg über 1.800 Einzelversendungen. Auch dies wird sich nachhaltig in Bezug auf die touristische Nutzung auswirken.


ADFC: Im Bereich des Pendlerverkehrs hat das Fahrrad noch viel Potenzial, mit dem E-Bike lassen sich Entfernungen leichter überwinden – sofern eine gute Infrastruktur vorhanden ist. Welche Verbesserungen im Radverkehrsnetz des Landkreises wird es 2018 geben?

 

Landrat Dallinger: Das Straßenbauamt setzt auch im Jahr 2018 kontinuierlich die Maßnahmen für das Startnetz unseres Mobilitätskonzepts Rhein-Neckar-Kreis um. Zurzeit sind wir in der Vorbereitung zur baulichen Umsetzung von drei investiven Maßnahmen:

  • An der K4175/K4176 Sinsheim-Hoffenheim – Dielheim-Balzfeld soll spätestens im 2. Halbjahr 2018 mit dem Bau eines begleitenden Radweges als Lückenschluss zur Leimbachroute begonnen werden.

  • Ebenfalls spätestens im 2. Halbjahr 2018 ist der Baubeginn des Radweges an der K4134 Heddesheim-Muckensturm vorgesehen.

  • Der Lückenschluss an der K4281 Sinsheim-Daisbach beim Abfallentsorgungszentrum der AVR wird im Laufe des Jahres 2018 gebaut werden, sobald der Umbau der Deponiezufahrt abgeschlossen ist.


Die im Mobilitätskonzept Radverkehr Rhein-Neckar-Kreis vorgeschlagene einheitliche wegweisende Beschilderung für Radfahrer wurde von unserem Straßenbauamt mit allen Kreisgemeinden im Detail abgestimmt und ein konkreter Beschilderungsplan erstellt. Ausschreibung und Umsetzung können im Jahr 2018 erfolgen, sobald die hierfür bei Land und Bund beantragten Fördermittel bewilligt sind.


Die Baulast für Radverkehrsverbindungen im Rhein-Neckar-Kreis liegt nur bei Radwegen an Kreisstraßen beim Kreis selbst. Er ist also nur zu einem verhältnismäßig geringen Anteil für den Bau und die Unterhaltung im Radverkehrsnetz des Rhein-Neckar-Kreises zuständig. Die Baulast für Radwege an Bundes- und Landesstraßen wird vom Land Baden-Württemberg wahrgenommen. Dieses hat für den Zeitraum von 2017 bis 2020 ein landesweites Radwegebauprogramm für Landes- und Bundesstraßen aufgestellt und veröffentlicht. In diesem Radwegebauprogramm des Landes sind auch acht Baumaßnahmen im Rhein-Neckar-Kreis enthalten. Die Planung und Umsetzung dieser Radwegebaumaßnahmen obliegt dem Regierungspräsidium Karlsruhe.


Die Baulast für den größten Teil des Radnetzes liegt bei den Städten und Gemeinden. Für bestimmte Radverkehrsbauprojekte, die im Startnetz des Mobilitätskonzepts Radverkehr Rhein-Neckar-Kreis aufgeführt sind und in die Baulast von Städten und Gemeinden fallen, hat der Rhein-Neckar-Kreis ein eigenes Förderprogramm aufgelegt, um einen zusätzlichen Anreiz zur Umsetzung zu schaffen. Auf der Ebene der Städte und Gemeinden im Rhein-Neckar gibt es vielfältige Projekte zur Verbesserung des lokalen Radnetzes.

 

Auf der Ebene aller Baulastträger wird das vorhandene Radverkehrsnetz auch durch kleinere Maßnahmen wie Markierungen und Optimierung von Radwegeausleitungen und der Beschilderung gemäß der Straßenverkehrsordnung sukzessive verbessert.


In den neuen Printprodukten und auf dem Freizeitportal bieten wir erstmalig eine Übersicht über die derzeit vorhandenen E-Bike-Ladestationen. Über Förderprogramme (z.B. LEADER) wird die Einrichtung von E-Bike Ladestationen unterstützt. Die Kommunen der Brunnenregion des Rhein-Neckar-Kreises haben sich hierfür erfolgreich beworben.


ADFC: Auf welche Verbesserungen im Bereich des touristischen Radverkehrs dürfen wir uns freuen?


Landrat Dallinger: Es entsteht in Kooperation mit den Landkreisen, den Kommunen und der Schwarzwald Tourismus GmbH eine neue touristische Radroute, die Badische Weinstraße. Die Ringroute, eine Verbindungsroute von neun Themenrouten, der Metropolregion wird fertiggestellt. Die Re- Zertifizierung des Neckartal-Radweges sowie die Neuzertifizierung des Heidelberg-Schwarzwald-Bodensee Radwegs stehen an. Mit diesen Qualifizierungs- und Evaluierungsprozessen verknüpft sind Verbesserungen bei der Streckenführung sowie im Bereich des Marketings. Der Rhein-Neckar-Kreis wird die in 2017 begonnene professionelle Radverkehrskommunikation verstärken. U.a. bewirbt sich der Kreis um das „Kleine Förderpaket“ bei der agfk Initiative RadKULTUR des Landes.


Welche weiteren Themen im Bereich des touristischen Radverkehrs zukünftig angegangen werden, wird sich voraussichtlich im November 2018 entscheiden. Das Strategiekonzept „Tourismus- und Freizeitmanagement“ des Kreises (11/2015 – 11/2018) wird fortgeschrieben. Konkrete Projekte im Bereich touristischer Radverkehr werden Inhalt sein. Hierfür werden Projektideen gemeinsam mit Ihnen dem ADFC und weiteren Interessensgruppen diskutiert werden. Je nach Machbarkeit und Dringlichkeit werden diese priorisiert und dem Kreisausschuss zum Beschluss vorgelegt. So ergibt sich für alle Beteiligten eine Transparenz und Planungssicherheit.

 

 


 

 

Verkehrspolitik des ADFC in HD und RNK

In den letzten Jahren hat sich im Rhein-Neckar-Kreis und in Heidelberg als Mitgliedern der AGFK-BW (Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg) einiges zu mehr Fahrradfreundlichkeit getan:

Einbahnstraßen in Heidelberg sind überwiegend für den Radverkehr in beide Richtungen freigegeben. Radfahrstreifen- bzw. Schutzstreifen wurden an einigen Straßen, wo genügend Platz ist, angelegt. Eine Radwegenetzkonzeption Rhein-Neckar-Kreis ist erarbeitet worden und die RadKULTUR als Werbeaktion für das Radfahren wird in Heidelberg auch 2016 im vierten Jahr fortgesetzt.

Wer gelegentlich oder täglich mit dem Rad fährt, stellt fest, dass es auch noch viel zu tun gibt: In der gerade erschienenen Sinus-Studie fordern 76 % der HeidelbergerInnen, dass sich die Kommunalpolitik stärker mit dem Thema Radverkehr beschäftigt (C. Rothfuß im Stadtblatt vom 11.11.15).

In der IG Rad geht es dem ADFC zusammen mit anderen Initiativen zum Beispiel um folgende Fahrradthemen:

Fahrradstraßen: Lediglich zwei Straßen sind in Heidelberg zum Teil Fahrradstraßen (Plöck östlich des Friedrich-Ebert-Platzes und eine in der Südstadt). Mannheim und Eppelheim haben in den letzten Jahren mehrere Fahrradstraßen ausgewiesen. Fahrradstraßen „kommen dann in Betracht, wenn der Radverkehr die vorherrschende Verkehrsart ist oder dies alsbald zu erwarten ist“ (VwV-StVO Fahrradstraßen). Da dies ist auch in der Plöck zwischen Sofienstraße und Ebertplatz der Fall ist, könnte die Fahrrastraße verlängert werden. Auch eine Verknüpfung der Plöck mit den Fahrradstraßen in der Südstadt (Fichtestr./Franz-Marc-Str.) über eine Fahrradstraße wäre sinnvoll. Neben der politischen Signalwirkung haben Fahrradstraßen den angenehmen Nebeneffekt, dass Nebeneinanderfahren erlaubt ist.

Tempo 20/30: In der Bahnhofstraße wurde ein verkehrs-beruhigter Geschäftsbereich eingerichtet. (Tempo 20). Dort ist die Situation sehr entspannt. Auch in der Poststraße wäre Tempo 20 sinnvoll (viele querende Fußgänger, viele Geschäfte, Bestandteil der Campus-Rad-Route).

Wenn Tempo 30 flächendeckend in der ganzen Stadt eingeführt würde, würde sich die Sicherheit für alle erhöhen - und die Fahrtdauer einer durchschnittlichen Autofahrt nur um 72 Sekunden verlängern (UPI, 2015).

Andere Themen der IG Rad sind Abstellanlagen, Radschnell-weg, Situation an Baustellen usw.
Wir treffen uns ca. alle drei Monate – auch um die Sitzungen mit der Stadtverwaltung (AG Rad) vorzubereiten. Bei Interesse bitte mail an heidelberg(..at..)adfc-bw.de oder Tel. 06221/23910.

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