Ideen zum Verkehr "Im Neuenheimer Feld"

Masterplan „Im Neuenheimer Feld“

Die Uni Heidelberg und das DKFZ hatten sich bisher nicht besonders hervorgetan mit ökologisch orientierter Verkehrsplanung.

Eher im Gegenteil:

  • Straßenbahn wurde verhindert
  • bis vor wenigen Jahren waren die Parkplätze komplett kostenlos – jetzt fast kostenlos (DKFZ immer noch kostenlos!)
  • der Widerstand gegen das Jobticket wurde erst auf großen Druck aufgegeben (DKFZ?)
  • Radverkehr ist nicht besonders erwünscht:
    - am Südeingang Kirschner Straße wurde er trotz vieler Fußgänger auf den schmalen Gehweg verbannt
    - das Absperrgitter im Norden wurde erst nach jahrzehntelangem Widerstand entfernt
    - Radweg an der Straße „Im Neuenheimer Feld“ hat viele Hindernisse

Im Zuge des Masterplans erhoffen wir uns eine ökologischere Variante des Verkehrs.

Am 17. Oktober 2018 präsentierten die vier Planungsteams ihre ersten Ideenskizzen für die Zukunft des Neuenheimer Feldes, am 12. Februar 2019 wurden die weiterentwickelten Ideen vorgestellt.

Der motorisierte Individualverkehr nahm in den Ideen meist nur eine untergeordnete Rolle ein. Lediglich das Ingenieurbüro Möller setzt auf 5.Neckarquerung, Nordzubringer, viele Parkhäuser am Rand und ohne Erschließung durch eine Straßenbahn.
Die ausgeprägtesten Vorstellungen zum Verkehr hat das Planungsbüro Heide mit Seilbahn von Hbf zusammen mit der Fahrradbrücke über den Neckar, sowie vom S-Bahnhof Wieblingen (mit Parkhaus), mit SRH-Haltepunkt auch ins Zentrum des Plangebietes. Zusätzlich soll eine Straßenbahn-Ringerschliesung (2 Varianten) erfolgen. 
Die Schweizerin Kertin Höger will den Autoverkehr durch mehr Straßenbahn, Fuß- und Radverkehr immer weiter zurückdrängen. Dann können vorhandene Parkhäuser auch schrittweise andere Bestimmungen erhalten. Sie verfolgt das ökologischste Konzept und wird wahrscheinlich von konservativer Seite stark kritisiert.

Für die Projektträger sprach sich ein Kanzler der Uni stark gegen eine Straßenbahn durch das Unigelände aus und meinte, das die aktuelle Planung wenig mit einer Stadtplanung zu tun hätte. Dem widersprach energisch der erste Bürgermeister Odszuck!

Der ADFC ist im Forum dieses Prozeßes auch vertreten. Am 20. Februar, sowie am Freitag, 1. März 2019, trifft es sich jeweils ab 17 Uhr im Dezernat 16 zu zwei öffentlichen Sitzungen. Die Forumsmitglieder werden die überarbeiteten Ideen der Planungsteams, die bereits am 12. Februar in einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt und diskutiert wurden, vertiefend behandeln.

Hier, auf der offiziellen Seite, können alle Präsentationen geladen werden und sonstige Informationen zum Stand des Projektes eingesehen werden:

https://www.masterplan-neuenheimer-feld.de

Von den Zuhörern waren einige Autofans sehr aktiv, die eine 5. (Auto)-Neckarquerung auf ihren Zettelchen forderten oder „Straßenbahn ist ein veraltetes Verkehrsmittel“ anmerkten!

 

Am 28. Februar 2020 war die Position der Investoren (Stadt, Uni, Land) -->in der RNZ zu lesen. Da diese stark von unseren Positionen abweicht hat der ADFC eine Stellungnahme dazu geschrieben:

Stellungnahme des ADFC zum Masterplan-Verfahren


Am 28.Februar wurden in der RNZ die Wünsche der Investoren zur Gestaltung des Neuenheimer Feldes wiedergegeben. Diese unterscheiden sich in vielen Punkten von dem Votum der meisten Teilnehmer des Masterplan-Verfahrens. Diese haben überwiegend den Entwurf von Büro Höger favorisiert. Letztendlich hat der Gemeinderat darüber zu entscheiden, was gebaut werden darf.

Aus Radverkehrssicht möchten wir als Vertreterorganisation der Alltagsradler dazu folgendes anmerken.

Wir haben in den 90er Jahren eine Fahrradbrücke im Stile der überdachten Holzbrücken, wie sie häufig in den Alpen zu finden sind, an der diskutierten Stelle gewünscht. Da selbst solch eine Brücke nicht den Belangen des Naturschutzes genügt, nehmen wir zwischenzeitlich davon Abstand und unterstützen die Pläne der Stadt für die bekannte Fahrrad-Neckarbrücke. Diese ist das wichtigste Teilstück der Radroute Südstadt-Bahnstadt-Bergheim-Neuenheimer Feld.

Da diese für die aus Westen kommenden Pendler dann zu weit östlich ist, halten wir eine Fahrradbrücke über den Neckar unter der Autobahnbrücke bei Wieblingen für sinnvoll.

Diese könnte mit dem zukünftigen Radschnellweg an der OEG-Trasse/Autobahnunterführung verbunden sein, um auf die notwendige Höhe über den Neckar zu kommen. Auf der Nordseite ist das Höhenproblem nicht so gravierend und es könnte mit einer kurzen Rampe Richtung Modellflugplatz zum Neuenheimer Feld weitergegeführt werden.

Im Neuenheimer Feld selbst ist der Radverkehr momentan zusammen  mit dem Fußverkehr auf den breiten Wegen ausreichend versorgt. Im Zuge einer Verdichtung der Bauten könnte es etwas problematischer werden. Daher halten wir eine Ringstraße nur für den Radverkehr parallel zu einer eventuellen Ringstraßenbahn für sinnvoll. Die Feinverteilung passiert dann wie bisher zusammen mit dem Fußverkehr.

Radfahrende aus Richtung Ladenburg und Dossenheim sollten auf den als Radrouten ausgewiesenen Wirtschaftswegen im Handschuhsheimer Feld sicher ins Neuenheimer Feld fahren können: Dazu gehört ein guter Fahrbahnbelag, gute Pflege und ein wirksamer Schutz vor überholenden KFZ. Eine intelligente Beleuchtung der Wege ist wünschenswert.

Auch die Zufahrt aus dem Neckartal ins Neuenheimer Feld in Neuenheim kann kurzfristig deutlich verbessert werden.

 

 

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