„In Coronazeiten Bewegungsdrang kontaktfrei ausleben“

ADFC Rhein-Neckar/Heidelberg stellt Mannheimer Grundschulen Roller zur Verfügung

Im Rahmen einer Sonderaktion der Fahrradausbildung stellt der ADFC Rhein-Neckar/Heidelberg sieben Mannheimer Grundschulen bis zu den Sommerferien jeweils 14 bis 16 Roller zur Verfügung. Die Stadt Mannheim trägt die Kosten dieses Angebotes.

Michael Fröhlich, Leiter der ADFC-Verkehrspädagogik: „Der ADFC Rhein-Neckar/Heidelberg möchte damit in Coronazeiten die Schulen mit Bewegungsangeboten unterstützen. Denn während Mannschafts-oder Kontaktsportarten derzeit nicht möglich sind, spricht nichts gegen Rollern oder Radfahren bei Einhaltung des notwendigen Abstandes.“

Tweila Wittmann, Leiterin der Rheinaugrundschule, freut sich über die Initiative des ADFC: „Die Kinder saßen jetzt so lange in den Wohnungen, sie brauchen Bewegung, sollen aber Abstand halten. Deshalb fallen beliebte Möglichkeiten wie Fußball und Fangen weg. Die Roller sind die perfekte Möglichkeit, dass die Kinder sich in diesen Zeiten trotz Corona mit viel Spaß bewegen können.“

In den Sommerferien werden die Roller auf Wunsch Jugendhäusern zur Verfügung gestellt. Jenifer Yeboha, Quartiermanagerin in Herzogenried: „Tolle Idee des ADFC Heidelberg, das bereits bestehende Roller-Projekt an die derzeitige Situation anzupassen! So können die Kinder ihren Bewegungsdrang kontaktfrei ausleben.“

Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren können die Roller und das dazu gehörige Parcours-Material unter Anleitung durch die Betreuer nutzen. Die Roller können für jede Altersgruppe in Abhängigkeit von der jeweiligen Fahrkompetenz unterschiedlich eingesetzt werden und bieten den Kindern neben der körperlichen Betätigung auch motorische Lerneffekte und darüber hinaus jede Menge Spaß. Generell bietet das Rollerfahren darüber hinaus verschiedene Vorteile: Es ist eine einfach erlernbare Art der Fortbewegung, die umweltfreundlich ist und auch noch viel Spaß macht. Es fördert Fitness, Körperwahrnehmung, Beweglichkeit, Balance und führt Kinder spielerisch und in geschütztem Rahmen an Fähigkeiten heran, die sie auch im Straßenverkehr benötigen (z. B. Rücksicht auf andere nehmen oder Abstände einschätzen).

Das zur Verfügung gestellte Material umfasst neben den luftbereiften Kindertretrollern einen Erwachsenenroller, Reparaturmaterial (Werkzeug, Flickzeug, Pumpe, Schraubenschüssel) sowie Ersatzschläuche und -reifen. Dazu Übungsmaterial (Wippe, Riffelbrett, Limbo, Hütchen, Straßenkreide…) und Literatur. Am ersten Tag bei Anlieferung gibt es eine Einweisung, bei der Abholung werden die Roller repariert.

Folgende Aktivitäten sind mit den Rollern denkbar:

  • Fahrübungen mit luftbereiften Tretrollern
  • Freies Fahren im verkehrsfreien Raum (Innenhöfe, Schulhöfe, öffentliche Plätze, Gehwege, etc.)
  • Angeleitetes Fahren im Parcours mit Slalom, Wippe, Limbo und Riffelbrett
  • Rollerspiele (z.B. Rollerbrennball, Rollerfußball, Feuer-Wasser-Dieb……)
  • Wettfahrten (Rennen und Schleichen, einzeln oder in Staffeln)
  • Begleitete Ausflüge in die nähere Umgebung (z.B. Stadtbücherei, Bücherbus, Tagesausflüge – Herzogenriedpark, Luisenpark, Neckarwiese, Rheinwiesen……)

Interessierte Einrichtungen können sich an verkehrspaedagogik-hd(..at..)adfc-bw.de wenden.

Hintergrund: Vom Roller sicher aufs Rad

Jedes Jahr nehmen ca. 10.000 ViertklässlerInnen in Mannheim, Heidelberg und im Rhein-Neckar-Kreis an der Fahrradausbildung der Jugendverkehrsschulen teil. Bei den Kindern ist zu beobachten, dass in den letzten Jahren motorische und kognitive Fähigkeiten schlechter ausgebildet sind und deshalb ca. ein Viertel der Kinder nur eingeschränkt oder gar nicht Fahrrad fahren kann. Mit dem Bildungsplan 2016 wurde im Schulsport der Wahlpflichtbereich „Fahren, Rollen, Gleiten“ eingeführt und damit eine Möglichkeit geschaffen, Kindern roll- und fahrspezifische Fähigkeiten zu vermitteln.


 

Wie steht es mit der Rücksichtnahme im Straßenverkehr?

Verkehrsdetektive am Max-Born-Gymnasium Neckargemünd

„Am Anfang wussten viele gar nicht so genau, was mit Rücksichtnahme im Straßenverkehr überhaupt gemeint ist“, berichtet Sophia aus der 8a. Diese Frage wurde gleich am Anfang des Verkehrsdetektive-Projekts geklärt, nämlich anhand des §1 der StVO. Vom 3. bis 6. März 2020 führte Michael Fröhlich vom ADFC Heidelberg das Projekt mit allen vier achten Klassen des Max-Born-Gymnasiums durch.

Nach einer Einführung durften die jungen Detektivinnen und Detektive selbst den Straßenverkehr beobachten. Sie dokumentierten das Verhalten der Verkehrsteilnehmer mit Listen und Digitalkameras, und befragten auch einige Verkehrsteilnehmer zu ihrem Verhalten und ihren Einschätzungen. Arbeitsteilig konzentrierten sich die Gruppen auf Fußgänger, Radfahrer, ÖPNV, Autos und die Interaktion aller Verkehrsteilnehmer. Die Ergebnisse ihrer Beobachtungen und eigener Internet-Recherchen stellten sie in Präsentationen vor. Zudem erstellte jede Gruppe ein digitales Plakat, das für mehr Rücksichtnahme im Straßenverkehr warb.

In der Auswertung äußerten die Jugendlichen Kritik am Verhalten der Autofahrenden. Sophie und Marlene (8a) waren überrascht von ihren Ergebnissen: „Wir hätten nicht gedacht, dass die Autofahrer sich selbst so negativ einstufen. Sie wissen also, dass sie leider oft nicht sehr rücksichtsvoll fahren. Aber interessant war doch, dass die meisten sich selbst besser einschätzen als die anderen Verkehrsteilnehmer. Irgendwie kann das ja gar nicht sein. Außerdem sind fünf von 25 beobachteten Autofahrern bei Rot über die Ampel gefahren!“

Felix und Samira (8a) haben auch noch einen Kritikpunkt: „Wir finden unmöglich, dass die Eltern mit ihren großen Elterntaxis die Kinder überall hinfahren. Dann blockieren sie z. B. vor der Grundschule die Gehwege und gefährliche Einmündungen, und die Kinder können nicht sicher über die Straße gelangen. Außerdem fahren viele gerade dort zu schnell.“

Simon (8a) zieht einen Vergleich zu einem Nachbarland: „Ich kenne mich auch in den Niederlanden im Straßenverkehr aus. Dort nehmen alle Rücksicht auf Radfahrer. Hier müssen alle anderen Rücksicht auf die Autofahrer nehmen.“ Felix (8a) stimmt mit einem nüchternen Fazit zu: „Am wenigsten werden die Rechte der Fußgänger beachtet, am meisten die der Autofahrer.“

Daniela (8a) berichtet von der Verkehrsbeobachtung: „Es hat geregnet und es war ziemlich kalt. Dann haben wir uns ins Foyer der Sparkasse gestellt und von dort die Kreuzung beobachtet. So konnten wir aus dem warmen Gebäude alles überblicken, aber selbst nicht gesehen werden. Es war interessant, was wir herausgefunden haben!“

Projektleiter Fröhlich zeigt sich begeistert von der Selbstständigkeit und dem Interesse, mit dem die Klassen arbeiteten und hochwertige Ergebnisse erzielten. Einen Hinweis findet er wichtig: „Es stecken immer Menschen dahinter. Das Auto oder Fahrrad oder auch der Bus wird immer von einem Menschen gefahren, der rücksichtsvoll fahren kann oder auch nicht. Meistens verhält man sich ja so, dass man sich selbst möglichst sicher fühlt.“

Zum Schluss appelliert er an die Schülerinnen und Schüler: „Wenn ihr feststellt, dass z. B. Ampeln schlecht geschaltet sind und man als Fußgänger zu lang warten muss – oder wenn Bus-Abfahrtszeiten nicht zum Schulschluss passen, so dass man nicht mehr sicher zur Haltestelle gelangen kann: Gebt Hinweise an die Stadt oder an die Verkehrsbetriebe. Man wird euch auf jeden Fall zuhören. Auch die Entscheidungsträger sind Menschen und haben schon manchmal aufgrund der Meldung von Schülern Verbesserungen umgesetzt, damit jeder im Straßenverkehr sicher ans Ziel kommt.“

Die Veranstaltung wurde vom Freundeskreis des MBG mitfinanziert – herzlichen Dank!

Vera Weisenberger


 

Dank an die Lotsen

Abschlussveranstaltung 2019 des ADFC-Projekts „Schulradler“

Der ADFC Rhein-Neckar/Heidelberg hat in diesem Jahr gemeinsam mit der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) zwischen März und Juli in sieben Heidelberger Schulen 50 Radlotsen und 15 Schulwegbegleiter für Bus und Bahn ausgebildet, die nach den Sommerferien mit Beginn des neuen Schuljahres in Heidelberg ihre Einsätze hatten und drei Wochen lang insgesamt 125 Fünftklässler auf dem Weg in ihre neue Schule begleitet haben. Alternativ zur persönlichen Begleitung wurde in einigen Fällen ein Streckenvorschlag für den Schulweg erarbeitet.
Bei der Abschlussveranstaltung am 8. Oktober 2019 im RNV-Betriebshof Heidelberg sprachen ADFC-Vorstandsmitglied Michael Fröhlich und Uwe Blümler von der RNV den Lotsen ihren Dank aus und überreichten Urkunden und Bescheinigungen über den Besuch des Erste-Hilfe-Kurses.

„Ziel des Projekts Schulradler ist es, dass Kinder ihren Schulweg erlernen und für die Gefahren auf dem Weg sensibilisiert werden, des Weiteren dass Jugendliche Verantwortung übernehmen und Eltern ihre Kinder mit dem Fahrrad beruhigt in die Schule schicken können“, so Michael Fröhlich.

Uwe Blümler: „Neben einem Erste-Hilfe-Kurs machen sie bei der RNV ein Straßenbahndiplom, das heißt, wir haben in Edingen ein gesichertes Gleis, da dürfen sie selber mal die OEG bewegen.“ Das macht Spaß, hat aber einen ernsten Hintergrund, denn auf diese Weise lernen die Schüler*innen die Sicherheitseinrichtungen kennen und erfahren zum Beispiel, was es mit dem toten Winkel auf sich hat.

Seit 2012 bildet der ADFC mit der RNV Siebt- und Achtklässler als Fahrradlotsen und Schulwegbegleiter für Bus und Bahn aus, die dann Fünftklässler mit zur Schule nehmen und nach dem Unterricht wieder zurückbegleiten. Zielgruppe sind alle Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 5 als Mitfahrer sowie alle Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 8 und 9 als Lotsen. Finanziert wird das Projekt von der Stadt Heidelberg.

Schwerpunkt Jugend und Verkehr

Ein besonderer Schwerpunkt des ADFC-Rhein-Neckar/Heidelberg liegt auf Jugendarbeit und Verkehrspädagogik. Für alle Altersstufen gibt altersangemessene Angebote: vom „Rollermobil“ (Kita und Grundschule bis Klasse 2), über die Grundschulprojekttage (Klassen 3 und 4), die „Schulradler“ (Klassen 5 und 6) und Beleuchtungsaktionen (Klassen 6 bis 8) bis zur Schulradler-Lotsenausbildung (Klassen 7 bis 9) sorgt der ADFC dafür, dass Schülerinnen und Schüler zu sicheren und verantwortungsbewussten Verkehrsteilnehmern herangebildet werden.

Heidelberger in Stuttgart

 

Auf Einladung von Wissenschaftsministerin und MdL Theresia Bauer sowie MdL Hermino Katzenstein hatten zwei Gruppen unsererer letztjährigen Schulradler am 11. und 18. Juli die Möglichkeit einmal Stuttgart, den Landtag und das dortige politische Geschehen zu entdecken.

Nach einem Besuch im Haus der Geschichte, ging es zum Mittagessen in die Mensa des Landtages, wo sich zu aller Überraschung auch das ein oder andere bekanntere Gesicht blicken ließ.

Anschließend stand dann endlich das Highlight, der Besuch des Landtags an, inklusive dem Besuch einer Plenarsitzung. Abschließend konnte jeder noch im Gespräch mit MdL Theresia Bauer bzw. MdL Hermino Katzenstein seine persönlichen Fragen stellen und so noch einen besseren Einblick in die Arbeit des Landtags und unserer Wissenschaftsministerin bekommen.

Vielen Dank auch an dieser Stelle an alle Schulradler und vor allem auch an MdL Theresia Bauer und MdL Hermino Katzenstein für die Einladung und den tollen Tag!


 

Spaß an der Bewegung mit dem Roller

Das ADFC-Projekt „Rollermobil“ − Sicher mobil auf zwei Rädern

„Rollermobil“, das Projekt des ADFC Rhein-Neckar/Heidelberg will Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter auf das Fahrradfahren vorbereiten.

Michael Fröhlich, Projektleiter Verkehrspädagogik beim ADFC Rhein-Neckar: „Der ADFC stellt den Schulen dazu für bis zu vier Wochen einen Klassensatz Kinderroller, einen Erwachsenenroller, Wippe, Riffelbrett und weiteres Material zur Verfügung und weist die Lehrerinnen und Lehrer in den Gebrauch ein. Den Abschluss bilden ein Rollerparcours und eine Ausfahrt.“

In der Grundschule Bahnstadt sind die Projekttage „Rollermobil“ gerade zu Ende gegangen. Die Kinder hatten bei der abschließenden Fahrt ins Pfaffengrunder Feld sichtlich Spaß am Rollerfahren, auch wenn es draußen noch ein wenig kühl war. „Eine Mannheimer Schule möchte die Roller immer kurz vor Weihnachten haben“, erzählt Fröhlich, „mit der Begründung, ‚nur mit dem Roller bekommen wir die Kinder im Winter ins Freie‘.“

Der ADFC Rhein-Neckar/Heidelberg stellt übers Jahr aktuell 40 Schulen in Heidelberg, Mannheim und im Rhein-Neckar-Kreis das Projekt Rollermobil zur Verfügung. Fünf Schulen können zeitgleich teilnehmen. Damit wird ein Bildungsauftrag erfüllt: Der Bildungsplan Baden-Württemberg sieht unter Punkt 3.2.9 „Fahren, Rollen, Gleiten“ vor: „Die Schülerinnen und Schüler beherrschen verschiedene Techniken im Umgang mit Fahr‑, Roll- oder Gleitgeräten. Dies ermöglicht ihnen die verantwortungsbewusste Teilhabe an vielfältigen Freizeitangeboten. Sie gehen mit komplexen und wagnisreichen Situationen verantwortungsvoll um.“ Und nebenbei macht das den Erstklässlern ganz offenkundig auch noch viel Spaß.


 


„Das hat mein Fahrrad zu erzählen“

Sieger des Schreibwettbewerb stehen fest – Preise wurden übergeben

Begleitend zur Wanderausstellung der Abteilung Verkehrspädagogik des ADFC Rhein-Neckar/Heidelberg „Fahrräder erzählen Geschichten“, die an rund 20 verschiedenen Orten in Heidelberg, Mannheim und Umgebung zu sehen war, waren Schülerinnen und Schüler der 4. bis 6. Klassen eingeladen zu einem Schreibwettbewerb mit dem Thema „Das hat mein Fahrrad zu erzählen“.

Die drei Preisträger unter 85 Einsendungen des Schreibwettbewerbs stehen fest, die Preise wurden in Mannheim und Heidelberg unter großen Jubel der jungen Autoren und ihrer Klassen übergeben. Der erste Preis (100 Euro) ging an Jannik Zeller und Patrick Baro aus der 6b des Mannheimer Moll-Gymnasium für „Varus und seine geölte Familie“, den zweiten Preis (75 Euro) erhielt Hannah Revermann aus der 6.7 der Internationalen Gesamtschule Heidelberg für „Der Tag, der mein Leben veränderte“ und mit dem dritten Preis (50 Euro) wurde Mara Hochmann aus der 6b des Moll-Gymnasiums für „Der böse Fahrradkauf“ ausgezeichnet.

Der Jury gehörten Anna Hussinger, Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK) Baden-Württemberg, Michael Fröhlich, Geschäftsführer des ADFC Rhein-Neckar/ Heidelberg und Daniel Fehmer vom ADFC Rhein-Neckar/Heidelberg an.

Anlass der Wanderausstellung und des begleitenden Schreibwettbewerbs war der 200. Geburtstag des Fahrrades: 1817 unternahm Karl Freiherr von Drais zwischen Mannheim und Schwetzingen die erste Fahrt auf seiner Laufmaschine, der Urmutter des Fahrrades, wie wir es heute kennen.



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