Rückbau Nordverbindung Eislingen – Göppingen

Verkehrspolitik

Die 4-spurige sogenannte Nordverbindung zwischen Eislingen und Göppingen war im Frühjahr 2016 der Auslöser für die aktuellen Planungen einer Radschnellverbindung im Filstal. Durch den Neubau der Bundesstraße 10 werden keine vier Fahrspuren mehr für den Kfz-Verkehr benötigt. Gleichzeitig wird seit dem Rückbau der alten B10 in Eislingen die Nordverbindung häufig als Ausweichstrecke von Autofahrenden genutzt. Die Folge sind hohe Geschwindigkeiten und zunehmende Beeinträchtigungen der Anwohner durch Lärm.

Parallel wird aber der der Radverkehr zusammen mit den Fußgängern auf einen schmalen gemeinsamen Asphaltstreifen gezwängt. Was liegt also näher als die Autofahrspuren zu reduzieren und dafür dem Fuß- und Radverkehr mehr Raum zuzuweisen?

Die Eislinger Verwaltung hat nun ein Planungsbüro beauftragt, Vorschläge für einen Rückbau der Nordverbindung auf zwei Autofahrspuren und jeweils vom Kfz-Verkehr getrennte eigene Bereiche für Radfahrende und zu Fuß gehende auszuarbeiten.

Die daraus resultierenden Pläne versprechen eine sehr gute Verbindung für den Radverkehr zwischen den Städten Eislingen und Göppingen – nördlich der Bahnlinie. Darüber hinaus ist ja aktuell eine Radschnellverbindung im Filstal auf der Südseite in der Phase einer Machbarkeitsuntersuchung. Die Ergebnisse daraus werden im April 2019 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Sollten beide Verbindungen realisiert werden, dann bestünden zwischen den beiden Nachbarstädten zwei sehr gut ausgebaute und direkten Verbindungen: zwischen Großeislingen und der Göppinger Innenstadt, sowie zwischen Kleineislingen und den Industriegebieten mit ihren vielen Arbeitsplätzen südlich der Fils.

Die Stadt Eislingen würde gerne den Rückbau zeitig angehen – allerdings ist sie nicht in der Baulastträgerschaft der Göppinger Straße. Die sog. Nordverbindung ist aktuell noch eine Landesstraße für die das Land Baden-Württemberg zuständig ist. Sie soll allerdings voraussichtlich im Jahr 2020 als Kreisstraße in die Zuständigkeit des Landratsamtes wechseln. In dieser Übergangsphase ist es natürlich nicht klar, wer die Kosten übernimmt.

Wie auch immer, es ist jedenfalls absehbar, dass die Radfahrenden in diesem Ballungsraum eine gute neue Radverbindung erhalten.

Dirk Messer
(ADFC Göppingen)

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