Sommerferienradtour auf die Alb

Tourenbericht

Ferienbeginn. Es ist Sommer und es ist heiß. Am 27. Juli machen sich sieben Kinder und Jugendliche mit 3 Betreuern auf zu einer erlebnisreichen 3-tägigen Radtour von Donzdorf auf die Schopflocher Alb.

Beim Start am Donzdorfer ehemaligen Bahnhof ließ sich bereits erahnen, dass der Tag heiß werden würde. Viele Pausen und Abkühlungen waren daher wichtig. Mit viel Elan ging es zum ersten ungeplanten Zwischenstopp nach Gingen an der Fils (5 km) – „an der Fils“ hieß für sieben Kids: rein in die Fils!

Ein kurzes Stück weiter kam es dann - ebenfalls in Gingen – leider zu unserer einzigen kritischen Situation: auf der langgezogenen Wilhelmstraße, auf welcher der Filstalradweg verläuft, hat unsere Radlerschar an einer der dortigen Kreuzungen mir „rechts-vor-links“-Regelung gestoppt, um ein von rechts kommendes Fahrzeug passieren zu lassen. Trotzdem hat die lange Reihe an Radlern ein zweites Fahrzeug überholt, um sich dann aufgrund des entgegenkommenden anderen Autos zwischen den Kindern Platz zu schaffen. Die Aufregung danach war verständlicherweise groß – und dies obwohl doch laut dem Gingener Bürgermeister Hick die Radfahrenden in Gingen das größte Sicherheitsrisiko unter allen Verkehrsteilnehmern darstellen! (hier gibt es übrigens eine Stellungnahme des ADFC Göppingen zur Diskussion um Regelverstöße von Radfahrenden)

Einmal kurz schütteln und weiter ging es nach Geislingen, wo wir dann auf die Tälesbahntrasse in Richtung Wiesensteig abbogen. Dort war dann ein weiterer Zwischenstopp zum inneren Abkühlen angesagt: Eis essen.

Immer weiter leicht talaufwärts erreichten wir dann Bad Überkingen. Als Kurort hat die Gemeinde natürlich auch einen angenehm schattigen Kurpark und in diesem Park gibt es Wasser in allen Varianten: die Fils, Brunnen und eine Kneipp-Anlage. Letztere zeichnet sich bekanntermaßen durch kaltes bis „saukaltes“ Wasser aus. Das war aber kein Hinderungsgrund für unsere jungen Wilden, um mit den Kleidern am Körper im Becken unterzutauchen!

Pitschnass aber glücklich und erfrischt nahmen wir die restlichen Kilometer bis Wiesensteig unter die Räder. Bevor wir aber zu unserem Etappenziel für diesen Tag, dem Kleinen Filsursprung kamen, machten wir noch einen Stopp im Wiesensteiger Freibad.

In Wiesensteig, einer sympathischen kleinen Stadt am Beginn der Fils sorgten wir für viel Aufmerksamkeit und mussten daher immer wieder über uns und unserem wohin und woher erzählen.

Der Schlusspunkt der Etappe war dann wie gesagt ein idyllisch gelegener Grillplatz am Filsursprung. Die kräftige Filsquelle ist weit weg von Häusern und Straßen am Talende, inmitten einer ursprünglichen Natur. Dort schlugen wir unsere mitgebrachten Zelte auf (übrigens mit offizieller Genehmigung des Landratsamtes), grillten, machten eine Nachtwanderung und viele Spiele. Die Zeit am Filsursprung war denn auch nach Meinung der Kinder und Jugendlichen das „Highlight“ unserer Tour.

Die 2. Etappe war kurz (15 km), beinhaltete aber dafür einiges an Höhenmetern. Vom Start weg ging es mal mehr, mal weniger bergauf bis zum Naturschutzzentrum Schopfloch. Immer wieder daher auch die Frage, wann den die letzte Steigung kommt. Das Naturschutzzentrum bekam von den Teilnehmern einige Minuspunkte, weil es als NATURSCHUTZZENTRUM nur in Plastik verpackten Kuchen verkauft. Ich würde sagen: 100 Punkte für die Kids!

Im Schopflocher Moor suchten wir anschließend noch nach fiktiven Moorleichen bevor wir am Nachmittag im herrlich gelegenen Freizeitheim Diepolsburg einfuhren, wo wir auch die Nacht verbrachten.

Am Sonntagmorgen brachen wir zu den letzten ca. 15 km auf. Über einen ehemaligen Vulkankrater – das Randecker Maar – ging es in Wellen zur Ruine Reußenstein, wo wir die letzten beiden Stunden bis zur Abfahrt des Radwanderbusses nach Göppingen aufhielten.

Mit einer halbstündigen Verspätung traf dann der Bus ein, der uns und unsere Räder und Anhänger wieder den Berg runter!!!, nach Göppingen brachte. Leider haben wir dadurch unseren Zug zurück nach Süßen verpasst. Nicht funktionierende Aufzüge in den Bahnhöfen Göppingen und Süßen waren dann abschließend nochmals ziemlich schweißtreibend für die Betreuer: 10 vollbepackte Räder und 2 Anhänger über zig Stufen rauf und wieder hinunterzutragen war dann doch etwas unnötig.

Dirk Messer (ADFC Göppingen)

© ADFC BW 2018