14.04.2016 - Offener Brief des ADFC Göppingen: Radschnellweg Göppingen - Eislingen

Verkehrspolitik

Die Stärkung des Alltagsradverkehrs unterstützt gleichzeitig mehrere gesellschaftliche Ziele: die Gesundheits- und Bewegungsförderung, die Lärm- und Feinstaubminderung, die CO2-Reduzierung und dadurch die Erhöhung der Lebensqualität in den Städten.

Auch Radpendler achten wie alle Pendler auf kurze Reisezeiten. Sind direkte, sichere und komfortable Verbindungen zwischen Orten vorhanden, dann kann das Fahrrad auch auf mittleren Distanzen (5 - 15 km) das Auto ersetzen. Dies gilt vor allem durch den starken Trend zu Elektrofahrrädern (Pedelecs). Durch Pedelecs steigt die Durchschnittsgeschwindigkeit des Radverkehrs deutlich. Es ist deshalb zunehmend wichtig, die Infrastruktur für Fahrräder an die veränderten Bedingungen anzupassen - auch zum Schutz von Fußgängern. Denn leider ist es vielerorts noch gängige Praxis Radfahrer auf Gehwege zu verbannen.

Eine neue Möglichkeit benachbarte Stadtzentren in diesem Sinne für den Alltagsradverkehr besser zu erschließen sind Radschnellwege. Radschnellwege sind direkt geführte, breite, qualitativ hochwertige und vom sonstigen Verkehr getrennte Fahrradwege, die wichtige Zentren miteinander verbinden.

Auf der sogenannten Nordverbindung zwischen den Städten Göppingen (Großeislinger Straße) und Eislingen (Göppinger Straße) gibt es die einmalige Chance einen solchen Radschnellweg umzusetzen. Mit dem Bau der neuen B10 wurde der Fernverkehr zwischen Stuttgart und Ulm aus den Innenstädten des Filstals auf die neue Straße verlagert. Trotzdem bestehen für den Kfz-Verkehr auf der alten B10 und auf der Nordverbindung zum Teil 4-spurige Verbindungen zwischen Göppingen und Eislingen. Nach Einführung von Tempo 30 auf der Stuttgarter Straße in Eislingen weichen viele Autofahrer auf die Landesstraße aus. Diese Situation fordert geradezu einen Rückbau der entbehrlich gewordenen Straßenflächen auf der Nordverbindung.

Der ADFC Göppingen empfiehlt deshalb auf dieser Straße den ersten Radschnellweg in der Region Stuttgart zu realisieren. Der Radschnellweg würde den Autoverkehr auf der Strecke Göppingen - Eislingen, wie auch den ÖPNV in den Spitzenstunden entlasten. Er wäre außerdem ein Beitrag der beiden Städte, wie auch des Landkreises den Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen zu erhöhen - entsprechend den Zielvorgaben in den jeweils beschlossenen Radverkehrskonzeptionen. Zudem schärft ein Radschnellweg das innovative Profil des Landkreises Göppingen und der beteiligten Städte. In die Zukunft gedacht, könnte der Schnellweg zwischen Göppingen und Eislingen das erste Stück eines durchgängigen Radschnellweges z.B. zwischen Ebersbach und Süßen sein. Der große Vorteil dabei: Radschnellwege werden momentan durch millionenschwere Förderprogramme des Bundes und des Landes Baden-Württemberg unterstützt.

Der ADFC Göppingen fordert die Städte Göppingen und Eislingen dazu auf, die einmalige Chance zu nutzen und mit dem Bau des ersten Radschnellweges eine zukunftsfähige, weil nachhaltige Mobilität zu stärken.

Offener Brief im Original zum Download

© Foto: Stadt Göttingen

© ADFC BW 2019