ADFC unterstützt Jugendbewegung Fridays for Future

Verkehrspolitik

Seit 30 Jahren ist bekannt, dass der Mensch dringend etwas gegen den Klimawandel unternehmen muss. 30 Jahre lang gab es aber aus der Politik vor allem Lippenbekenntnisse ohne konkrete Folgen. Deshalb sind wir gerade dabei, die Erde mit Vollgas gegen die Wand zu fahren. Höchste Zeit also, eine Vollbremsung hinzulegen.

Da die älteren Generationen bisher aber in Sachen Klimaschutz auf ganzer Linie versagt haben, nehmen nun weltweit die Kinder und Jugendlichen das klimapolitische Heft des Handelns in die Hand. In immer mehr Städten „schwänzen“ deshalb Schülerinnen und Schüler freitags den Unterricht und gehen unter dem Motto „Fridays for Future“ für den Klimaschutz auf die Straße. So fragen auch in Göppingen und Geislingen die Jugendlichen und Kinder: „Warum sollen wir für eine Zukunft lernen, die es vielleicht gar nicht gibt?“

Große Teile der Politik kritisieren, dass die jungen Menschen ihrer Schulpflicht nicht nachkommen aber selbst erfüllen sie die eigene Klimapflicht nicht. Daher hat Christian Lindner (FDP) mit einer abschätzigen Bemerkung der Bewegung eine unfreiwillige Steilvorlage gegeben. Lindner schrieb, dass man von Kindern und Jugendlichen nicht erwarten könne, die Zusammenhänge der Klimakrise zu verstehen. Das sei eine Sache für Profis.

Aus diesem Grund wird Fridays für Future nun auch von über 20.000 Wissenschaftler aus dem deutschsprachigen Raum unterstützt. Scientists for Future: „Wir sind die Profis und sagen: Die junge Generation hat Recht“. (Bundespressekonferenz, 12.03.2019)

Bekanntlich ist der Verkehrssektor der einzige Bereich in Deutschland, in dem die CO2-Emissionen immer noch ansteigen. Das Fahrrad ist hierbei eine wichtige Größe, um die dringend erforderliche Verkehrswende hin zu bekommen.

Der ADFC unterstützt ausdrücklich die jungen Menschen von Fridays for Future. In einer Pressemitteilung unseres Bundesverbandes heißt es:

ADFC-Bundesvorstand Rebecca Peters sagt: „Verkehrsminister Scheuer träumt von Stadt-Flugzeugen und ferngesteuertem Verkehr anstatt mal ernsthaft darüber nachzudenken, wie man 40 Millionen Autofahrten unter zwei Kilometer pro Tag vermeidet. Das ist doch Realitätsverweigerung! Der Minister muss jetzt sofort anfangen, die Menschen aus den Autos raus zu locken – und das geht nur mit kräftigen Investitionen in die aktive Mobilität und viel mehr Platz für Rad und Fuß!“

#CyclistsForFuture wollen #MehrPlatzFürsRad

Zur Unterstützung der Freitags-Demonstrationen für besseres Klima ruft der ADFC jetzt auch Radfahrerinnen und Radfahrer auf. In Hamburg und Nordrhein-Westfalen sind gemeinsame Aktionen von ADFC und Fridays for Future geplant. Weitere Städte und Regionen sollen folgen. Peters: „Wir unterstützen die Forderungen der Aktivisten nach einem Ausstiegsdatum für Verbrennermotoren sowie Tempolimits. Und wir setzen noch einen drauf: Für die dringend notwendige Verkehrswende brauchen wir viel mehr Platz für breite, hochwertige Radwege überall, sichere Kreuzungen und hervorragende Fahrradparkhäuser! Eine Verdreifachung des Radverkehrs und ein gewaltiger Beitrag für bessere Luft sind mit überschaubaren Mitteln möglich. Das muss das erste sein, was Minister Scheuer jetzt anpackt!“ 

Der ADFC Göppingen fordert alle Politikerinnen und Politiker, sowie die Verwaltungen in den Gemeinden und Städten des Landkreises Göppingen dazu auf, die Verkehrswende konsequent anzugehen und massiv in den Ausbau des Umweltverbundes aus ÖPNV, zu Fuß gehen und Radfahren zu investieren, denn „wir sind die erste Generation, die die Auswirkungen der Klimakrise spürt aber die letzte, die etwas tun kann

Aber auch jeder und jede Einzelne von uns sollte sich im Interesse unserer Kinder und Enkel fragen, wie der eigene Beitrag zu mehr Klimaschutz verbessert werden kann.

Eine Möglichkeit: öfter mal das Auto im Alltag stehen lassen und dafür zu Fuß gehen oder das Fahrrad benutzen.

Dirk Messer
(ADFC Göppingen)

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