08.01.2016 - Fahrradmitnahme im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV)

Verkehrspolitik

Möglichkeiten der Fahrradmitnahme in Zug und Bus - für Reisen aus oder in den Kreis Göppingen

Seit es die Teilintegration des Landkreises Göppingen in den Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) gibt, ist die Mitnahme des eigenen Fahrrades im Zug tariflich deutlich übersichtlicher und gleichzeitig auch günstiger geworden.

Eine Zusammenstellung der einzelnen Möglichkeiten der Fahrradmitnahme für Reisen aus oder in den Kreis Göppingen erhalten Sie hier. Es werden darin die Bestimmungen des Landkreises Göppingen, sowie der angrenzenden Verkehrsverbünde VVS und DING und der Deutschen Bahn gegenübergestellt. Privatbahnen und Fernbusse sind nicht enthalten, da sie im Kreis Göppingen noch keine Rolle spielen. Für die Züge der Württembergischen Eisenbahn (WEG) in der Region Stuttgart gelten die Bedingungen des VVS.

Für ganz Baden-Württemberg hat die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) und der ADFC-Landesverband auf einer Übersichtskarte die Möglichkeiten zur Radmitnahme auf allen Bahnstrecken zusammengestellt. Details dazu erhalten Sie hier.

Leider ist der Zustieg in einen Zug aber nach wie vor oft nicht ganz einfach. Es fehlen schon mal grundsätzlich an den Bahnsteigen Wagenstandsanzeiger für die Nahverkehrszüge. Diese sind für den Fernverkehr selbstverständlich. Bahnkunden, die ihr Rad mitnehmen wollen müssen deshalb in einer Art "Glücksspiel" erraten wo sich das Mehrzweckabteil befindet - am Zuganfang oder vielleicht doch am Ende. Wurde als Standort für das Warten auf den Zug die falsche Seite gewählt, hat dies zur Folge, dass nun ein Spurt ans andere Zugende hingelegt werden muss. Sind bei den radfahrenden Fahrgästen Kinder, Senioren oder aus Radreisende mit Gepäck dabei, dann kann dies in einen Sturz und / oder einen verpassten Einstieg münden.

Außer der Orientierung am Bahnsteig lässt oft auch die Barrierefreiheit zu wünschen übrig. Ein Problem stellt dabei das verwendete Wagenmaterial dar. Werden Doppelstockwagen eingesetzt, so ist ein ebenerdiger Zustieg möglich und die Türen haben ein Breite, die auch das Verladen von Fahrradanhängern, Tandems und ähnlichen Sonderfahrrädern möglich macht. Bei Einsatz von herkömmlichen, einstöckigen Wagen kann der Zustieg aufgrund der großen Einstiegshöhe und der geringen Türenbreit ohne Hilfe leicht zum Problem werden. In den letzten Jahren wurden die einzelnen Bahnhöfe des Filstales mit Aufzügen versehen, was das Erreichen der Bahnsteige für Radler und Reisende mit Kinderwägen deutlich einfacher und für Rollstuhlfahrer überhaupt erst möglich macht. Eine unrühmliche Ausnahme stellt hier immer noch Geislingen, die zweitgrößte Stadt im Kreis Göppingen dar. Der zentrale Bahnsteig kann nur über Treppen erreicht werden.

Eine perfekte Möglichkeit der Fahrradmitnahme ist der Radwanderbus vom ZOB in Göppingen auf den Wanderparkplatz bei der Ruine Reußenstein auf der Schwäbischen Alb. Der Bus mit Radanhänger ist seit Sommer 2015 im Einsatz und erfreut sich über einen großen Zuspruch.

Dirk Messer (ADFC Göppingen)

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