02.05.2014 - Landkreis Göppingen radelt vorneweg

Verkehrspolitik

Verkehrsminister Hermann hat Landrat Wolff das Zertifikat "Fahrradfreundlicher Landkreis" überreicht. Der Stauferkreis ist der erste dieser Art in Baden-Württemberg. Der Landkreis hat für sein Fahrrad-Engagement nun die Landesauszeichnung „Fahrradfreundliche Kommune“ bekommen. Besonders positiv bewertete die Prüfkommission vom Landesbündnis ProRad das umfangreiche Konzept, die aktive Einbindung der Gemeinden sowie einen festen Haushaltsetat für den Radverkehr inklusive eines Förderprogramms für die Gemeinden, insbesondere die im Kreistag beschlossene Radverkehrskonzeption. So sei nun für den Ausbau des fehlenden Radwegs im Nassachtal grünes Licht gegeben und gleichzeitig die Sanierung des Restes der Straße beschlossen worden.

Erster „Fahrradfreundlicher Landkreis“

Verkehrsminister Winfried Hermann, zugleich Vorsitzender des Landesbündnis ProRad, reiste am 2. Mai 2014 eigens in den Landkreis Göppingen. Dort stieg er selbst auf das Fahrrad und radelte nach Wangen-Oberwälden. "Fahrradfahren im Landkreis Göppingen ist nicht nur touristisch beliebt, sondern auch als Transportmittel sicher und praktisch," stellte der baden-württembergische Verkehrsminister fest. Dass zum ersten Mal ein Kreis als „Fahrradfreundlich“ ausgezeichnet worden ist, zeige dass Radverkehr auch im ländlichen Raum ernst genommen werde. Das Prädikat unterstreiche zudem, dass die Kreise vor Ort eine wichtige Funktion übernehmen: Sie seien Koordinatoren der Radverkehrsförderung in den Gemeinden, motivieren und verpflichten sie, mehr für den Radverkehr zu tun, auch indem sie selbst mit ihrem Engagement eine Vorbildrolle übernehmen. Das Land wolle ein Radwegenetz, das hierarchisch gegliedert sei, um zu verhindern, dass Radwege einfach irgendwo im Nirwana enden.

Foto: ADFC / Andreas Posim     Foto: ADFC / Andreas Posim

Foto: ADFC / Andreas Posim     Foto: ADFC / Andreas Posim

Der Göppinger Landrat Edgar Wolff nahm die Auszeichnung von Minister Hermann entgegen und erläuterte das Radverkehrskonzept des Kreises Göppingen. In den vergangenen Jahren habe der Landkreis gemeinsam mit den Kommunen und dem ADFC den Radverkehr ein gutes Stück vorangebracht. Neben attraktiven touristischen Radrouten umfasse das Engagement weitere wichtige Infrastrukturmaßnahmen sowie zahlreiche Veranstaltungen. Dabei erwähnte er auch die ökologische Bedeutung des Radfahrens. Um umweltgerecht mobil zu sein sei eine fruchtbare Kooperation mit den Städten und Gemeinden im Landkreis in Gang gekommen. Unter anderem habe das Landratsamt bereits bei der Aktion "Mit dem Rad zur Arbeit" mitgemacht und sich vom ADFC als "Fahrradfreundliche Behörde" zertifizieren lassen. Wolff versprach, sich nicht auf den Lorbeeren auszuruhen und will auch weiterhin "fest in die Pedale treten".

Hintergrund:

Die Auszeichnung „Fahrradfreundlicher Landkreis“ wird für fünf Jahre vergeben. Die Landesauszeichnung als „Fahrradfreundliche Stadt“, „Fahrradfreundlicher Landkreis“ und „Fahrradfreundliche Gemeinde“ in Baden-Württemberg hat das Landesbündnis ProRad ins Leben gerufen. Dem Forum gehören Ministerien, die Landtagsfraktionen, die kommunalen Spitzenverbände, die Arbeitsgemeinschaften der Regionalverbände und der fahrradfreundlichen Kommunen, Interessenverbände sowie die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg an.

Wer die Auszeichnung erhalten möchte, muss verschiedene Kriterien erfüllen. Die Prüfkommission des Landesbündnis kontrolliert das sowohl in den Anträgen als auch vor Ort. Voraussetzung für eine Bewerbung ist die Mitgliedschaft in der AGFK-BW. Als „Fahrradfreundliche Städte“ ausgezeichnet wurden bislang Freiburg, Karlsruhe und Offenburg (2011) sowie Heidelberg und Kirchheim unter Teck (2012). Der Landkreis Göppingen ist Gründungsmitglied der AGFK, also seit 2010 dabei.

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