Rückblick Radverkehrsschau 29.05.2011

Verkehrspolitik

Renningen. Die Radverkehrsgruppe des ADFC Renningen-Rutesheim-Magstadt lud am vergangenen Sonntag die interessierte Bürgerschaft ein, sich gemeinsam ein Bild über die Radverkehrsinfrastruktur in Renningen und Malmsheim zu machen.

Dieses Mal waren der Renninger Bürgermeister Wolfgang Faißt sowie der GRÜNE Landtagsabgeordnete Dr. Bernd Murschel mit dabei. Auch aus den Reihen des Gemeinderats sowie vom Ortsverband der Freien Wähler fanden sich neben den interessierten Bürgern Teilnehmer ein. Mit der CDU-Landtagsabgeordneten Sabine Kurtz gab es schon kurz nach Ostern einen persönlichen Termin, da Sie am Sonntag verhindert war.

In der Vorrede wies der Tourenleiter und Sprecher der Ortsgruppe, Jörg Stenner, darauf hin, dass der ADFC sich neben seinem Angebot an Radtouren auch schwerpunktmäßig um Radverkehrsverbesserungen kümmert, um den Radverkehrsanteil zu erhöhen. Man freut sich hier, dass die neue Landesregierung diesen landesweit auf einen Anteil von 20 % steigern will. Der ADFC versteht das Fahrrad als gleichberechtigtes Verkehrsmittel zum motorisierten Individualverkehr und zum ÖPNV, das viele Vorteile bietet:

  • Es wird kein CO2 produziert und damit aktiver Klimaschutz betrieben,
  • Fahrradfahren erzeugt keinen Lärm und steigert damit auch insbesondere innerörtlich die Wohn- und Aufenthaltsqualität und
  • es steigert für den Radfahrer selbst die Fitness. Und das nicht nur in der Freizeit sondern auch bei der Benutzung im Alltag.

Ganz konkret gehe es hier am eigenen Ort in Renningen und Malmsheim darum, die Rahmenbedingungen für das umweltfreundliche Verkehrsmittel Fahrrad durch gute Angebotspolitik weiter zu verbessern, d. h. zügiges Vorankommen zu ermöglichen und das Radfahren insgesamt sicherer zu machen.

Dann ging’s auf Tour und es wurden in ca. 3 Std. verschiedene Punkte aus Radfahrersicht unter die Lupe genommen:

u. a. in Renningen die Bahnhofstraße mit der Forderung des ADFC nach Tempo 30 oder - kurzfristig, wenn nicht sofort umsetzbar - die Einrichtung von Schutzstreifen für die Radfahrer, dann als Schwerpunkt der lokalen ADFC-Arbeit seit 2007 die Kreuzung Rutesheimer-/ Industriestraße, die für RadfahrerInnen großes Potential für eine sicherere Radverkehrsführung beinhaltet und wo man auch für die Fußgänger noch etwas tun sollte. Dann den guten neuen Radweg südlich der östlichen Industriestraße, wo aber noch die Anbindung insbesondere nach Osten zur Rutesheimer- und Keltenstraße fehlt. Im Zuge des Umbaus der Industriestraße steht eine gute Radwegeverbindung von der Ecke der Rutesheimer-/Industriestraße bis zum „Bahnsträßle“ nach Malmsheim ganz oben auf der Wunschliste des ADFC. Dabei war man sich mit dem Bürgermeister einig, dass bei den Umbaumaßnahmen unbedingt Kreuzungsverkehr mit den PKWs von und zu den B+R-Plätzen vermieden werden sollte.

Weiter ging es zu der Radabstellung am Renninger Bahnhof, wo es auf der Nordseite gute Fahrradständer aus einer ADFC-Empfehlung gibt (wenn auch noch nicht überdacht), auf der Südseite aber immer Platzmangel herrscht und die Fahrräder dort auch nur am Vorderrad (Stichwort „Felgenklemmer“), also nicht richtig sicher am Rahmen abgeschlossen werden können. Im Zuge des Ausbaus für die S60 sollte hier unbedingt auch seitens der Bahn etwas getan werden. Dabei gehören für den ADFC vermietbare Fahrradboxen zur Unterbringung von hochwertigen Fahrrädern und kleine Schließfächer (für Helm, Schirm etc. wie z. B. in Filderstadt) unbedingt mit dazu! Hier kann ein gutes Angebot sicher auch den Bedarf in der Bürgerschaft wecken.

Dann wurde über die kommende 6 m breite Unterführung für Radfahrer und Fußgänger unter der S-Bahn in der Nähe des Supermarkts „netto“ informiert, und dass sich dadurch eine deutlich verbesserte Verbindung für Radfahrer aus Malmsheim Nord zum Freibad oder zur Einkaufsmeile Bahnhofstraße ergibt. Ebenso können dadurch Radfahrer künftig wesentlich besser und sicherer aus der Renninger Ortsmitte zum Einkaufen ins Industriegebiet kommen.

Weiter ging es zu den sehr guten überdachten Fahrradabstellanlagen am Bhf. Malmsheim Ostseite, wo der ADFC auch gerne ein Angebot für abschließbare Fahrradboxen zur sicheren Aufbewahrung von hochwertigen Rädern hätte. Man ist hier mit der Stadtverwaltung in Gesprächen, zu klären ist aber noch, wie die „Bewirtschaftung“ funktionieren könnte. In den Kommunen in Ditzingen, Böblingen, Weil der Stadt oder in Höfingen wird das bestehende Angebot auf jeden Fall gut angenommen.

Weiter gings über den Radweg entlang dem Rankbach zur Kreuzung mit der Jägerstraße (verkehrsberuhigte Zone), wo der ADFC auch aufgrund schlechter Sichtverhältnisse eine Gefahrenstelle sieht, die entschärft werden sollte. Der Bürgermeister versprach das Thema mitzunehmen.


Am Ende der Bachstraße schaute man sich dann den Bereich der Einmündung in die Calwer Straße an, der im Zuge der Malmsheimer Ortskernsanierung umgebaut werden soll. Der ADFC möchte hier in beide Richtungen – sowohl nach rechts Richtg. Kirchstraße (für den Schülerverkehr) als auch nach links Richtung Schöckengasse und weiter nach Weil der Stadt / Merklingen gute Lösungen auch für Radler umgesetzt sehen. Eine ausreichend dimensionierte Warteinsel auf der Calwer Straße direkt vor der Bachstraße könnte beim Warten wg. Begegnungsverkehr eine Lösung darstellen. Auf jeden Fall sollte für den Radverkehr das ebenerdige Befahren der Einmündung künftig möglich sein.

Abschließend schaute man sich dann noch das weniger gute Beispiel der Radabstellung am Bahnhof Malmsheim Westseite an – Abstellung mit schon lange überholten „Felgenklemmern“ und auch hier keine abschließbaren Fahrradboxen. In einer Kontaktaufnahme mit der Bahn sollte auch dieses Thema künftig thematisiert werden.

Insgesamt stellte die Radverkehrsschau auch dieses Jahr wieder viele Beispiele für gute kommunale Radverkehrsförderung vor, man sah aber auch, wo es noch krankt und wo noch unbedingt etwas für die Radfahrer innerstädtisch getan werden sollte. Die Themen konnten seitens des ADFC dieses Mal direkt an den Bürgermeister und damit auch an die Stadtverwaltung adressiert werden, für übergeordnete Belange wie Zugriff auf Landesfördermittel für den Radverkehr oder auch verbesserte Fahrradabstellung an den der Bahn gehörenden Anlagen versprach Herr Dr. Murschel den Kontakt zu den zuständigen Stellen herzustellen.

Insgesamt wurde die Veranstaltung auch dieses Jahr wieder von allen Seiten positiv bewertet und der ADFC lud abschließend bereits wieder für die nächste Radverkehrsschau in 2012 ein, vermutlich auch dann wieder an einem Maiwochenende.

Forderungs-/Empfehlungskatalog 2011

 

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