Über alle Berge

Drei mehrtägige Mountainbiketouren bot der ADFC Bodenseekreis 2009 in seinem Programm an. Es fanden sich jeweils 7 bis 8 Hobbyradler zusammen, um mit dem Mountainbike die nahe Bergwelt vom Allgäu bis ins Engadin zu erkunden.


Von Dürrboden aus führte die Route über zahlreiche Schneefelder zum Scaletta-Pass (2606 m) im Prättigau.

Anfang Juli startete die erste dreitägige Mountainbiketour im Prättigau zwischen Klosters, Davos und Filisur, geführt von Tourenleiter Arthur Wetzel. Drei Wanderpässe wurden dabei erklommen: Vom Startpunkt in Küblis führte ein gut fahrbarer Weg über den Durannapass nach Langwies und zur ersten Übernachtung ins Bergdorf Sapün. Gleich am nächsten Morgen wurde - meistens zu Fuß - der Strelapass erreicht. Nach der Abfahrt nach Davos ging es weiter nach Dürrboden und das Rad meist schiebend hinauf zum Scalettapass (2606 m). Die Radlergruppe wurde dabei mit zahlreichen Schneefeldern und einsetzendem Regen auf ihre alpine Tauglichkeit geprüft. Auch bei der Keschhütte (2626 m), der zweiten Übernachtung, zeigte sich der Sommer wieder von seiner kalten und feuchten Seite. In Bergün im Tal angekommen konnte die restliche Strecke an den steilen Hängen der eindrucksvollen Zügen-Schlucht bei angenehmem Wetter bis Davos, dem Ziel der Tour, geradelt werden.


Nur kurz zeigte sich die Sulzfluh im Nebel. Die Radlergruppe erreichte dennoch den Gipfel.

Eine Woche später stand die erste „bike & hike“-Tour des ADFC auf dem Programm, geführt von Bernhard Glatthaar. Mit dem Fahrrad und zu Fuß wurde die Sulzfluh (2818 m) im Montafon bezwungen. Von Tschagguns aus mit einer Zwischenetappe in Grabs ging es mit dem Mountainbike zur Tilisuna-Alpe, wo die Räder abgestellt wurden. Zu Fuß wurde bei Temperaturen um 5 Grad, Nebel und Graupelschauer der Gipfel der Sulzfluh erreicht.


Bei der Fahrt zur Klesenza-Alpe im Großen Walsertal thronte die Rote Wand majestätisch über dem Tal.

Wesentlich mehr Wetterglück hatte eine achtköpfige Gruppe bei der dreitägigen Mountainbiketour vom Bregenzer Wald ins Große Walsertal, ebenfalls geführt von Bernhard Glatthaar. Von Immenstadt im Allgäu führte die Route über Gunzesried, Balderschwang, Sibratsgfäll und Schönenbach nach Au, dem ersten Etappenziel. Am zweiten Tag - endlich bei schönstem Sommerwetter - ging der Weg vorbei am Zitterklapfen und Zafernhorn ins Große Walsertal. Über Buchboden fuhr die Gruppe hinauf zur Klesenza-Alpe am Fuße der mächtigen Roten Wand. Die Übernachtung auf der rustikalen Alpe wird den Radlern noch lange in Erinnerung bleiben. Am dritten Tag kündigte sich bereits ein Tiefdruckgebiet an, dennoch konnte der Garmilpass und ein toller Singletrail zur Sterisalpe gefahren werden. Wegen des einsetzenden Regens wurde die Tour über Raggal nach Bludenz abgekürzt.

Text: Bernhard Glatthaar, Arthur Wetzel
Bilder: Bernhard Glatthaar

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